Dan Simmons: Die Hyperion-Gesänge

Simmons_HyperionOriginaltitel:
Hyperion
The Fall Of Hyperion
Deutsche Übersetzung von Joachim Körber
© 1989, 1990 by Dan Simmons
© 2013 der deutschsprachigen Ausgabe und der Übersetzung by Wilhelm Heyne Verlag, München
eISBN 978-3-641-10054-4
ca. 1.407 Seiten

COVER:

Auf den Spuren der Zeit

In den Weiten des Alls hat sich die Menschheit über unzählige Sonnensysteme ausgebreitet. Während technischer Fortschritt und Dekadenz Unmögliches wahr machen, suchen sechs Menschen Antwort auf die größte aller Fragen: Was ist das Leben, was ist der Tod?
Dazu begeben sie sich auf eine Pilgerfahrt nach Hyperion, wo das Shrike herrscht, ein rätselhaftes, halb organisches, halb mechanisches Wesen, der Inbegriff von Schmerz und Qual. Es bewacht die Zeitgräber, und genau dort erfüllt sich das Schicksal der Pilger – und der Menschheit in der Zukunft.

REZENSION:

Nach vielen Romanen der unterschiedlichsten Genre juckte mich es mal wieder, ein Buch zu finden, in dem man als Leser so richtig abtauchen kann. In diesem Fall konnte ich aber nicht erneut zu einem meiner Lieblingsbücher aus dem Horrorgenre greifen, da die persönliche Lust lautstark nach einem Roman aus der Welt der Science Fiction rief.
Selbst nicht sehr sattelfest in diesem Genre studierte ich diverseste Listen auf der Jagd nach einem umfangreichen und dabei auch noch möglichst herausragendem Werk.
Immer wieder stieß ich unter anderem dabei auf Frank Herberts DUNE und Dan Simmons Hyperion-Gesänge. Nun, von DUNE ließ ich mich bereits vor vielen Jahren ausreichend fesseln – somit griff ich in diesem Fall zum 1.400 Seiten-Werk Dan Simmons und versuchte mich einfach davon überraschen zu lassen.
Rein theoretisch kann man nicht wirklich von einem 1.400-seitigen Werk sprechen, da es sich bei den Hyperion-Gesängen um zwei Bücher handelt, die mit einem Abstand von lediglich einem Jahr vom Autoren veröffentlicht worden sind. Beide Werke geben sich aber nahezu nahtlos die Hand und somit lassen sie sich problemlos als ein einziges Werk lesen. Wären diese beiden nicht in diesem Doppelband, so würde einem sowieso nichts anderes übrig bleiben, als den Blick nach dem Sturz Hyperions zu widmen.
Hyperion, ein Planet am Rande eines Universums, welches von uns Menschen auf unterschiedlichsten Planeten besiedelt worden ist. Hyperion, gleichzeitig der Hort eines sagenumwobenen Wesens, welches Dreh- und Angelpunkt  einer Religion darstellt. Hyperion, der Sitz der Zeitgräber, die sich in der Zeit rückwärts bewegen und somit eines Tages von selbst öffnen werden.
