Thomas Thiemeyer: Reptilia

c 2005 by Knaur Verlag
ca. 385 Seiten

COVER:

Mitten im afrikanischen Dschungel, auf dem Grunde eines Sees, verbirgt er sich: Mokéle M’Bembé, der sagenumwobene letzte Saurier. Emily Palmbridge war auf der Jagd nach ihm – und ist seither verschwunden. Aber wo verliert sich ihre Spur?
Der junge Londoner Genetiker David Astbury geht am liebsten in Ruhe seinen Forschungen nach. Doch als ihn Emilys verzweifelte Mutter um Hilfe bittet, kann er sich nicht entziehen: Emily war seine erste große Liebe.
So wird David Teil eines hochgerüsteten Expeditionsteams, dem außerdem ein skrupelloser australischer Großwildjäger, dessen Assistent und eine afrikanische Biologin angehören. Angekommen am Lac Télé, einem Urwaldsee im undurchdringlichsten Teil des Kongo, stößt das Team bald auf Spuren grausamer Kämpfe. Die erste Konfrontation mit dem monströsen Reptil ist nahe – und fordert ein Todesopfer.
Von da an eskaliert alles. Widerwillig begreift David, dass Mokéle ein ganz besonderer Gegner ist – dass er Fähigkeiten besitzen muss, die von unschätzbarem Wert für die Menschheit sind. Emily scheint alles darangesetzt zu haben, die Bestie vor Entdeckung zu bewahren. Da beschließt David gegen alle Vernunft, das Tier vor seinem rachedurstigen Team zu schützen. Er wird dabei der Verlierer sein. Wenn nicht ein Wunder geschieht…

Thomas Thiemeyer, geboren 1963, studierte Geografie und Geologie in Köln. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Stuttgart und arbeitet als selbständiger Illustrator und Umschlagdesigner. Reptilia ist sein zweiter Wissenschaftsthriller nach dem Bestseller Medusa.

REZENSION:

Thomas Thiemeyer hat bereits mit seinem Erstlingswerk “Medusa” ein totgeglaubtes Genre – den klassischen Abenteuerroman – erfolgreich wiederbelebt.
Was er nun jedoch mit seinem zweiten Werk “Reptilia” dem Leser vorlegt, setzt dem Ganzen noch die Krone auf!
Es handelt sich hierbei doch tatsächlich um ein Buch, in dem sich ein Expeditionsteam im tiefsten Afrika auf die Suche nach einem sagenumwobenen Saurier (!) macht.
Mein erster Gedanke: “Thomas Thiemeyer – ist das dein Ernst?” – Selbst Nessie ist mittlerweile mehr als Tod.
Aber: Thomas Thiemeyer hat es geschafft!
Das Buch fängt sichtlich dezent und ruhig an. Solange sich die Protagonisten nicht auf den Weg in den Dschungel machen, passiert eigentlich gar nichts. Interessanterweise ist man als Leser trotzdem bereits gefesselt. Dies verstärkt sich auf dem Weg zur Konfrontation mit dem Urgetier ins beinahe Unermessliche.
Grundsätzlich wäre die Geschichte ja ganz simpel gestrickt, wäre da nicht – wie bereits bei “Medusa” – die glaubhafte, bildreiche, interessante und hochspannende Erzählweise Thiemeyers.
Meine Grundgedanken, wie z.B. “Wer glaubt noch an Saurier?”, wischt Thomas Thiemeyer mit einer spielerischen Leichtigkeit beiseite und führt nachvollziehbar und glaubhaft einen Überlebenden aus längst vergangenen Zeiten ins Feld. Den Leser nimmt er dabei an die Hand und geht mit ihm am Ende in beinahe philosophische Bereiche, die das leider oft verschüttete Gute wieder zum Leben erwecken.
Somit ein erneuter Meilenstein eines neuen, unverbrauchten Autors, der ein fast totes Genre für sich wiederentdeckte und pionierreich zu neuem Leben erweckt.
Man kann nur noch auf weitere Perlen dieser Art hoffen…
Jürgen Seibold/14.08.05

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