Oisín McGann: Im Namen der Götter

Originaltitel: The Gods and their Machines
Aus dem Englischen von Irene Bonhorst.
Deutsche Erstausgabe November 2006
c der deutschsprachigen Ausgabe: 2006 Piper Verlag GmbH, München
ca. 314 Seiten / € 8,95

COVER:

Oisín McGann legt mit diesem Roman einen hoch brisanten Fantasy-Thriller vor, in dem zwei Welten aufeinander prallen: Der Albtraum des jungen Chamus beginnt, als er ein Massaker überlebt. Selbstmordattentäter des benachbarten Bartokhrin terrorisieren seine Heimat Altima und machen das Leben dort zu einer ständigen Gefahr. Als Chamus nach einem Flug im Feindgebiet notlanden muss, wird er von dem rebellischen Mädchen Rhiadni entdeckt. Diese verrät ihn an die Terrorgruppe Hadram Cassal. Für sie sind die Männer heldenhaft und mutig, stets bereit, für ihr Land zu sterben. Doch als sie den völlig unschuldigen Chamus töten wollen, erkennt sie, dass ihr Volk den falschen Weg geht. Sie befreit Chamus aus der Todesgefahr, und eine Hetzjagd durch die Wälder Bartokhrins beginnt.

Oisín McGann, geboren 1973, verbrachte seine Kindheit in Dublin und Drogheda. Seine künstlerische Laufbahn begann er mit sechs Jahren. Heute arbeitet er als freier Illustrator und Künstler in den Bereichen Verlagswesen, Design, Werbung und Filmanimation in England und Irland. “Im Namen der Götter” ist sein sensationelles Debüt, das in den USA und Großbritannien ein Überraschungserfolg wurde.

REZENSION:

“Im Namen der Götter” von Oisin McGann wird vom Piper Verlag in der Reihe Phantasy vertrieben. Dieses Buch sollte jedoch nicht in irgendwelche Schubladen eingeordnet werden, da es meiner Meinung nach erheblich mehr Leser als eine reine Genreklientel verdient hat.
Oisin McGann legt eine fast typische Gut-Böse-Geschichte vor – er schafft es aber erfreulicherweise nicht nur zu polarisieren, sondern beide Blickwinkel gut zu beleuchten und dem Leser somit viel eigenen Entscheidungsspielraum zur Hand zu geben.
Grundsätzlich entwickelt sich seine eingängig und leserfreundlich dargelegte Erzählung mehr und mehr zu einer Metapher, die den Leser gedanklich zu Begebenheiten des aktuellen Zeitgeschehens führt. Man könnte die beiden Kontrahenten-Orte jederzeit gegen echte Länder austauschen (Man denke nur an Amerika und die “Achse des Bösen”).
Es handelt sich in seinem Roman um die klassischen und leider zu oft vorkommenden Racheaktionen, die sich über so viele Jahre hinziehen, dass eigentlich keiner mehr weiß, woher denn der Ursprung der Fehde kam.
Das einzig “unechte” in seinem Buch sind die künstlichen Ortsnamen – alles andere wird von ihm mit typischen “Gegenwartssachen” erzählt. Aus diesem Grund bin ich auch gegen die Fantasy-Schublade und ich kann mich nur wiederholen: Dieses absolut spannende und überzeugend erzählte Buch führt nebenbei zum Nachdenken und sollte sich somit vor jedem Leser ausbreiten – es wird ihn nicht enttäuschen.
Jürgen Seibold/05.12.2006

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