Nun begleiten wir als Leser eine Gruppe unterschiedlichster Menschen, die gemeinsam aber doch aus eigenem Antrieb eine Pilgerreise auf Hyperion antreten, um zu den besagten Zeitgräbern zu kommen und daraus ihr persönliches Lebensheil zu finden oder nach persönlichen Antworten zu suchen.
Diese Pilger wiederum erzählen in der ersten Hälfte des Doppelbandes ihre jeweilige Motivation und Lebensgeschichte, mit dem Ziel, dem jeweils anderen zu erklären, warum man sich die Strapazen dieser Pilgerreise annimmt.
Die dabei erzählten Geschichten kann man als Kurzgeschichten im Roman betrachten. Jede einzelne sehr umfangreich und detailliert dargelegt. Dabei offenbart sich zu jedem Pilger der persönliche Hintergrund und wir rücken sehr nahe an die jeweilige Person heran. Mehr noch: Man lernt ihn (oder sie) auf einer sehr interessanten und persönlichen Ebene kennen.
Sämtliche dieser Geschichten konnten mich durchweg überzeugen und ich war gebannt von der erzählerischen Dichte Dan Simmons. Bereits alleine für die erste Hälfte lohnt sich der Genuß auf Hyperion.
Die zweite Hälfte (Der Sturz Hyperions) entspricht dann eher einem “normalen” Roman und lässt uns noch tiefer in die politischen Probleme dieses Zeitalters eintauchen. Die Menschheit steht vor einem Krieg gegen einen übermächtigen Gegner, die Pilgerer sind immer noch auf dem Weg und die Präsidentin dieser Weltenvereinigung befindet sich kurz vor ihrer Entmachtung.
Ein wenig hat man hier noch das Gefühl, etwas zu vermissen – war man doch vorher noch geplättet ob der psychologischen Betrachtung der pilgernden Gruppe und nun befindet man sich in einem fast als üblich zu bezeichnenden SF-Roman.
Lässt man sich dabei jedoch ein, merkt man sehr deutlich, dass alle jeweiligen Gegebenheiten zusammenhängen und in irgendeiner Art und Weise interagieren.
Dan Simmons schafft es dabei sogar noch, weit über 1.000 Seiten zu erzählen und trotzdem zum Ende hin für einen Auflösungseffekt zu sorgen, mit dem man schlichtweg nicht wirklich gerechnet hat.
Die Hyperion-Gesänge sind somit durchweg geeignet, seinen Leser einfach mal wieder gedanklich abtauchen zu lassen. Oft sehr philosophisch angehaucht, was zum Nachdenken anregt, und dennoch darüber hinaus ein Science Fiction Werk, dessen Vielzahl an verschiedenen Ebenen einem gar nichts anderes mehr übrig lässt, als von Seite zu Seite zu hasten. Eines dieser Werke, bei denen man das Ende erfahren möchte und dennoch traurig ist, dass es dann eben zu Ende ist.
Nun gut, als Nachfolgemöglichkeit gibt es ja noch Dan Simmons Endymion.
Jürgen Seibold/19.06.2016
Die Hyperion-Gesänge: Zwei Romane in einem Band – KINDLE-Edition KAUFEN BEI AMAZON

