Rita Falk: Griessnockerlaffäre

Originalausgabe 2012
© 2012 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24942-3
ca. 240 Seiten / € 14,90

COVER:

Da stehen also diese sechs Hanswursten vom SEK in unserem Hof, bewaffnet bis an die Zähne, und wollen mich abführen. “Seid’s ihr alle narrisch worden?”, schreit die Oma aus Leibeskräften und schwingt den Besen. “Lasst’s gefälligst meinen Buben in Ruh!”
Wie ich rauskomm, steht die Oma handgeschellt vor mir und schimpft wie ein Rohrspatz. Ausschauen tut sie eigentlich auch so. “Macht’s ihr die Achter runter, aber hurtig”, sag ich erst einmal relativ unfreundlich. Zuerst mögen sie ja nicht recht. Wie die Oma aber loswatschelt und Schienbeintritte verteilt, geben sie schließlich nach und machen ihr die blöden Handschellen wieder ab…
Dann erfahr ich, man kann es kaum glauben, dass ausgerechnet der Barschl, mein über alles geliebter Vorgesetzter, heute früh mausetot im Polizeihof gefunden wurde. Mit durchgeschnittener Kehle. So wie’s ausschaut, war ich der Letzte, der ihn noch lebend gesehen hat. Und das ist halt jetzt saublöd. Besonders, wo wir uns so gar nicht im Guten verabschiedet haben, der Barschl und ich…

REZENSION:

Üblicherweise bin ich ja eher kein großer Freund von Krimis – viel zu oft ähneln die sich in ihrer Handlungsweise zu sehr und schaffen es nicht, mich wirklich vorm Ofen hervorzulocken. Bin ich doch eher auf Spannung fixiert und brauch was zum Nägelbeißen. Es gibt somit nicht viele Krimiautoren, die es schaffen mich vorm besagten Ofen hervor zu locken – Rita Falk ist hier definitiv eine davon! Gut, sie schreibt so gut wie spannungsfrei – aber trotzdem kann man ihren Output über die Vorgänge im niederbayrischen Niederkaltenkirchen nur lieben und dementsprechend ist man gezwungen, jede Seite über das Leben des Kommissars Eberhofer förmlich zu fressen – quasi ein menschgewordener Bücherwurm, der sich durch die jeweiligen Bände frisst.
Diesmal ist Franz höchstselbst der Hauptverdächtige eines Mordes – wurde doch sein in Landshut stationierter Vorgesetzter auf brutale Weise ermordet – dummerweise war Franz der Letzte, der ihn gesehen hat und davon abgesehen, handelte es sich auch noch um sein höchstpersönliches Messer, mit dem der Mord begangen worden ist.
Klar, dass sich Franz genötigt fühlt, diesen Fall so schnell wie möglich zu lösen… und schon ist man mittendrin in einer erneut absolut gelungenen, bayrischen, provinziellen Geschichte, deren Ende viel zu schnell zu kommen scheint.
Schmunzelnd blättert man von Seite zu Seite und manch einer wird kopfschüttelnd davor sitzen und vieles für unglaubwürdig betrachten – dies kann ich aber definitiv verneinen, da wir hier in diesem etwas anderen Freistaat definitiv so sind – hier ein wenig zugespitzt – aber nichts desto trotz erkenne ich in der Oma oft genug meine eigene Oma wieder und genau das liebe ich so sehr an den Geschichten um Franz und seinem Umfeld.
Ich kann jedem dieses Buch nur ans Herz legen und freue mich schon unbandig auf den nächsten Fall des Eberhofer Franz’.
Jürgen Seibold/04.10.2012

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