Thomas Thiemeyer: Nebra

c 2009 by Knaur Verlag
ca. 509 Seiten / € 19,95

COVER:

Mitten in Deutschland steht ein Berg, um den sich seit Urzeiten Mythen und Legenden ranken: der Brocken im Harz. In der Bronzezeit bekannt als heiliger Berg des Nordens, galt er im Mittelalter als Heimstatt des Teufels, als Versammlungsort von Hexen und Zauberwesen. Heute scheint die Walpurgisnacht auf dem Brocken nicht mehr als ein folkloristisches Spektakel…

…das sich auch die Archäologin Hannah Peters nicht entgehen lassen wird. Zuvor noch im Herzen der Sahara dem gefährlichen “Auge der Medusa” auf der Spur, ist sie nun mit einem neuen Auftrag zurück in Deutschland: Sie soll der Himmelsscheibe von Nebra, die als die erste astronomische Darstellung der Menschheit gilt, ihr faszinierendes Geheimnis entreißen. Und kommt dabei keinen Schritt weiter. Als Hannah einem Mann begegnet, der den Harz wie seine Westentasche kennt, scheint sie ihrem Ziel ein gutes Stück näher. Doch dann ist die Scheibe plötzlich unauffindbar. Seltsame Himmelserscheinungen verwirren die Menschen, Schneestürme verwüsten das frühlingsgrüne Land. Unwiderruflich wird Hannah hineingezogen in die Machenschaften eines dunklen Zirkels, dessen Ziele ihr völlig unklar sind. Doch sie ahnt: Alles läuft auf Walpurgis zu – eine Walpurgisnacht, die niemals enden wird, wenn Hannah nicht das Undenkbare wagt…

REZENSION:

Als ich das neueste Werk Thomas Thiemeyer-Werk namens „Nebra“ erhielt, war ich einerseits erfreut – konnte mich doch der Autor bisher mehr als überzeugen – andererseits hatte ich noch im Hinterkopf, bereits vor einiger Zeit einen Wälzer über die sagenumwobene Himmelsscheibe von Nebra gelesen zu haben. Meine Gehirnwindungen hatten auch recht und es handelte sich dabei um einen sehr dicken Roman eines sehr namhaften deutschen Autors, dessen Lektüre ich jedoch unbefriedigt nach der Hälfte zur Seite legen musste. Zu sehr verstrickte sich dieser in seiner Erzählung, ohne den Leser dabei an der Hand zu nehmen.
Nun wollen wir aber nicht über Vergangenes reden und es besteht ja die Hoffnung, dass Thomas Thiemeyer dieses Thema gänzlich anders anzugehen versteht.
Meine Hoffnung trügte auch nicht – im Gegensatz zu dem besagten Buch bleibt Thiemeyer in der heutigen Zeit und lässt den Leser an einer abenteuerlichen Jagd teilhaben, die auch unzählige mystische Anleihen in sich trägt.
Es spitzt sich alles während der Walpurgisnacht auf dem Brocken im Harz zu und man ist schier überwältigt von dem Ideenreichtum des Autors.
Im Gegensatz zu seinen bisherigen Werken konnte mich „Nebra“ jedoch nur zu zwei Drittel überzeugen (gemessen an den Seitenzahlen) – viel zu sehr werden zum Ende hin mystische Themen eingebaut, deren Überzeugungskraft ein klein wenig gefehlt haben.
Nichts desto trotz ist Thiemeyer erneut ein sehr spannender, gut zu lesender Abenteuerroman gelungen, der sich zwar nicht auf der Höhe seiner bisherigen Werke befindet, aber trotzdem als gelungener Zeitvertreib zu verstehen ist.
Für mich persönlich bleiben vorerst seine drei bisherigen Werke (Medusa / Reptilia / Magma) noch unerreichbar und ich schlage jedem Leser vor, mit einem dieser Bücher zu beginnen – dann kann man auch getrost mal ein Auge zudrücken, wenn man vom vorliegenden Buch nicht ganz so überzeugt sein sollte, da in Thiemeyer ungeheures Potenzial steckt und er sicherlich noch vieles vor seinen Lesern ausbreiten möchte.
Jürgen Seibold / 04.09.2009

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