Agatha Christie: Und dann gab’s keines mehr

christie_keinesOriginaltitel: And Then There Were None
Aus dem Englischen von Sabine Deitmer
© 1939 by Agatha Christie
Für die deutschsprachige Ausgabe: © 2014 by Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
ISBN 978-3-455-17024-5

COVER:

Zehn Männer und Frauen aus ganz unterschiedlichen Kreisen bekommen eine Einladung, die sie auf eine abgeschiedene Insel vor der Küste Devons lockt. Der Gastgeber, ein gewisser U. N. Owen, bleibt unsichtbar. Erst als die Gesellschaft beim Dinner zusammensitzt, ertönt seine Stimme aus einem alten Grammophon und verheißt Unheil. Ein Gast nach dem anderen kommt zu Tode, während die Verbleibenden verzweifelt versuchen, den Mörder zu enttarnen …

REZENSION:

Agatha Christie ist sicher immer noch eine unangefochtene Königin des Krimi-Genres und nachdem ich vor vielen Jahren diese berühmte Geschichte – basierend auf dem Zählreim “Zehn kleine Negerlein” – schon mehrmals als S/W-Film als sehr interessant empfunden hatte, entschloss ich mich eines Tages zum Lesen dieses Klassikers.
Prinzipiell ist die Geschichte recht einfach aufgebaut: Sie beinhaltet 10 Protagonisten, aus unterschiedlichen Kreisen zusammen gewürfelt und doch irgendwie mit losen Fäden verbunden. Diese werden mit verschiedenen Argumenten auf eine abgeschiedene Insel gelockt. Nach und nach reduziert sich die Zahl der Gäste und somit bleibt den jeweils verbliebenen nichts weiter übrig, als im Angesicht des eigenen Todes den Mörder zu finden.
Und dann gab’s keines mehr ist eine recht kurze Geschichte der Autorin, nichts desto trotz fiebert man mit und fragt sich, wer das nächste Opfer sein wird und wer von ihnen wohl der Mörder ist.
Für eine bereits im Jahre 1939 entstandene Geschichte funktioniert sie heute noch immer erstaunlich gut und es macht eine wahre Freude, die Gäste auf Nigger Island gedanklich zu begleiten.
Mit dem Blick der heutigen Zeit merkt man sehr deutlich den Einfluss der Autorin auf aktuellere Geschichten – bis hin in das Horrorgenre, in dem auch des öfteren diverse Gruppen nach und nach dezimiert werden.
Alles in allem kann man dieses Buch trotz seines hohen Alters uneingeschränkt empfehlen, da es durchweg immer noch funktioniert und einen wahren Klassiker des Genres darstellt.
Als einzigen Negativpunkt nahm ich das Vorwort des Verlages wahr, in dem sie darauf hinweisen, dass in diesem Werk – aus heutiger Sicht – diskriminierende Wörter (das N-Wort) vorkommen, der Verlag es aber zu Gunsten der Geschichte nicht ändern wollte.
Es ist erfreulich, dass der Verlag keine Änderungen an diesen Wörtern vorgenommen hat, würde doch dabei der ganze Plot darunter leiden. Gleichzeitig finde ich es aber erschreckend, dass man sich darüber zumindest Gedanken macht und wohl den Versuch startete, das Werk auf die heutige Correctness ab zu ändern. Diese Diskussion kann man in vielen Fällen diskutieren, hat man jedoch das Entstehungsdatum vor Augen, entspricht es einfach einer anderen Zeit und Gedankenwelt und unter diesen Umständen handelt es sich um ein Kulturgut, welches – wie bei allen anderen auch – nicht geändert werden sollte.
Wenn ein Autor Geschichten aus vergangenen Zeiten erzählt oder gar – wie Agatha Christie – in einer anderen Zeit ihre Geschichten schrieb, dann kann man eventuell kurz auf das Entstehungsdatum hinweisen oder auf den historischen Sprachgebrauch, man sollte aber tunlichst Änderungen vermeiden, da wir sonst in Zukunft nur noch politisch korrekte Geschichten zu lesen imstande sein werden und dabei mehr und mehr den normalen Werdegang der Sprache verlieren werden.
Kurzum: Lasst Literatur einfach so, wie es sich der Autor während seines Schreibprozesses dachte und achtet einfach auf den Inhalt und eventuell noch auf die Entstehungszeit dieser Story. Dann sollten auch keine Diskriminierungsgedanken auftreten. Ich würde mich jedenfalls diskriminiert fühlen, wenn ich nur noch “bereinigte” Geschichten lesen dürfte.
Jürgen Seibold/19.06.2016
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HYS068 – Neros Bonsai

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Anthologie: Fleisch 3

Fleisch3© Eldur Verlag, Aachen
ISBN: 978-3-937419-20-6
ca. 216 Seiten

COVER:

Warnung!

Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie sicher sein, dass Sie einiges verkraften können. Sie könnten hierin Dinge vorfinden, die Sie am liebsten gleich wieder vergessen möchten – aber das wird dann leider nicht mehr möglich sein.

Wieder einmal servieren Ihnen deutschsprachige Horror-Autoren ein extremes Menu aus Fleisch, Blut, Sex und Tod. Der Name der Reihe ist Programm.

Psychisch labilen Persönlichkeiten wird vom Genuss abgeraten!

