Anthologie: Fleisch und andere Appetitverderber

c 2005 der deutschsprachigen Ausgabe: Eldur Verlag, Aachen
ca. 196 Seiten

COVER:

Warnung!
Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie sich sicher sein, daß Sie einiges verkraften können. Vielleicht werden Sie hierin Dinge vorfinden, die Sie am liebsten gleich wieder vergessen möchten – aber das wird dann leider nicht mehr möglich sein.

Zehn wahnsinnige Autoren servieren Ihnen ein reiches Menu aus Sex, Blut und Tod – kurzum: Es geht um FLEISCH in jeder Hinsicht.

Psychisch labilen Persönlichkeiten wird vom Genuß abgeraten.

Zum Buch und seinen Autoren:
Kann Horror Literatur sein? Kann Horror Kunst sein? Oder endet jeder Versuch am Ende doch nur in der Aneinanderreihung billiger Schock- und Ekeleffekte?

Dieses Buch ist ein solcher Versuch eines Brückenschlages. Ein kompromisslos abstoßendes Sammelsurium kranker Phantasien, und doch von ganz eigener Ästhetik.

Der Titel ist Programm. Es geht um Fleisch. Das Fleisch des menschlichen Körpers; seine Sinnlichkeit, seine Zerbrechlichkeit, und um das, was übrig bleibt, wenn man dem Menschen seine Menschlichkeit genommen hat. Zum Bedauern, zum Entsetzen, zum Verzehr.

Zehn Autoren haben zum Entstehen dieses Werkes beigetragen. Einige von ihnen sind in gewissen Kreisen bereits Kult, wenngleich man sie dort unter anderem Namen kennt. Und so ist auch dieses Buch etwas ganz besonderes. Erstmals wurde versucht, die besten und zugleich ekligsten Horror-Kurzgeschichten dieser Leute in einem Buch zusammenzutragen. Zu einer Achterbahnfahrt der Seele – und bei empfindlichen Personen auch des Magen-Darm-Traktes.

REZENSION:

Bei diesem Buch scheiden sich mit Sicherheit die Geister. Es befinden sich hierin zehn verschiedene Autoren, deren Kurzgeschichten sich alle um das Thema “Fleisch” in jeglicher Form drehen.
Entstanden ist dabei der absolute Horror!
Die Geschichten pendeln jeweils innerhalb der unterschiedlichen Betrachtungsweisen des jeweiligen Autors: Der eine baut seine Geschichte anhand fleischlicher Gelüste auf; der andere lässt das Thema “Fleisch” um Gewalt, Tod oder schlichtem “gefressen werden” kreisen. Somit ein allumfassendes Menü, welches sämtliche Facetten des Horrors ohne jegliche Scheu und Zensierung beleuchtet und darstellt.
Ebenfalls als positiv anzumerken ist die geschickte Gratwanderung am Rande des Splatters ohne jedoch in diesen Bereich zu driften.
Bisher gab es meistens nur das eine Extrem: Splatter-Horror mit einer Aneinanderreihung von Schocksequenzen ohne jeglichen literarischen Anspruch.
In diesem Buch wurden die Geschichten durch den eldur-verlag jedoch mit sehr geschickt ausgewählt, was zur Folge hatte, dass alle Stories dieses Buches zwar brutal, unzensiert und haarsträubend sind, aber trotzdem in einer sehr hochwertigen Erzählweise vor dem Leser ausgebreitet werden. Dies wiederum sorgt natürlich dafür, daß die Geschichten beim Leser erheblich intensiver wirken – man muss schon was verkraften können.
Die Warnung am Buchrücken sollte daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden: Psychisch labile Personen sollten wirklich die Finger davon lassen. Allen hartgesottenen und trotzdem anspruchsvollen Lesern dieses Genres kann dieses Buch nur empfohlen werden!
Kurzum: Wer sich solche Geschichte ausdenkt, kann eigentlich nur wahnsinnig sein – in diesem Fall sind die Autoren jedoch auch noch wahnsinnig gut.
Jürgen Seibold/30.06.2005

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