Gisbert Haefs: Alexander der Grosse

Coverbild: Heyne-Verlag (ISBN 3453866630)
Vorliegendes Exemplar: Sonderausgabe mit den beiden zuvor im Haffmans Verlag erschienenen Bänden Alexander “Hellas” und Alexander “Asien”
Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1998
c 1992, 1993, 1995, 1997 by Gisbert Haefs

COVER:

Nach seinem großen Karthago-Roman Hannibal legt Gisbert Haefs den gewaltigen Weltreich-Roman Alexander vor: die farbenprächtige, lebendige Auferstehung der Antike.
Der erste Teil umspannt die Zeit von der Einigung Griechenlands unter Alexanders Vater Philipp II. bis zur Meerfahrt des jungen Königs über den Hellespont. Der zweite Teil führt von der Schlacht am Granikos zur Eroberung und Neuordnung des ersten Weltreichs der Weltgeschichte, das ein Zusammenleben vieler Völker unter einem Gesetz möglich machte: Perser, Ägypter, Babylonier, Araber, Inder, Griechen, Makedonier hatten unter Alexanders Herrschaft gleiche Rechte und gleiche Chancen. Der große Roman verleiht einem Lidschlag der Historie, einer menschgewordenen Utopie, anschauliche Gegenwart.

GISBERT HAEFS
Alexander der Große

“Gisbert Haefs hatte schon einen historischen Roman über Hannibal vorgelegt. Dieser erweist sich nun als Probestück, dem ein Meisterwerk in der gleichen Art gefolgt ist.”
Jürgen Busche/Süddeutsche Zeitung

“Haefs’ Antike ist kein glatter Marmor, sie lebt, frißt, grölt, lacht, liebt und verreckt. Sie lebt auch literarisch.
‘Alexander’ ist ein veritabler Spionageroman, ein Politthriller, Schlachtengemälde, Helden_Epos und Schelmenstück, Parodie auf antike Chroniken, selbst antike Chronik, wundersames Mysterienspiel, philosophischer Diskurs, Reisebeschreibung und anderes, oft ironisch gebrochen, mit Anspielungen von Schiller bis Asterix durchsetzt. Aber beileibe kein unernster Bilderbogen für kindliche Gemüter.
Denn es ist durchaus eine ernsthafte Intention von Haefs, die Antike, deren Wahrnehmung oft von mythischer Verklärung verstellt ist, plausibel zu machen. Dementsprechend enorm ist auch der Recherche-Aufwand, der beispielsweise zum Thema antike Musik etliches Neues zu sagen hat oder die zukünftige Historiographie überzeugend korrigieren kann und eine Detailgenauigkeit erzeugt, die erstaunlich ist.”
Thomas Wörtche/Frankfurter Rundschau

“Antikes Leben wird anschaulich. Selbst kritisch gestimmte Wissenschaftler, die Haefs’ aristotelischer Geschichtssicht die Zustimmung wahrscheinlich versagen, werden ihren respekt nicht verweigern.”
Rudolf Pförtner/Die Welt

GISBERT HAEFS (sprich: Haafs), geboren am 9.1.1950 in Wachtendonk am Niederrhein; studierte Anglistik und Romanistik, war während des Studiums Komponist, Chansonnier und Kneipier; lebt als Autor, Übersetzer und Herausgeber in Bad Godesberg.

REZENSION:

Gisbert Haefs Werk lag nun schon 10 Jahre in meinem Bücherregal und staubte vor sich hin. Vor ungefähr 6 Jahren nahm ich es mal in die Hand und begann eher zögerlich mit der Lektüre. Irgendwie kam ich jedoch nicht rein und legte es wieder in das besagte Regal.
Nun, im Jahre 2009 fiel es mir wieder in die Hände und mein Gefühl sagte mir, es wäre nun an der richtigen Zeit.
Den Fehler des Beiseitelegens bereute ich nun mehr als stark – konnte mich doch tatsächlich dieser knapp tausendseitige Wälzer durch und durch überzeugen.
Haefs erschafft ein Bildnis, das durchgehend stimmig ist und diese verwirrende Zeit der alten Griechen farbenfroh mit allen Ecken und Kanten vor dem Leser ausbreitet. Man fühlt sich beinahe als stiller Beobachter einer Zeit, die voller Intrigen, Machtkämpfe, Dreck, Wein, Hurerei steckt und man ist fasziniert ob der detailreichen Fülle eines Autors, der sich meiner Meinung nach noch erheblich mehr solchen Personen widmen sollte.
Der Großteil der Protagonisten ist historisch gesichert, ironischerweise habe ich eine nicht reale Person ins Herz geschlossen: den Khitaristen Dymas, der als Musiker diversen Spionagetätigkeiten nachkommt und mich einfach überzeugen konnte. Selbst der mir lediglich als trockener Schulstoff bekannt gewordene Aristoteles fand seinen Weg in meine Gehirnwindungen – und wenn dieser Philosoph nur annähernd so gewesen sein sollte, wie dargestellt, dann war Aristoteles ein verdammt “cooler Typ”.
Sicherlich werden einige Historiker die Haare raufen – jedoch schaffen es diese leider selten, geschichtliche Hintergründe und Begebenheiten so lebendig darzustellen, wie es Haefs im vorliegenden Buch macht.
Warum nur ist Geschichte oft so trocken und ein Abzählen von Daten (“333 vor Issos Keilerei”) – es geht doch auch ganz anders!
Jürgen Seibold / 01.09.2009

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