REZENSION:

Mit „Fleisch 3“ führt der Eldur-Verlag seine erfolgreiche Kurzgeschichtenreihe fort, die mich bereits in den beiden ersten Bänden problemlos überzeugen konnte. Wie so oft, gibt auch diese Anthologie den Autoren ein Thema vor: In Fleisch können sich die Autoren schlicht und einfach austoben.
Erneut ergab sich dabei eine außerordentlich ausgewogene Sammlung an hochwertigen Kurzgeschichten, die absolut nichts missen lassen.
Im Vergleich zu den beiden Vorgängern scheint mir Buch 3 dabei etwas tiefgehender und anspruchsvoller zu sein, da der Fokus ein wenig vom “splatterhaften” Darstellen von Handlungen weggeht und dafür die Geschichten sehr oft eine tiefere Bedeutung in sich tragen. Hierdurch muss man als Leser zwar immer noch jederzeit damit rechnen, dass urplötzlich Blut aus den Seiten tropft – darüber hinaus hinterlässt aber beinahe jede Geschichte eine dezente Moral beziehungsweise die Fragestellung, ob das Gelesene reine Fiktion sein kann oder doch möglich werden könnte.
„Fleisch 3“ ist dadurch jedoch nicht mehr so durchgehend blutrünstig wie seine Vorgänger, was sicherlich den einen oder anderen Fan dieser Reihe ein wenig abschrecken wird.
In meinen Augen ist jedoch der dritte Band mit der Beste in dieser Reihe, zeigt sich der Inhalt doch sehr unterschiedlich, ideenreich und lädt fast immer zum Nachdenken an.
Jede darin enthaltene Geschichte ist eine kleine Perle in sich. Natürlich trifft dadurch manche Story den persönlichen Geschmack etwas besser als eine andere.
Beim Schließen des Buches ist mir dennoch aufgefallen, dass sich darin kein einziger “Blindgänger” befindet. Wie gesagt: Jede Geschichte eine Perle, mal etwas größer, mal etwas kleiner, aber immer einwandfrei unterhaltend.
Die Auswahl des Herausgebers lässt absolut keine Wünsche offen – es werden Newcomer genauso berücksichtigt, wie bereits etablierte Autoren. Dabei zeigte Markus Kastenholz ein geschicktes Händchen in der Auswahl und der Reihenfolge, wodurch das Gesamtpaket nichts zu wünschen übrig lässt.
In meinen Augen immer noch eine der besten Kurzgeschichtensammlungen, die es in diesem Genre gibt und ich hoffe, dass auch in Zukunft noch genug hochwertiges Material zur Verfügung gestellt wird, damit die Reihe noch viele Folgebände aufweisen kann.
Ich werde ihr jedenfalls sehr gerne und mit großer Freude treu bleiben.
Jürgen Seibold/29.05.2016
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HYS067 – Konfliktlösungspoppen

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HYS066 – Nachdenken lohnt sich

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HYS065 – Das N-Wort

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HYS064 – Urlaub und Bücher

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Fred Ink: Wurmstichig

ink_wurmstichig©2013 Fred Ink
ca. 152 Seiten

COVER:

Etwas regt sich unter der schwäbischen Alb. Feindliche Mächte wühlen seit undenkbaren Zeiten in den Eingeweiden des Planeten. Sie trachten danach, uns zu verändern, wollen uns kontrollieren, damit wir ihrem Gott dienen. Kosmisches Grauen droht, uns alle ins Verderben zu stürzen. Und jetzt haben Dinge zu gehen gelernt, denen zu kriechen gebührt … Wurm ist alles und alles ist Wurm!

REZENSION:

