John Harvey: Schrei nicht so laut

Originaltitel: Flesh and blood
Übersetzung: Sophie Kreutzfeldt
c 2004 John Harvey
Deutsche Erstausgabe Januar 2007
c 2007 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ca. 448 Seiten / € 9,90

COVER:

Vierzehn Jahre sind vergangen, seit Susan Blacklock, eine junge Frau aus Chesterfield, spurlos verschwunden ist. Detective Frank Elder, frühzeitig pensioniert und selbst Vater einer fast erwachsenen Tochter, geht der noch immer ungeklärte Fall nicht aus dem Sinn. Er beschließt, ihn noch einmal aufzurollen.
Kaum hat er mit seinen Ermittlungen begonnen, findet die Polizei die geschundene Leiche einer jungen Frau. Hat Shane Donald, ein soeben aus der Haft entlassener Vergewaltiger und Mörder, etwas damit zu tun? Ist er vielleicht auch für Susans Verschwinden verantwortlich? Die gründlichen Nachforschungen des Detective scheinen den Täter jedenfalls zu provozieren. Bringt Elder sich selbst und seine Familie in Gefahr?

John Harvey, Jahrgang 1938, Vater dreier Kinder, lebte lange Zeit in Nottingham, bevor er nach London zog. Er war als Englischlehrer tätig und unterrichtete an der University of Nottingham Literatur und Film. Für sein umfangreiches Werk, vor allem Krimis, aber auch Kurzgeschichten und Radioadaptionen, wurde er vielfach ausgezeichnet.

REZENSION:

John Harveys Krimi/Thriller ist sehr zwiespältig zu betrachten. Einerseits ist es positiv, dass ein Autor auch mal in sehr reißerischer Manier zu überzeugen weiß – andererseits fehlt seinem Buch das gewisse Etwas, welches einem eine Geschichte noch längere Zeit im Kopf herumschwirren lässt.
Er schreibt zwar sehr atmosphärisch dicht, vergisst dabei aber ein wenig die notwendigen Spannungselemente, die bei einem ansonsten sehr reißerischem Buch noch als Tüpfelchen notwendig wären. Eine alleinige Darstellung von brutalen Elementen reicht nun mal nicht aus. Nachdem er aber mit der Darstellung seiner Grausamkeiten doch sehr authentisch und glaubhaft bleibt, wird die Geschichte sehr bedrückend und real aufgenommen.
Dadurch ist dieses Buch zumindest teilweise empfehlenswert – aber sicherlich kein außergewöhnliches Werk.
Jürgen Seibold/02.06.2007

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