Alan Dean Foster: Bannsänger / Die Stunde des Tors / Der Tag der Dissonanz

c 2005 by area verlag gmbh, Erftstadt, c der deutschen Übersetzung: 1986 by Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co.KG, München; 2005 by Piper Verlag GmbH, München
Titel der Originalausgaben:
Bannsänger: Spellsinger – Übersetzung: Leo P. Kreysfeld
Die Stunde des Tors: The Hour of the Gate – Übersetzung: Leo P. Kreysfeld
Der Tag der Dissonanz: The Day of Dissonance – Übersetzung: Leo P. Kreysfeld und Ralph Tegtmeier

COVER:

Die ersten drei Romane des legendären Bannsänger-Zyklus – Das abenteuerliche Fantasy-Epos von Alan Dean Foster

Jon-Tom Meriweather, netter, tagträumender Durchschnittsstudent aus Kalifornien, gerät nach dem Genuß eines Joints in eine absonderliche Parallelwelt. Durch ein magisches Mißgeschick des greisen Schildkröten-Hexers Clodsahamps wird Jon-Tom zum unfreiwilligen Gast der Welt intelligenter, rücksichtsloser Tiere – Fledermäuse, Bären, Tiger und Orang-Utans. Doch schon bald muß er sich zwischen den Welten entscheiden: Das Land wird vom Volk der Gepanzerten, grausamen Insektenwesen, überfallen, und seine Anwesenheit könnte von großem Nutzen sein. Denn eine übersinnliche Gabe schlummert in Jon-Tom: Er ist ein Bannsänger!

REZENSION:

Mit diesem über 800 Seiten dicken Wälzer zeigt der Area-Verlag eine neue Richtung, die mir bis dahin nicht bekannt war. Bisher war dieser Verlag für mich ein Garant für anspruchsvolle Horrorliteratur und zeigt nun, dass er diesen Anspruch auch im Bereich des Fantasy-Genres zu erreichen versucht.
Mit Alan Dean Fosters “Bannsänger” ist ihm das bereits gelungen:
Es beginnt alles mit einer sehr guten Idee: Ein netter junger Student – ein wenig high vom Genuss eines Joints – wird von einem Zauberer in eine andere Welt gerufen bzw. unfreiwilligerweise geholt.
Bei dem Zauberer handelt es sich um eine Schildkröte und Jon Tom stellt fest, dass in dieser Welt noch mehreres anders ist: Die Menschen sind hier in einer starken Minderheit und die restlichen “Personen” sind alles intelligente und sprechen könnende Tiere.
Entgegen der anfänglichen Annahme, das Jon-Tom aus Versehen aus seiner Welt “geklaut” worden ist, stellt sich ziemlich schnell heraus, daß er eigentlich ebenfalls ein Zauberer ist – nämlich in Form eines Bannsängers.
Dies zeigt sich, in dem Jon-Tom Lieder unserer Zeit zum Besten gibt und dadurch je nach den Texten gewisse Dinge geschehen oder Wesen gerufen werden. Nachdem jedoch die Texte und deren Eigenheiten eher in unsere Welt als in diese Welt passen, ergeben sich daraus die unvorhersehbarsten Umstände und Probleme.
In diesem Sammelband des Area-Verlages befinden sich insgesamt drei Romane um den Bannsänger:
1. Bannsänger, 2. Die Stunde des Tors und 3. Der Tag der Dissonanz.
Die ersten beiden Bände ergeben zusammen eine abgeschlossene Geschichte, in der Jon-Tom mit Hilfe seiner Freunde, dem Zauberer, dem Otter und noch einigen anderen Helfern die Welt rettet. Im dritten Band “Der Tag der Dissonanz” wird Jon-Tom von dem Zauberer in Schildkrötengestalt aufgefordert ein Medikament zu besorgen, das es nur jenseits des Glittergeistmeeres gibt und welches der Zauberer zum Bekämpfen seiner Krankheit dringend benötigt.
Nachdem die ersten beiden Geschichten und die Rettung der Welt bereits voller Ideen strotzt und für so manchen “Schenkelklopfer” zu gebrauchen ist, zeigt Alan Dean Foster meisterlich in “Der Tag der Dissonanz” zu was er eigentlich fähig ist. Man merkt sehr deutlich den Erfolg der ersten beiden Geschichten und Foster konnte wohl deshalb in dem dritten Buch ein wenig spielerischer mit seinen Protagonisten umgehen. Er schreibt voller Ironie, Seitenhieben und der Fähigkeit, Personen und Tiere ( die den Personen gleichzustellen sind) in den unterschiedlichsten Facetten und Eigenheiten darzustellen. Dies alles, ohne jemals den Witz dieser Geschichte aus den Augen zu verlieren. Sicherlich ein Zyklus, der noch viele Leser überzeugen könnte – Einfach perfekt! (Außerdem würde ich wahrscheinlich die Schildkröte erwürgen, wenn ich herausgefunden hätte, um was für ein Medikament es sich handelte, hihi…)
Jürgen Seibold / 24.04.2005

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