Poul Anderson: Das zerbrochene Schwert

Originaltitel: The Broken Sword
Übersetzung: Rosemarie Hundertmarck
c 1971 Poul Anderson
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2005 Piper Verlag GmbH, München
303 Seiten

COVER:

In einem mythischen Zeitalter wird der Menschensohn Skafloc von den Elfen großgezogen. Gemäß einer alten Prophezeiung ist er als Einziger in der Lage, das legendäre zerbrochene Schwert wieder zusammenzufügen. Und nur er kann die Waffe schwingen, die im Krieg der Elfen gegen die Trolle die Entscheidung bringen soll. Doch durch den Gebrauch des Schwerts erfüllt sich ein tragisches Schicksal…
Zeitgleich mit “Der Herr der Ringe” erschienen, gilt “Das zerbrochene Schwert” als das düstere Gegenstück zu Tolkiens Werk. Meisterhaft verarbeitet Poul Anderson die Sagen und Mythen des Nordens zu einem fesselnden und sprachlich dichten Fantasy-Epos.

Poul Anderson, geboren 1926 in Bristol, Pennsylvania, und dort 2001 verstorben, zählt zu den beliebtesten und bedeutendsten phantastischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Der Sohn skandinavischer Einwanderer studierte Physik und schloss die Universität mit Auszeichnung ab. Fortan widmete er sich dem Schreiben und gewann während seiner fünfzig Jahre überdauernden Schriftsteller-Karriere unzählige Preise. Die nordische Sagenwelt faszinierte Anderson von Beginn an und übte großen Einfluss auf sein Werk aus.

REZENSION:

“Das zerbrochene Schwert” von Poul Anderson erschien erstmals 1954 – somit im selben Jahr, in dem der erste Herr-der-Ringe-Band ‘Die Gefährten’ von J.R.R. Tolkien das Licht der Welt erblickte.
Beide Werke arbeiten mit ziemlich ähnlichen Figuren und Themen. Während jedoch Tolkien eine absolut eigenständige Welt erschuf, legte Poul Anderson seine Elfen und Trolle in uns bekannte Gefilde, wie z.B. England.
Während bei Tolkien ein über 1000-seitiges Werk entstand, ein Volumen dem viele spätere Fantasy-Autoren manchmal erfolgreich – manchmal verzweifelt hinterherlaufen, beweist Poul Anderson die Unnötigkeit eines heutzutage oft unnütz aufgeblasenen Werkes (was nicht heißen soll, daß “Der Herr der Ringe” aufgeblasen wäre!!!).
“Das zerbrochene Schwert” ergiest sich über lediglich 303 Seiten, womit man zwar das gefühl hat, es könnte ruhig noch mehr sein, aber Poul Anderson hat damit absolut einwandfrei erzählt was er erzählen wollte.
Im Gegensatz zu Tolkien geht Anderson ein wenig düsterer und brutaler zur Sache und mangels meiner Kenntnis über ältere Fantasyromane dieser Art ist “Das zerbrochene Schwert” sicherlich einer der Begründer des Dark-Fantasy-Genres.
Grundsätzlich sei dieses Buch neben jedem Tolkien-Leser auch jedem Fantasyfan an sich uneingeschränkt ans Herz zu legen.
Meiner Meinung nach sollten sich noch viel mehr Fantasy-Autoren daran versuchen, eine Geschichte trotz der für das Genre doch recht geringen Seitenzahl zu erschaffen, die trotzdem oder gerade deshalb voller Spannung, Dichte, detaillierter Zeichnung und Glaubwürdigkeit steckt.
Jürgen Seibold/16.10.05

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