Jussi Adler-Olsen: Das Washington Dekret

Olsen_WDDeutsche Erstausgabe 2013
© 2009 Jussi Adler-Olsen/J.P./Politikens Forlagshus A/S, Kopenhagen
Originaltitel: Washington dekretet
© 2013 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-28005-1
ca. 650 Seiten

COVER:

Als die Frau des amerikanischen Präsidenten Bruce Jansen und ihr ungeborenes Kind bei einem Anschlag kaltblütig ermordet werden, gerät der neu gewählte US-Präsident völlig aus dem Gleichgewicht. Er trifft zunehmend irrationale politische Entscheidungen, die schwerwiegende Folgen nach sich ziehen – sowohl für ihn als auch für die gesamte Bevölkerung der USA. Konkret geht es um ein Law-and-order-Programm, später als das “Washington-Dekret” bezeichnet, das das Land binnen kürzester Zeit in einen gefährlichen Ausnahmezustand bringt: Unruhen im Inneren verstören die Bevölkerung, die diplomatischen Verbindungen ins Ausland frieren ein. Ziel des Präsidenten ist es vorgeblich, Amerika zu einem friedlicheren Land zu machen – praktisch aber bedeutet das Washington-Dekret die Außerkraftsetzung der Verfassung, den Entzug zahlreicher Bürgerrechte, die Einschränkung der Presse- und Meinungsfreiheit.

Doggie Rogers, Mitarbeiterin im Stab des Präsidenten, steht nach dem Attentat unter Schock – nicht zuletzt, weil ihr eigener Vater des Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt wird. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Doggie zur meistgesuchten Frau der USA.
Mit Hilfe von Freunden versucht sie, ein perfides Komplott aufzudecken. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Kann Doggie ihren Vater vor der Hinrichtung und das ganze Land vor einem Bürgerkrieg bewahren?

REZENSION:

Jussi Adler-Olsen ist in erster Linie bekannt als Erfinder des Sonderdezernats Q, in dem sich ein sehr interessanten Polizeiteam um die Lösung von bereits abgelegten Fällen kümmert. Diese nun bereits mehrere Bände umfassende Reihe ist durchweg empfehlenswert und lässt einen nicht mehr los.
Das ein oder andere Mal verspürt Jussi Adler-Olsen jedoch auch manchmal die Notwendigkeit, Bücher zu einem gänzlich anderen Thema zu veröffentlichen. Er bleibt dabei dem Genre Thriller überwiegend treu und konnte dort etwa bei DAS ALPHABETHAUS in durchweg gelungener Manier beweisen, das er auch brillante Romane außerhalb der Q-Welt erschaffen kann.
Nun gibt es mit “Das Washington Dekret” einen erneuten Thriller des Autors, der als eigener Roman erzählt worden ist und somit nichts mit anderen seiner Werke gemein hat. Anfangs ist man dabei immer ein klein wenig enttäuscht, aber – wie bereits bei ALPHABETHAUS gezeigt – man weiß ja, dass Adler-Olsens Thriller eine überwiegend gelungene Unterhaltung darstellen.
Bei DAS WASHINGTON DEKRET befinden wir uns nun in den Vereinigten Staaten und begleiten dabei einen neuen Präsidenten, der durch Schicksalsschläge seine politischen Entscheidungen beeinflussen lässt und sich somit auf dem Weg befindet, aus den USA einen totalitären Staat zu machen.
Ein Großteil der durch Jussi Adler-Olsen dargelegten Möglichkeiten sind unerfreulicherweise seit den Anschlägen des 11. September 2001 durch Gesetze abgesichert und somit möglich. Dadurch bekommt die von Adler-Olsen erzählte Geschichte genug Tiefgang um problemlos als spannender Thriller zu funktionieren. Die Geschichte sorgt auch abermals für eine problemlose Unterhaltung des Lesers – leider ist sie in klein wenig zu stark vorhersehbar und somit verliert sie dadurch etwas.
Nichts desto trotz schafft es Olsen innerhalb der zweiten Hälfte des Buches den Leser ein wenig mehr an der Hand zu nehmen und zu überzeugen – und ab diesem Augenblick zieht er auch die Daumenschrauben stärker an und somit kommt doch noch genug Spannung auf, um den Leser mit ans Ende des Buches nicht zu verlieren.
Wäre das Werk etwas weniger vorhersehbar, wäre es erneut ein absoluter Tipp meinerseits. Wer ein gutes und nicht zu schwer erzähltes, spannendes Buch lesen möchte, ist jedenfalls gut bedient – ich persönlich halte aber sein “Das Alphabethaus” für spannender und seine Bücher um das Sonderdezernat Q für erhabenere Werke aus seiner Feder.
Jürgen Seibold/29.03.2013

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