Dan Wells: ich bin kein Serienkiller

Originaltitel: I Am Not A Serial Killer
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski
c Daniel A. Wells 2009
c der deutschsprachigen Ausgabe: Piper Verlag GmbH, München 2009
ca. 378 Seiten / € 12,95

COVER:

Clayton, eine Kleinstadt im Mittleren Westen der USA: Der fünfzehnjährige John will eigentlich ein ganz normaler Teenager sein, die Schule besuchen und Mädchen kennenlernen. Doch er weiß, dass in ihm ein düsteres Geheimnis schlummert. Es ist nicht nur das Interesse an Serienkillern, das sein ganzes Leben bestimmt, nicht nur seine Faszination vom Tod. Es ist die Furcht, dass er eines Tages selbst zum Killer wird. Denn John trägt ein Monster in sich. Und als unerklärliche Morde in der Stadt geschehen, muss er sich nicht nur einem dämonischen Gegner stellen, sondern auch sich selbst …

REZENSION:

Beim Lesen des Rückens von „Ich bin kein Serienkiller“ war ich sichtlich erfreut: Erstmals scheint es einen Autor zu geben, der dieses Thema in einem Thriller ganz anders angeht. Ich rechnete mit einem psychologischen Plot, in dem jemand gegen sich selbst kämpft, um sich nicht seiner Neigung hinzugeben.
Als ich nun mit dem Lesen begann, war ich Anfangs etwas enttäuscht – ist doch sein Protagonist doch tatsächlich erst 15 Jahre alt! – So jemanden kann ich mir beim besten Willen nicht wirklich als Serienmörder vorstellen (zumindest nicht in einem Buch).
Nichts desto trotz lies ich mich nicht beirren und wurde auch nicht enttäuscht:
Dan Wells baut den Charakter des 15jährigen John Wayne Cleaver unwahrscheinlich detailliert auf und lässt uns intensivst an seinen Gedanken teilhaben. Es ist sehr interessant zu erfahren, welche Probleme John als morbider Eigenbrötler zu bewältigen hat – dies geht von normalen schulischen Problemen, über Unverständnis bis zur Beziehung zu seinem Psychiater als auch zu seiner Mutter. Nebenbei lässt er diesen jungen Protagonisten im Leichenschauhaus seiner Mutter mitarbeiten, was die Stimmung nur noch verstärkt.
Das Problem des Serienkillers wird jedoch im Laufe des Buches weniger zu einem Problem von John – stellt er doch fest, dass jemand aus seiner Umgebung alle Anzeichen eines Serienkillers vorweist. Dan Wells schwenkt in diesem Augenblick von seinem Psychogramm zu einem klassischen Thriller, in dem sich sein junger Protagonist auf die Jagd nach dem Serienkiller des Dorfes macht.
Jede Seite ist absolut glaubwürdig und spannend erzählt – und das könnte es nun auch sein, wäre da nicht der Einfallsreichtum des Autors: Er möchte nicht einfach bei einem normalen Thriller bleiben, sondern noch die Kiste der mysteriösen Begebenheiten öffnen. Hier muss ich jedoch nicht dem Beschreiben aufhören, da man sonst zu viel verraten würde. Eines ist gewiss: Man darf kein Verfechter von Realismus sein, sondern es ist unabdingbar notwendig, paranormale Begebenheiten zu akzeptieren. Kann man das, wirkt auch dieses sehr spannende und abwechslungsreiche Buch.
Kurz gesagt: Ein sehr empfehlenswerter Thriller mit einem sehr interessanten Jäger und Gejagten.
Jürgen Seibold/06.10.2009

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