Peter Berling: Franziskus oder Das zweite Memorandum

Bastei Lübbe 1999 (4.Auflage)

COVER:

Giovanni Bernardone wurde 1181 als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie in Assisi geboren. Nach einer schweren Krankheit, die ihn an den Rand des Todes brachte, wandte er sich vom weltlichen Leben ab, pflegte die Aussätzigen seiner Vaterstadt und führte ein Bettlerleben. Als Franziskus von Assisi und Ordensgründer wurde er 1228, zwei Jahre nach seinem Tod, heiliggesprochen.

Dem Autor ist im Wechselspiel zwischen dem Heiligen und seinem Bischof Guido II. von Assisi (1204-1228) eine lebendige Darstellung des Hohen Mittelalters gelungen, dessen Bogen sich von den Ketzerbewegungen bis zu den Kreuzzügen, von praller Lebenslust zu inbrünstigem Glauben und fanatischer Askese spannt.

REZENSION:

Dieses Buch von Peter Berling hinterlässt unterschiedliche Empfindungen. Einerseits ist es unwahrscheinlich interessant – andererseits aber durch die Briefform sehr schwer zu lesen. Wer sich für das Leben des Franziskus interessiert, kommt trotzdem an diesem Buch nicht vorbei. Man sei jedoch gewarnt, da es teilweise wie ein Geschichtsbuch anmutet, d.h. es ist leidlich spannend, manchmal langweilig und trotzdem zeitweise sehr interessant. Sollte man jedoch einen klassichen Roman erwarten, wird man von diesem Werk sicherlich enttäuscht – stellt sich auch die Frage, ob eine “klassische” Romanform nicht geeigneter gewesen wäre als diese “hinterlegten” Dokumente der Protagonisten. Die Randbemerkungen lenken stark vom eigentlichen Text ab, sind aber teilweise doch recht interessant. Über die Abkürzungen am Seitenrand muss man hinwegsehen, da man sonst die “Übersetzung” im Anhang sucht und somit vom Text noch mehr abgelenkt wird.
Positiv ist, daß Berling seinen Bogen immer weiter spannt – immerhin ist Franziskus ein frühes Werk und führt einen schon an die Personen der folgenden Gral-Bücher heran. (Die erheblich besser geschrieben sind)
Alles in allem ein zwiespältiges Werk, da interessant und doch schwer, bzw. von spannend bis langweilig reicht.
Jürgen Seibold/10.05.04

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