Cynthia Harrod-Eagles: Lügen, verdammte Lügen

Originaltitel: Blood Sinister
Deutsch von Susanne Aeckerle
Deutsche Erstausgabe August 2007
c 1999 Cynthia Harrod-Eagles
c 2007 der deutschsprachigen Ausgabe bei Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ca. 381 Seiten / 8,95 €

COVER:

Ob es wirklich ein allzu leidenschaftlicher Liebhaber war, der Phoebe Agnew, halb nackt und ans Kopfteil des Bettes gefesselt, nach einem intimen Dinner erwürgt hat? So ganz kann das Detective Inspector Slider nicht glauben. Schließlich war die als Fürsprecherin der sozial Schwachen bekannte Journalistin eine gefürchtete Frau: Oft genug hatte sie der Polizei mit ihren kritischen Artikeln eingeheizt und zudem etliche korrupte Kriminalbeamte auffliegen lassen. Sliders Leute dürfen während ihrer Ermittlungen deshalb keinerlei Zweifel an ihrer Unparteilichkeit aufkommen lassen. Keine leichte Aufgabe, zumal ihnen auch noch das Innenministerium zusetzt. EIner der Verdächtigen ist nämlich ein Regierungsbeamter: Josh Prentiss, ein alter Freund der Toten…

REZENSION:

Cynthia Harrod-Eagles legt mit der Kriminalgeschichte “Lügen, verdammte Lügen” ein genregerechtes Stück vor, das insbesondere durch den eingängigen und fließenden Schreibstil sowie den klassisch anmutenden in sich widersprechenden Zeugenaussagen zu überzeugen weiß.
In ihrer Geschichte jagt ein Lügengespinst hinter dem anderen her und man tappt als Leser dadurch sehr lange im Dunkeln – insbesondere, was die Person des Mörders betrifft: Sobald man eine Ahnung zu haben scheint, wendet sich das Blatt erneut um hundertachtzig Grad und man irrt weiterhin der echten Auflösung hinterher.
Nebenbei führt Cynthia Harrod-Eagles einen sympathischen Detective Inspector ein, dessen eigene Probleme absolut realistisch sind und ihn somit menschlich und verletzlich machen. Dadurch entsteht ein kleiner Nebenplot zum eigentlichen Kriminalfall, der sich mehr und mehr als nette zusätzliche Unterhaltung herausstellt. Harrod-Eagles Schreibweise bildet scheinbar nebenbei sehr witzige und interessante Dialoge heraus, was der Geschichte absolut gut bekommt.
Somit eigentlich ein typischer Krimi, der aber doch überzeugen kann und damit etwas heraussticht. Sehr schöne Unterhaltung!
Jürgen Seibold/05.02.2008

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