John Katzenbach: Der Täter

Originaltitel: The Shadow Man
Aus dem Amerikanischen von Anke und Eberhard Kreutzer
Deutsche Erstausgabe Februar 2010
c 1995 by John Katzenbach
c 2010 für die deutschsprachige Ausgabe bei Knaur Taschenbuch.
ca. 590 Seiten / € 9,95

COVER:

Miami 1995. Als seine Nachbarin erdrosselt aufgefunden wird, ist Detective Simon Winter klar, dass ihre Angst berechtigt war: Tags zuvor hatte die Holocaustüberlebende ihm verzweifelt berichtet, ihr sei der Schattenmann begegnet – jener Nazi-Scherge, der damals untergetauchte Juden ans Messer lieferte. Offenbar ist er zurückgekehrt, um die letzten Zeugen seiner Taten zu beseitigen. Detective Winter begibt sich auf eine lebensgefährliche Jagd.

REZENSION:

Psychothriller trifft historische Begebenheiten.
So lässt sich wohl dieses Buch am Besten beschreiben.
Beim Lesen des Klappentextes dachte ich mir: oh nein, nicht schon wieder ein Buch über den 2.Weltkrieg!
Und es ist ja nicht so als ob es sonst keine geben würde…
Dieses Buch ist allerdings komplett anders. Angefangen beim alternden Detective a.D. der sich wegen Depressionen und dem Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, umbringen will, über die  ängstliche Nachbarin, die ihn unwissentlich davon abhält, bis hin zu jenem geheimnisvollen, sagenumwobenen und doch sehr realen Schattenmann vor dem jeder Jude in Miami zittert, sind diese 600 Seiten nicht anders als spannend, genial und sehr informativ zu bezeichnen. Ich persönlich habe tatsächlich noch Neues über den Holocaust erfahren, das sogar noch sehr gut recherchiert war und ohne diesen typischen „Hetzfaktor“ den man amerikanischen Schriftstellern in diesem Zusammenhang gern unterstellt.
Ein ermittelnder dunkelhäutiger Detective, der sich in der Welt der Weißen und v.a. der fremdenfeindlichen Junkies des amerikanischen Südens durchsetzen muss.
Eine schöne und junge Staatsanwältin die sich ebenso erst einmal zu beweisen hat.
Ein alter Rabbi und eine mutige alte Dame, die beide den Holocaust überlebt haben und vom Schattenmann verfolgt werden.
Das unfreiwillige „Team“ der Protagonisten rundet oben genannter Detective a.D. ab.
Das alles klingt, als hätte sich Herr Katzenbach hier ein paar Krisenherde zu viel vorgenommen, allerdings verknüpft er die Geschichten auf sensationelle Art und Weise, so dass man nie das Gefühl hat er verliere sich im Nichts.
Das einzige kleine Manko, das ich anzuführen habe, ist die Tatsache dass in dieses Buch zu allem Überfluss noch eine Liebesgeschichte eingewoben wurde. Diese kommt mir teilweise sehr klischeehaft und meiner Meinung nach etwas überflüssig vor. Ein guter Psychothriller braucht keine  „Quotenschnulze“ um zu einem erfolgreichen Buch zu werden.
Nichtsdestotrotz ein spannendes und absolut lesenswertes Buch!
Viel Spaß beim Fingernägel kauen 🙂
Birgit Grunwald für Hysterika/16.01.2011

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