Will Elliott: Hölle

Originaltitel: The Pilo Family Circus
Übersetzung: Birgit Reß-Bohusch
c 2008 Will Elliott
c der deutschsprachigen Ausgabe:
2008 Piper Verlag GmbH, München
Deutsche Erstausgabe Dezember 2009
ca. 388 Seiten / € 9,95

COVER:

Als Jamie eines Nachts beinahe einen Clown überfährt, der urplötzlich vor seiner Motorhaube auftaucht, ist nichts mehr, wie es war. Jamie erhält unheimliche Drohungen, und eine Horde mordgieriger Geschöpfe in Clownskostümen macht Jagd auf ihn. Die Clowns entführen Jamie in den Pilo-Zirkus, eine bizarre, jenseitige Welt, beherrscht von unheimlichen Akrobaten, Zwergen, Freaks und Wahrsagern. Ein geheimnisvolles Pulver erfüllt jeden Wunsch, und auch Jamie verfällt ihm. Doch wer es einnimmt, wird zum erbarmungslosen Killer. Wenn Jamie dieser Hölle entkommen will, muss er nicht nur den Zirkus zerstören, sondern auch seinen größten Feind besiegen – die eigene dunkle Seite …

REZENSION:

„Hölle“ von Will Elliott handelt von einem latent durchgeknallten Typen, der von wirklich durchgeknallten Clowns (?) entführt und in einen kuriosen Zirkus verschleppt wird. Aus diesem Zirkus – der sich wie eine parallel vorhandene Welt darstellt – kommt man nur sehr schwierig wieder heraus. Es ist lediglich einigen zuverlässigen Clowns kurzzeitig gestattet, an die „Oberfläche“ zu kommen, wenn sie dort einige zwiespältige Aufträge erledigen.
Dies klingt alles irgendwie irre und verrückt – und genauso ist dieses Buch. Hier ist nichts, wie man es sonst aus anderen Werken kennt – man ist beim Lesen nicht sicher, dass man umblättert, weil die Geschichte fesselt oder weil man eventuell selbst verrückt ist. Tja, vielleicht bin ich ebenfalls verrückt, denn ich konnte während der Lektüre niemals sagen, dass dieses Buch gut ist – irrerweise hat es aber trotzdem dafür gesorgt, dass ich aus Interesse am Geschehen weiterblätterte, weiterblätterte und weiterblätterte…
Am Ende konnte das Buch nur bestätigen, was ich bereits vorher dachte: Eine absolut verrückte Story!
Durch diese abgedrehte Irrsinnigkeit ist man jedoch aus unerfindlichen Gründen daran gefesselt und man verfolgt beinahe gedankenfrei eine irrwitzige, ironische, blutige und teils horrorhafte Geschichte über einen Zirkus, dessen Hintergründe noch etwas mehr beleuchtet hätten werden können.
Dies ist somit eins der ersten Bücher, bei dem ich nicht sagen kann, ob es mich begeistert oder schlicht abgestoßen hat – ein sehr sehr interessantes Phänomen war es jedoch uneingeschränkt.
Ich persönlich würde es empfehlen, kann mir aber auch gut vorstellen, dass mir daraufhin einige Personen am liebsten das Buch an den Kopf schmeißen würden.
Jürgen Seibold/18.01.2010

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