Ditte und Giovanni Bandini: Das Zwergenbuch

c 2004: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München
Originalausgabe November 2004

COVER:

Sie sind wachsam, fleißig, in vielerlei Handwerkskünsten bewandert, gerecht, strebsam, mutig und treu – doch leider auch äußerst empfindlich, rachsüchtig und auf Unfug bedacht. Zudem sind sie meist (Verzeihung!) “ziemlich” hässlich, so alt wie der Böhmerwald und recht mäkelig, was das Essen angeht: So mögen sie ihren Brei mit einem Klacks Butter “obendrauf” und nicht etwa “darin”; außerdem hassen sie Kümmel und alles Neumodische.
Diesen und vielen weiteren Eigenheiten der kleinen Wichte spüren Ditte und Giovanni Bandini auf bewährt gründliche wie witzige Weise nach. Darüber hinaus beantworten sie die Frage, ob (und wenn ja inwiefern) Kobolde, Heinzelmännchen und Klabautermänner zu den Zwergen zu rechnen sind – bzw. worin sie sich von diesen unterscheiden – und wieso sie einerseits sämtlich aus unseren Breiten verschwunden zu sein scheinen, andererseits noch immer so viele Vorgärten, Schreibtische und Köpfe bevölkern.

Ditte Bandini, geboren 1956, studierte Religionsgeschichte, Indologie und Ethnologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.

Giovanni Bandini, geboren 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet seit 1987 als freier Übersetzer.

Bei dtv ist von Ditte und Giovanni Bandini zuletzt erschienen: “Das Buch der Elfen und Feen”.

REZENSION:

Ditte und Giovanni Bandini beleuchten in ihrem Werk „Das Zwergenbuch“ die Geschichte und Entstehung der Mythen, Märchen, Sagen und Legenden der Zwerge aus beinahe wissenschaftlicher Sicht. Aus diesem Grund wechselt das Buch von trockenen Beschreibungen zu interessanten Erkenntnissen und ist gespickt mit vielen Zitaten und Erzählungen aus der Literatur oder der Geschichte.
Sie betrachten ihre Zwerge über einen beinahe unbegreifbaren Horizont: Sie greifen die Edda genauso auf, wie die griechische Mythologie und scheuen auch nicht davor, ihre wissenschaftliche Betrachtung auf die geliebt/gehassten Gartenzwerge auszuweiten.
Somit ist ein Werk für all jene entstanden, die über das „normale“ Lesen von Märchen und Fantasy hinausgehen möchten in die realen Ursprünge der sehr oft vorkommenden Zwergenwesen unserer Geschichte.
Es ist auch sehr erstaunlich, festzustellen, in wie weit sich oft die kulturell unterschiedlichsten Mythen verschiedenster Länder und Sitten immer wieder angleichen, ähnlich sind und eigentlich nur überwiegend an das Gute im Menschen plädieren.
Ebenso ist es erstaunlich, daß sich jemand die Mühe macht, eine sehr gut recherchierte Abhandlung über erfundene (wirklich?) Fantasiegestalten zu schreiben.
Alles in allem: Sehr interessant!!
Jürgen Seibold / 25.03.05

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