Rebecca Gablé: Das Spiel der Könige

Verlag: Bastei Lübbe; 10,99 €
Deutsche Erstausgabe © 2007

COVER:

„In diesen Zeiten wird man unversehens zum Verräter. Oft unfreiwillig und schneller, als man es begreifen kann. Alles ist in Bewegung; nichts hat mehr Gültigkeit. Und es gibt niemanden, dem du noch trauen kannst …“
England 1455: Der Bruderkrieg zwischen Lancaster und York um den englischen Thron macht den achtzehnjährigen Julian unverhofft zum Earl of Waringham. Als mit Edward IV. der erste König des Hauses York die Krone erringt, brechen für Julian schwere Zeiten an. Obwohl er ahnt, dass Edward seinem Land ein guter König sein könnte, schließt er sich dem lancastrianischen Widerstand unter der entthronten Königin Marguerite an, denn sie hat ihre ganz eigenen Methodenen, sich seiner Vasallentreue zu versichern. Und die Tatsache, dass seine Zwillingsschwester eine gesuchte Verbrecherin ist, macht Julian verwundbar …

REZENSION:

Nach „Die Hüter der Rose“ und „“Das Lächeln der Fortuna“ ist „Das Spiel der Könige“ der dritte Roman von Rebecca Gablé, in dem die Hauptfiguren zur fiktiven Familie Waringham gehören. Auch wenn diese Familie nur der Fantasie einer brillanten Romanautorin entsprungen ist, kann sie so oder so ähnlich dennoch existiert haben.
Wie in allen vorherigen Romanen von Rebecca Gablé wird auch hier das Leben von Julian von der Jugend bis ins (für damalige Verhältnisse) hohe Alter erzählt, neu ist allerdings, dass seine Schwester Blanche ebenfalls im Vordergrund steht. Als Earl bewegen sich Julian und seine Angehörigen in den Kreisen des englischen Hochadels und im Freundeskreis des Königs und genießen deren Vertrauen.
In vielen bunten Facetten werden alle Figuren dargestellt, jeder Charakter ist so vielschichtig, wie Menschen nun einmal sind. Der Spagat zwischen geschichtlichen Fakten und Fiktion ist Rebecca Gablé wieder einmal vortrefflich gelungen. Dabei ist das Kapitel der „Rosenkriege“ eine besonders dunkle Zeit in der englischen Geschichte, voller blutiger Schlachten, grausamer und despotischer Edelleute, die auch vor Mord am König und dem Kronprinzen nicht zurück schreckten.
Julians Hauptproblem besteht darin, seinen eigenen Weg zu finden, sich nicht in blutige Intrigen verwickeln zu lassen. Dabei muss er auch Bündnisse mit Personen eingehen, die er verachtet, und den „Thronräuber“ zum Feind erklären, obwohl er ihn als Mensch schätzt.
Was ich persönlich recht anstrengend fand, waren die Ausführungen über Verwandtschaftsverhältnisse – in einer Zeit, in der es normal war, dass eine Witwe oder ein Witwer erneut heiratete, dass Edelleute mit ihren Konkubinen aus Adelshäusern Kinder hatten und dass Ehen zwischen Cousin und Cousine erlaubt war. Dadurch waren die Adligen irgendwie alle untereinander verwandt, und die Namen Richard, Edward und Henry beziehungsweise Anne und Marguerite häufen sich in erschreckender Art und Weise.
Dennoch ein absolutes „Muss“ für alle Fans von historischen Romanen!
Diana Becker für hysterika / 15.04.2010

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