Fred Inks “wurmstichig” ist nicht mehr aber auch nicht weniger als eine gelungene Hommage an H.P. Lovecraft, der sicherlich jedem Kenner des Genres ein Begriff ist.
Es gibt natürlich Autoren wie Sand am Meer, die sich an Lovecraft versuchen und dabei auch seinen Stil kopieren. Zumeist bleibt es dabei bei einer Kopie und nichts weiter. Nur selten gelingt es jemandem, den Flair Lovecrafts zu neuem Leben zu erwecken. Fred Ink ist hierbei einer davon.
Seine Geschichte könnte wahrlich der Feder Lovecrafts entsprungen sein, würde man sich nicht in unserer Zeit befinden, ist man oft geneigt, dies zu glauben.
Die Sprache ist dabei auch fast der einzige Kritikpunkt an diesem Werk. Wie auch andere, verwendet Ink den Schreibstil längst vergangener Zeiten. Die Geschichte spielt aber in unserer Zeit und dadurch stellt sich mir die Frage, ob man eine Hommage nicht auch komplett in unsere Welt heben kann – also sowohl die Handlung als auch die sprachliche Umsetzung.
Selbst Fan von Lovecraft, hatte ich kein Problem mit dieser Umsetzung. Im Gegenteil, sie gefiel mir auch sehr gut und durchweg gelungen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Fred Ink damit potenzielle Leser – vor allem Leser ohne Lovecraft-Hintergrund – unter Umständen abschrecken könnte.
Aber zurück zur Geschichte: wurmstichig ist in der Ich-Form erzählt und treibt geschickt ihrem Ende hinzu. Man fühlt sich versetzt in Lovecrafts Umgebung und merkt dann erst wieder, dass man sich in der schwäbischen Alb befindet. Lovecraft in Deutschland? Ja, es funktioniert und macht Spaß.
Kurzum: Wenn einer Geschichten im Stile Lovecrafts erzählen kann, dann ist es wohl Fred Ink. Nichts desto trotz gefällt mir auch sein eigener, persönlicher Schreibstil sehr und somit könnte sich der Autor doch auch mal an einer Lovecraftschen Story mit seinem eigenen Stempel wagen.
Meinen Segen hat er jedenfalls…
Jürgen Seibold/31.03.2016
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Markiert mit

John Sandford, Ctein: Das Objekt

sandford_objektOriginaltitel: Saturn Run
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Ingrid Hermann-Nytko
© 2015 John Sandford, Ctein
Deutschsprachige Ausgabe: © Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-97400-4
ca. 576 Seiten

COVER:

Das größte Science-Fiction-Epos seit dem internationalen Bestseller »Der Marsianer«: Es ist das Signal, auf das die Welt seit Beginn der Weltraumforschung wartet – in der Nähe des Saturns ist ein künstliches, unbekanntes Objekt gesichtet worden. Ein amerikanisches Team bricht sofort zu dem fernen Planeten auf. Doch alles auf der Reise geht schief, und noch bevor sie den Saturn erreichen, erkennen die Astronauten, dass es nahezu unmöglich sein wird, zur Erde zurückzukehren. Und auch auf zwei weitere Dinge sind sie nicht vorbereitet: auf das, was sie in dem geheimnisvollen, kilometergroßen Objekt finden. Und auf ein skrupelloses, konkurrierendes Team, das ebenfalls als erstes am Ziel sein will. Bald geht es nicht mehr nur darum, die größte Entdeckung der Menschheitsgeschichte zu bewahren. Sondern ums blanke Überleben … »Das Objekt« ist ein unnachahmlich spannender und cooler Trip in die Tiefen des Universums.

REZENSION:

