Rita Falk: Dampfnudelblues

Originalausgabe 2011
(c) 2011 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24850-1
ca. 255 Seiten / € 14,90

COVER:

Gerade läuft’s für den Eberhofer mit der Susi recht fesch, sein heimischer Saustall ist so gut wie fertig eingerichtet, da überschlagen sich die Ereignisse in Niederkaltenkirchen: Realschulrektor Höpfl liegt tot auf den Gleisen! Gut, der Höpfl war immer schon ein Miststück. Aber muss er deshalb erst verschwinden und sich dann auch noch direkt auf die Gleise legen? Ist er’s überhaupt? Die einzige Angehörige ist Höpfls Schwester, die den abgetrennten Kopf schließlich identifiziert. Selbstmord? Mord? Mal wieder Stress pur für den Franz: nicht nur, dass die Susi sich so mir nichts, dir nichts nach Italien absetzt. Im Fall Höpfl tauchen immer mehr Verdächtige auf, und zu allem Überfluss soll er jetzt dauernd auf den zwergnasigen Balg seines Bruders aufpassen.
Glücklicherweise sorgt zumindest die Oma für sein leibliches Wohl, so dass der Franz dampfnudelgestärkt in einen nervenzerfetzenden Showdown geht.

REZENSION:

Als mich das neue Werk von Rita Falk mit dem Titel „Dampfnudelblues“ erreichte, musste ich zwar ob der Coverbeschreibung etwas schmunzeln, legte es aber trotzdem erst einmal ein wenig zur Seite. Was soll ich auch mit einem regional angesiedelten Provinzkrimi? Insbesondere, da ich über bayerische Eigenheiten nicht unbedingt lachen kann – bin ich doch ebenfalls von dieser Sorte und dadurch selbst Kenner aller Klischees …
Nun gut, irgendwie habe ich mich dann doch einige Zeit später dazu entschlossen, ein Auge zwischen die Buchdeckel zu werfen – irrsinniger weise war es ab diesem Augenblick um mich geschehen.
Es kam schon länger nicht mehr vor, dass ich während einer Lektüre nicht nur schmunzeln konnte, sondern sogar einige Passagen dringend meiner holden Partnerin vorlesen musste.Ich möchte jetzt bewusst hier keine Zitate einbauen – aber ein kleiner Hinweis sei gestattet: Dampfnudelblues steckt voll Situationskomik, bei der ich mich frage ob auch „landesauswärtige“ – also Nicht-Bayern – mit den kleinen Spitzfindigkeiten klar kommen. Rita Falk beschreibt nicht nur ein sehr reelles bayerisches Dorfbild, sondern baut auch die Sätze in der bayerischen Eigentümlichkeit auf. Weil, es ist zum Beispiel grammatikalisch nicht ganz sauber, wenn ein Satz mit „Weil“ anfängt.
Die ungefähren 250 Seiten musste ich in nahezu einem Zug verschlingen – dies allein ist bereits ein Gradmesser ob der Qualität des Inhalts.
Ich persönlich bin nun ein wenig enttäuscht, dass der erste Fall Eberhartingers an mir vorbei ging – aber was soll’s, der Zweite hat mich durchweg überzeugt und somit lässt sich nichts vermissen.
Ein bayerischer Krimi, der rundum zu Empfehlen ist und sicherlich jedem die Mundwinkel mehrmals nach oben ziehen lässt.
Jürgen Seibold/01.06.2011

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