Robert Finn: Tribut

Originaltitel: Adept (Snowbooks Ltd., London 2004)
Übersetzung: Sophie Zeitz
c 2004 Robert Finn
Deutsche Erstausgabe März 2007
c der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 415 Seiten / € 9,90

COVER:

Wenn ein hartgesottener Versicherungsdetektiv und eine spröde Wissenschaftlerin auf die Jagd nach einem mächtigen chinesischen Amulett gehen, das übernatürliche Fähigkeiten verleiht und das zugleich so geheim ist, dass es nicht mal Zeichnungen davon gibt, dann ist das nicht nur ein gefährliches Abenteuer, sondern auch ein subtiler Spaß. Ausgangspunkt ist ein ungewöhnlich brutaler Einbruch in einem Londoner Büro, bei dem zwei Täter tot zurückbleiben, während der dritte auf rätselhafte Weise entkommt. Es geht um ein geheimnisvolles Vermächtnis, das uralte Rituale beschreibt… David und Susan riskieren ihr Leben bei dem Versuch, das gestohlene Amulett wiederzubeschaffen, denn die Beraubten sind höchst bedrohliche Männer, die nicht mit sich spaßen lassen. “Eine geglückte Verbindung von Krimi und okkultem Thriller – eine britische Variante von >Sakrileg<” (Andrew Taylor)

Robert Finn hat die meiste Zeit seines Lebens in London gelebt und wechselt jetzt zwischen England und Amerika hin und her. Schriftsteller wurde er unter anderem, um seine todschicken, teuren Laptops zu rechtfertigen. Nach allgemeiner Ansicht weiß er verblüffend viel über eine Menge scheinbar nciht so wichtiger Dinge.

REZENSION:

Es gibt in der heutigen Zeit eine schier unglaubliche Menge an Mystery-Romanen – allen voran natürlich ein gern genannte Blockbuster wie Dan Browns Sakrileg, welches immer wieder als Bezug genannt wird. Bei Robert Finn’s Buch “Tribut” ist dies in der Buchbeschreibung erneut geschehen – was diesem Buch aber absolut nicht gerecht wird: Viel zu unterschiedlich scheinen mir die Ansprüche dieser nicht vergleichbaren Werke.
Ich denke, Robert Finn ging es einfach nur um Unterhaltung, ohne irgendjemandem vor den Kopf zu stoßen oder durch dubiose Theorien anzugreifen. Anders lässt es sich nicht erklären, daß er sich einen Mystery- und Verschwörungsthriller um ein antikes Amulett mit übernatürlichen Kräften einfallen lässt, der gänzlich ohne kirchliche oder andere wohl bekannte Institutionen auskommt.
Er bleibt nicht mal dabei, sondern verlässt auch noch den üblichen und mittlerweile sehr ausgetretenen Pfad und bietet dem Leser darüber hinaus auch noch Heilkräfte und telekinetische Fähigkeiten – bis hin zur Magie an.
Dadurch befindet man sich in einem Plot, der in den ersten 30 Seiten Luft zu holen scheint, um dann in den restlichen 380 Seiten den Leser luftanhaltend von einer rastlosen Begebenheit zur anderen hetzen zu lassen.
Robert Finn vergisst dabei nicht den nötigen Witz sowie den gekonnten Einbau von hochwertigen und überzeugenden Spannungselementen. Man sollte lediglich die Geschichte nicht zu ernst nehmen: Viel zu kurios sind die unnatürlichen Elemente.
Lässt man sich jedoch als Leser fallen, erlebt man einen absolut genialen, unterhaltsamen, gut durchdachten, sehr spannenden und ironischen Thriller, wie es ihn schon sehr lange nicht mehr gegeben hat.
Somit für mich ein unanfechtbarer Monatstipp, der für einige atemberaubende Lesestunden sorgen kann.
Jürgen Seibold/02.06.2007

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