In “Das Objekt” entdeckt eine Forschungsstation ein unbekanntes Objekt in der Nähe des Saturn. Unverzüglich beginnt ein Wettkampf zweier Großmächte: Auf der einen Seite die Chinesen, die ihre geplante Marsmission aufgeben, ihr Schiff für den Weg zum Saturn vorbereiten und auf der anderen Seite die Vereinigten Staaten, die ihr Schiff nahezu komplett neu bauen, später als die Chinesen damit fertig sind, dafür einen neuen, effektiveren Antrieb verwenden.
Die Geschichte befindet sich nur etwa 50 Jahre in der Zukunft, wodurch Sandford sich keine großen Gedanken über eventuelle Technologien machen muss. Er ist natürlich bezüglich des Antriebs ein wenig kreativ, aber das sei ihm im Rahmen seiner Geschichte zugestanden.
Erfreulicherweise geht Sandford nicht in die Tiefen irgendwelcher technologischen Erklärungen. Er ist zwar beim Bau des amerikanischen Schiffes ein klein wenig detailverliebt, dies hält sich aber noch in einem geeigneten Rahmen, um nicht ab zu schrecken.
Die Geschichte selbst könnte ein wenig mehr Spannung vertragen, lässt sich aber sehr schön und eingängig lesen. Wie so oft bei amerikanischen Autoren, befindet sich einiges an Pathos darin und somit ist recht schnell klar, dass die Amerikaner über allem stehen.
Den Marketing-Vergleich mit “Der Marsianer” kann man gleich vergessen – hier gibt es absolut keinerlei Gemeinsamkeiten und an den Marsianer kommt “Das Objekt” auch nicht ran.
Davon abgesehen macht “Das Objekt” aber unwahrscheinlich viel Spaß und sorgt für sehr unterhaltsame Stunden. Gleichzeitig könnte man das Buch in seinem Aufbau sogleich als Filmskript verwenden und einen schöne SF-Film daraus erstellen. Die Geschichte würde es jedenfalls hergeben.
Mir persönlich hat dieser Science-Fiction-Roman trotz seiner US-Huldigung sehr gut gefallen – ähnlich wie manche Blockbuster im Kino, bei denen man auch ein Auge ob der pro-amerikanischen Haltung zudrücken muss. Ich denke, so sind sie halt einfach und darüber kann man auch getrost hinwegsehen.
Jürgen Seibold/31.03.2016
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Michael Peinkofer: Die Ehre der Orks

peinkofer_ehreorks© Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2016
ISBN 978-3-492-97356-4
ca. 448 Seiten

COVER:

Endlich kehrt Michael Peinkofer zu seiner erfolgreichsten Saga zurück: Sie gewannen Kriege. Sie wurden zu Königen ihres Volkes. Sie beleidigten ihre Gegner. Und manchmal auch ihre Verbündeten … Die rauflustigen Brüder Balbok und Rammar haben alles erreicht, was man sich als Ork aus echtem Tod und Horn erträumen kann. Doch sie haben noch eine Rechnung offen – mit ihrer Vergangenheit. Und der unmöglichen ersten Mission, mit der all ihre Abenteuer begannen. Mit »Die Ehre der Orks« führt Michael Peinkofer erstmals in die Jugendzeit der mutigsten Krieger, die Erdwelt je gesehen hat. Balbok und Rammar waren nämlich nicht immer die, hüstl, glorreichen Helden, als die man sie auf Erdwelt kennt. Im Gegenteil, gleich bei ihrem ersten Auftrag stellen sich die Orks so ungeschickt an, dass aus einer eigentlichen kinderleichten Mission ein welterschütterndes Abenteuer wird.

REZENSION:

Michael Peinkofers Reihe um die beiden Ork-Brüder Balbok und Rammar geht nun in eine neue Runde. Nachdem scheinbar in der Gegenwart nun alles erzählt zu sein scheint, dringt der Autor in die Jugendzeit der beiden – an Stan Laurel und Oliver Hardy erinnernden – Brüder ein.
Seine ersten Romane konnten mich rundum als glücklichen Leser zurück lassen und somit stürzte ich mich auch sehr euphorisch an DIE EHRE DER ORKS.
Balbok und Rammar bleiben sich treu und sind weiterhin rauflustig, oft dilettantisch in ihrem Vorgehen und streiten weiterhin, was nur so geht.
Dies ist aber auch gleichzeitig das Problem der Geschichte, denn es findet sich kein wirklich neuer Ansatz darin. Wir befinden uns zwar in einer früheren Erzählung und ihre Mutter wurde mit eingebaut – nichts desto trotz folgt ihre Aufgabe dem gleichen Schema wie in anderen Werken. Somit findet man als Fan der beiden Brüder zwar erneut einiges zum Schmunzeln, gleichzeitig wird man aber das Gefühl nicht los, nichts neues zu lesen.
Vielleicht ist auch langsam die Luft raus oder aber man ist bereits durch die letzten Bände ausreichend gesättigt. Interessanterweise habe ich das Buch trotzdem regelrecht verschlungen – kann daran liegen, dass mir die Jungs einfach nur Spaß machen. Gleichzeitig war ich aber auch enttäuscht über den Plot.
Als Einstieg in die Welt der beiden ungleichen Brüder kann DIE EHRE DER ORKS sicherlich funktionieren. Man ist dann ja noch nicht abgelenkt durch bereits erlebtes der Beiden. Wenn man dann am Ball bleibt und mit den ursprünglichen ersten Bänden fortfährt, wird man sicherlich die Steigerung erkennen und Balbok und Rammar ins Herz schließen.
Jürgen Seibold/31.03.2016
Die Ehre der Orks: Roman KAUFEN BEI AMAZON

