Maxime Chattam: Alterra – Die Gemeinschaft der Drei

Originaltitel: Autre Monde, L’Alliance des Trios
Aus dem Französischen von Maximilian Stadler und Nadine Püschel
c 2008 by Editions Albin Michel
c 2009 der deutschsprachigen Ausgabe by PAN Verlag.
ca. 390 Seiten / € 16,95

COVER:

Niemand sah ihn kommen, plötzlich war er über der Stadt: ein unheimlicher, eisig kalter Sturm. Als der 14-jährige Matt die blauen Blitze bemerkt, will er seine Eltern warnen – doch zu spät: Matt wird von einem Blitz getroffen und verliert das Bewusstsein. Als er wieder aufwacht, ist er allein. Seine Eltern sind verschwunden, ebenso die Nachbarn und die Menschen auf den Straßen … Was ist geschehen?
Zusammen mit seinem Freund Tobias macht sich Matt auf die Suche nach weiteren Überlebenden. New York wirkt menschenleer – doch sie sind keineswegs ganz allein: Seltsame Wesen mit gleißenden Augen jagen sie, und ihnen bleibt nur die Flucht aus der Stadt.
Die Welt, die Matt und Tobias nun betreten, ist gefährlich und wild geworden. Zuflucht finden sie schließlich auf einer abgelegenen Insel im Westen, bei einer Gruppe von Kindern, die sich “Die Pans” nennen. Und Ambre, ein ebenso schönes wie kluges Mädchen, wird den Jungen schnell zu einer unverzichtbaren Freundin.
Als “Die Gemeinschaft der Drei” wollen sie sich den Gefahren der neuen Welt stellen und die Pan-Gemeinschaft vor dem Untergang retten. Denn vom Norden aus nähert sich ein bedrohlicher Schatten, und die einzigen Erwachsenen, auf die die Kinder noch stoßen, sind zu Kinderjägern geworden …

REZENSION:

Maxime Chattam eröffnet mit „Alterra“ den neu gegründeten PAN-Verlag, der sich unter der Hoheit von Knaur wohl in erster Linie um die fantastischen Seiten der Literatur kümmern wird. Hierbei liegt der Fokus auf die jugendliche Klientel – dies jedoch in einer Wertigkeit, die sicherlich auch jeden erwachsenen Freund der fantastischen Leseecke uneingeschränkt überzeugen kann.
Chattam lässt in seinem Buch fast die ganze Welt draufgehen – durch einen Sturm mit dazugehörigen, zielgerichteten Blitzen werden fast alle Erwachsenen von der Erdoberfläche getilgt. Lediglich Kinder und Jugendliche bleiben von diesem ersten Schub verschont. Diese müssen sich nun den folgenden Gefahren stellen und nebenbei zeigen, dass sie für die weitere Zukunft unseres Planeten verantwortlich sind.
Das Buch strotzt förmlich vor Ideenreichtum und lässt sich durch die sehr eingängige und unterhaltsame Sprache wunderbar lesen. Die Kapitel sind – wie oft bei Jugendbüchern sehr häufig – relativ kurz gehalten, was unwahrscheinlich dazu verleitet, in jeder freien Minute erneut zu dem genialen Buch zu greifen. Die Geschichte ist durchsetzt mit fantastischen Elementen und kann uneingeschränkt überzeugen. Das unvermeidliche Ende des Buches klingt ein wenig nach einer möglichen Fortsetzung – und ehrlich gesagt: Ich hoffe darauf…
Anfangs macht der Autor darauf aufmerksam, dass es sich um ein Zauberbuch handelt, welches nur von Personen, die ihre Fantasie nicht verloren haben zu genießen ist – daran möchte ich mich anschließen und somit ist „Alterra“ ein vermeintliches Jugendbuch, das ohne jegliche Einschnitte ebenso für den fantasievollen Erwachsen zu empfehlen ist. Alle anderen Lebewesen, die ihre kindliche Fantasie verloren haben, sind in vielen Fällen eher zu bemitleiden und können solche interessanten Werke unter Umständen nicht vollumfänglich genießen.
Jürgen Seibold/18.01.10

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