Mary Wollstonecraft Shelley / Bram Stoker: Frankenstein / Dracula

Mary W. Shelley: Frankenstein
Titel der Originalausgabe: Frankenstein or The Modern Prometheus
Übersetzungaus dem Englischen von Friedrich Polakovics

Bram Stoker: Dracula
Titel der Originalausgabe: Dracula
Übersetzung aus dem Englischen von Stasi Kull

c der Übersetzungen:
Carl Hanser Verlag, München/Wien 1970 bzw. 1967
Lizenzausgabe für area verlag gmbh, Erftstadt

COVER:

Sie sind die berühmtesten Figuren des Horror-Genres, sie sind Ikonen des Unheimlichen und die Helden zahlloser Filme:
Frankenstein und Dracula

Mary W. Shelleys “Frankenstein” führt uns aufs Schaurigste vor Augen, wonach sich ein vom Menschen geschaffenes Monster vergebens sehnt: nach Menschlichkeit.

In “Dracula” hat Bram Stoker den Vampirmythos um den transsilvanischen Grafen im wahrsten Sinne unsterblich gemacht und einen der berühmtesten Romane der Weltliteratur geschaffen.

Jetzt in einem Band vereint:
Die größten Klassiker des Horrorromans.

REZENSION:

Der area verlag vereint mit seiner Horrorreihe wieder einmal zwei Klassiker der schaurigen Weltliteratur. Dies auch noch in einer sehr schönen Aufmachung und trotzdem einem mehr als erschwinglichen Preis. Ich denke, an dieser Reihe kann kein echter Fan der Horrorliteratur vorübergehen. Kurz gesagt: Inhaltsunabhängig einfach zu empfehlen!!

FRANKENSTEIN
So ziemlich jeder kennt die alten Filme in denen das „Monster“ in irgendeiner Art und Weise die Haupt- oder eine Nebenrolle spielt. Jeder kennt das mordende „Monster“ und spürte bereits das gruselige Kribbeln auf der Haut.
Mary Shelleys Roman jedoch wird viel zu wenig gelesen. Dies wird leider weder dem Buch noch dem Geschöpf Frankensteins gerecht. Ich habe mir auch mal den Spaß gemacht und mehrere Personen gefragt, was sie unter Frankenstein verstehen. Die Antworten waren mir schon im Voraus klar: Jeder assoziiert damit das Monster. Die wenigsten wissen, daß Frankenstein der Wissenschaftler ist, der das einsame, traurige Geschöpf erschaffen hatte.
In Shelleys Roman wird das deutlich und man leidet förmlich mit Frankensteins Geschöpf. Dieses ist allein durch seine Einzigartigkeit und dem Umstand, ganz anders auszusehen, von einer Traurigkeit und Einsamkeit erfüllt, daß jeden Leser zum Mitfühlen und Mitleiden bringt.
Das Geschöpf wünscht sich nichts sehnlicher als einen Partner, um in Ruhe zu leben und zu lieben. Dies wird ihm jedoch von dem durch Gewissensbisse geplagten „Schöpfer“ verweigert.
Grundsätzlich ist das Geschöpf gut in seinem Wesen und sucht die Nähe und Anerkennung durch seine „Mitmenschen“. Leider wird ihm das einzig durch seine Hässlichkeit nicht erfüllt und somit steigert sich die Sehnsucht nach Liebe immer mehr zum Hass gegenüber seinem Schöpfer.
Allein dadurch wird das traurige Wesen zum Monster – Es möchte anhand seiner Rache gegen Frankenstein zeigen, wie es ist, wenn man ganz alleine in der Welt steht.
Die meisten Filme haben sich natürlich nur auf diesen mordenden Umstand gestürzt und so den Ruf des Monsters erschaffen.
Shelleys Frankenstein zeigt jedoch viel mehr Facetten und lässt sich immer noch als Wink auf die Gesellschaft verstehen – immerhin gibt es mit Sicherheit noch genug Menschen auf diesem Planeten wie dem Geschöpf Frankensteins. Allein deshalb und der eingängigen, verständlichen Schreibweise Shelleys sollte dieses Buch anstelle eines Frankenstein-Films zur Hand genommen werden.
In der klassischen Gruselsammlung darf es auf jeden Fall nicht fehlen und ist jedem Leser genreunabhängig an das Herz gelegt.
Jürgen Seibold/23.08.04

DRACULA
Bram Stoker erschuf mit Dracula einen der wichtigsten Romane seines Genres. Mehr noch: Dracula ist ein Begriff über alle Grenzen hinweg und manch einer verliert sich in Träumen voller Hoffnung und Angst nach dem ewigen Leben.
Die Geschichte wird überwiegend im Tagebuchstil erzählt, was den Eindruck einer Authentizität vermittelt, die sich durch den “echten” Augenzeugen der erzählten Zeit, nämlich Bram Stoker selbst, noch mehr verstärkt.
Dracula ist ein so nachhaltiger und richtungsweisender Roman, der mit den bekannten Mythen genauso zu spielen weiß, wie mit den Empfindungen und Sitten seiner Zeit. Bram Stoker überwand sogar Grenzen und legte dem Leser einige erotische Komponenten dar, die für seine Zeit noch sehr untypisch waren.
Die Glaubwürdigkeit geht sogar so weit, daß noch heute der Glaube an Vampire weiterlebt und die Ängste der Menschen weiterhin geschürt werden.
Selbst wenn man das Vorhandensein von Vampiren verneint bleibt doch ein kleiner Nachgeschmack: Was wäre wenn…
Jürgen Seibold/12.09.04

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