Wolfgang und Heike Hohlbein: Das Buch

Wilhelm Heyne Verlag
c deutsche Ausgabe 2009

COVER:

Ein Kampf auf Leben und Tod

Seit Jahrhunderten wachen die geheimnisvollen Hüterinnen über das Archiv, in dem das Leben der Menschen aufgezeichnet wird. Doch jetzt kommt es zur Katastrophe, da Unbekannte in das Bücherlabyrinth eindringen und die Vergangenheit und damit die Gegenwart umschreiben. Leonie, die junge Erbin einer Buchhandlung, erkennt, dass auch sie der uralten Gemeinschaft der Hüterinnen angehört und dazu ausersehen ist, die Wirklichkeit zu retten. Doch kann sie diesen fast aussichtlosen Kampf gewinnen?

„850 Seiten Hochspannung.“ Buch Journal

REZENSION:

Leonies erfährt nach dem tragischen Tod ihrer Großmutter, dass die Buchhandlung nur die Tarnung für ein großes Geheimnis darstellt: Im Keller des Antiquariats befindet sich der Eingang zu einem riesigen Archiv, in dem jede Minute von jedem vernunftbegabten Wesen in jeder Welt von seltsamen Kreaturen aufgezeichnet wird. Leonies Vater entwendet das Familienbuch und beginnt, die Familiengeschichte umzuschreiben. Das lässt sich der Archivar nicht gefallen und setzt alles daran, das Buch zurück zu bekommen. Es entbrennt ein verzweifelter Kampf um die Realität der gesamten Welt.
Es ist – leider – typisch für Wolfgang Hohlbein: die Idee ist klasse, der Anfang ist sucht-gefährdend, leider gleitet es ab etwa 2/3 ab und wird selbst für eine mystische Welt, in der die Realität auf dem Kopf steht, überdimensional und immer weiter unrealistisch.
Es gibt immer wieder unerwartete Wendungen, scheinbare – aber durchaus gewollte – Widersprüche und skurrile Situationen. Scheinbare Freunde entpuppen sich als Feinde, undurchsichtige Personen werden – meist unfreiwillig – zu Helfern. Eine Frage bleibt mir ein besonderes Rätsel: Warum kann Leonies Vater in das Archiv eindringen und die Familienchronik umschreiben, wenn doch die „Gabe“ und der Schlüssel zum Archiv ausschließlich nur von der Mutter auf die Tochter vererbt wird?
Nach der Beschreibung auf dem Cover hatte ich mir unter der Geschichte sehr viel mehr versprochen und wurde ein wenig enttäuscht. „Das Buch“ ist dennoch spannend erzählt, und man fiebert bis zur letzten Seite mit Leonie mit, weil man bis zum Schluss nicht weiß, was Realität ist bzw. wer wirklich auf ihrer Seite steht, und wer nicht.
Diana Becker für Hysterika.de / August 2009

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