Ina-Marie Cassens: Die Heilerin von Salerno

Originalausgabe Februar 2007
c 2007 by Knaur Taschenbuch
ca. 573 Seiten / €8,95

COVER:

Salerno im 11. Jahrhundert: Hier hat sich die junge Trota dank ihrer medizinischen Erfahrungen, die sie im Harem von Messina gesammelt hat, einen Namen als Ärztin erworben. Doch ihr Ruhm bleibt nicht unangefochten: Man neidet ihr ihre Stellung, die für eine Frau ihrer Zeit ungewöhnlich ist, und wirft ihr sogar schwarze Magie vor. Zudem leidet ihr geliebter Sohn unter einer schweren Krankheit, die nur durch eine geheimnisvolle Medizin gelindert werden kann. Diese aber kann ihr nur einer beschaffen: der muslimische Gelehrte und Kräuterhändler Halifa, den sie einst in Messina kennen und lieben lernte…

REZENSION:

Ina-Marie Cassens erzählt in “Die Heilerin von Salerno” über die erste Frauenärztin im 11. Jahrhundert. Allein die Zeit spricht schon dafür, dass die junge Trota mit den unterschiedlichsten Problemen zu kämpfen hat.
Ina-Marie Cassens beschreibt dies in ihrem Roman absolut detailverliebt, sehr gut recherchiert und historisch fundiert. Sie versäumt es dabei auch glücklicherweise nicht, die damals verwendeten Heilverfahren sehr lebendig darzulegen und man kann dadurch sehr gut an den früheren Methoden – neben dem Lerneffekt – teilhaben.
Ihre Schreibweise ist sehr glaubwürdig in der Darstellung der Zeit und trotzdem unterhaltsam und eingängig. Leider trägt sie im folgenden Lauf der Geschichte dramaturgisch etwas zu dick auf und dadurch wird die grundsätzlich sehr interessante Geschichte in der Handlung etwas unglaubwürdiger und langatmiger.
Diese teilweise etwas unrealistischen Szenen hätte die Autorin einfach weglassen oder in einer anderen Art erzählen sollen – dann könnte man dieses Buch ohne weiteres in einem Atemzug mit den Größen der historischen Romane nennen.
Nachdem dies jedoch nicht der Fall ist, bleibt trotzdem ein sehr lebendiger Roman, der bildhaft und detailliert über die Orte und die damalige Zeit berichtet und nebenbei einen extrem starken Einblick in die Medizin des 11. Jahrhunderts gibt.
Jürgen Seibold/02.06.2007

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