Jussi Adler-Olsen: Das Alphabethaus

Originaltitel: Alphabethuset
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess und Marieke Heimburger
Deutsche Erstausgabe 2012
(c) 2007 Jussi Adler-Olsen
(c) 2012 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24894-5
ca. 590 Seiten / € 15,90

COVER:

“Als Bryan das Rote Kreuz auf den Dächern sah, atmete er tief durch. Trotz der vielen Sandsäcke, trotz der vergitterten Fenster im ersten und zweiten Stock und trotz etlicher Wachen mit Hunden wirkte die Anlage tatsächlich wie ein ganz normales Krankenhaus. ‘Aber lass dich nicht täuschen’, dachte Bryan, als man ihn zu den Gebäuden brachte. Wer ihn in diesem Moment anlächelte, konnte im nächsten Augenblick schon sein Henker sein …”

1944. Nach einem Flugzeugabsturz über deutschem Territorium retten sich die beiden britischen Soldaten Bryan und James in einen Lazarettzug, der verletzte deutsche Soldaten von der Ostfront nach Hause bringt.

Unter falscher Identität landen die Piloten als Patienten im “Alphabethaus”, einem Krankenhaus in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Bryans und James’ einzige Chance, dort zu überleben, besteht darin, sich selbst als psychisch krank auszugeben. Doch können sie das, ohne Schaden zu nehmen an Leib und Seele? Und: Sind sie die einzigen Simulanten?

Jahrzehnte später werfen entsetzliche Ereignisse der Vergangenheit noch einmal ihre brutalen Schatten auf die Überlebenden …

REZENSION:

Als ich DAS ALPHABETHAUS erhielt, war ich sofort voller Freue, erneut ein Werk über das von mir mittlerweile ins Herz geschlossene Sonderdezernat Q lesen zu können.
Wie ich leider ziemlich schnell feststellen musste, handelt es sich bei DAS ALPHABETHAUS weder um einen weiteren Roman über Carl Morck, noch um einen neuen Roman von Jussi Adler-Olsen. DAS ALPHABETHAUS ist interessanterweise das ursprüngliche Debüt des Autors und wurde nun durch den Erfolg der Morck-Reihe in Deutschland ebenfalls aufgelegt.
DAS ALPHABETHAUS beginnt im 2. Weltkrieg und lässt zwei englische Flieger notlanden und lediglich der Eintritt in ein Irrenhaus als Simulanten lässt die beiden weiter am Leben. Dieser Teil ist von Jussi Adler-Olsen absolut niveauvoll und trotz dem Simulantentum sehr glaubwürdig erzählt. In meinen Augen hätte die Episode ruhig in dieser dunklen zeit weiter fortgeführt werden können.
Jussi Adler-Olsen lässt jedoch den Krieg bereits nach dem ersten Drittel seines Werkes hinter sich und springt sogleich 30 Jahre in die Zukunft. In den siebzigern ist immer noch einer der beiden englischen Soldaten auf der Suche nach seinem Freund, den er durch seine Flucht aus dem Alphabethaus im Stich lassen musste.
Hier entsteht nun nicht nur eine Geschichte um Freundschaft sondern auch ein klassischer Thriller, der mit einer gut erzählten und spannenden Darbietung geschickt die im Krieg entstandenen Fäden weiterspinnt und beinahe zu schnell auflöst.
Das Buch ist anfangs bedrückend und lässt die unsägliche Zeit des Zweiten Weltkrieges in einem kleinen Bereich neu auferstehen – die folgenden zwei Drittel des ALPHABETHAUSES sorgen für eine geschickte Unterhaltung des Thrillerlesers – ohne dabei in starke Spannungsbögen zu springen, glücklicherweise jedoch ebenfalls ohne zu langweilen. Somit bleibt ein sehr interessanter Roman über die Erlebnisse zweier Freunde während der dunkelsten Zeit Europas und einer Suche nach einem Freund, um nicht nur das eigene Gewissen zu bereinigen sondern auch, um diese Freundschaft neu aufleben zu lassen.
Jürgen Seibold/04.03.2012

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