Will Hofmann: Götter

hofmann_Goetter© 2016 b Will Hofmann
Fabulus Verlag
ISBN 978-3-944788-34-0
ca. 400 Seiten

COVER:

Mitten in Deutschland: Selbst ernannte Götter halten Menschen als Sklaven.

In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe. Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?

REZENSION:

Bei Will Hofmanns Roman GÖTTER handelt es sich eine durchweg interessante Idee, die ihre Thematik natürlich ein wenig Plakativ darstellt, man sich aber trotzdem die ganze Zeit fragt, ob so etwas in unserem Umfeld prinzipiell möglich sein könnte. Gleichzeitig ist es eine schöne Parabel über die Abhängigkeiten, die in abgeschlossenen Sekten entstehen können.
GÖTTER handelt hauptsächlich von Agnes und Günter, die beide jeweils in einem von insgesamt vier geheimen Reservaten aufgewachsen und aufgezogen worden sind. Diese Reservate leben beinahe autark – lediglich besucht von ihren Göttern, die ab und an vorbeikommen, gebastelten Tand einsammeln und auch manchen Einwohner als etwas Besonderes auswählen und diesen mitnehmen. Einige Zeit wird die Bewohnerin oder der Bewohner wieder zurück gebracht – interessanterweise wächst dabei sehr oft etwas im Bauch der weiblichen Auserwählten heran. Kurz vorm Niedergang werden diese Frauen wieder geholt und einige Zeit ohne Bauch wieder zurückgebracht. Darüber hinaus gibt es etwas später einen kleinen neuen Mitbewohner, der von den Göttern gebracht wird.
Sehr schnell findet man heraus, dass es sich hierbei um eine moderne Sklaverei handelt und die Götter nichts weiter als Ausbeuter der Reservatsbewohner sind.
Unabhängig voneinander flüchten Agnes und Günter aus ihrem Reservat. Einige Zeit später treffen sie sich auch im relativ naheliegenden Wald und kommen sich näher.
Beim anfänglichen Überlebenskampf und dem Kennenlernen von ganz normalen Gegenständen oder gar Tieren macht die Geschichte am meisten Freude zum Lesen. Ein wenig fühlt man sich an vergangene Zeiten erinnert, als es in den 80ern ein kleiner Film zum Blockbuster gebracht hat: Die blaue Lagune. Mal davon abgesehen, dass dies gleichzeitig für viele Jugendliche beinahe ein Aufklärungsfilm war, erlebte man auch hier die Problematiken des Unbekannten. Der Vergleich hinkt natürlich gewaltig, nichts desto trotz gab es bei mir diesen kurzen Erinnerungsfetzen, da Agnes und Günter sehr ähnlich auch ihre ersten Gehversuche in Sachen Sex durchführen.
Die Idee der vier Reservate ist wirklich außerordentlich interessant. Die Geschichte eingängig erzählt und für ein Debüt wirklich nicht schlecht. Ein wenig störend waren die unterschiedlichen Zeitebenen, die man erst einmal verstehen musste – zum Glück fügte der Autor alles an der richtigen Stelle wieder zusammen.
Auf dem Weg zur Auflösung wirkte alles ein wenig konstruiert und schnell abgehandelt. Gleichzeitig aber mit historischen Aufklärungen, wieso es ein autarkes Gebiet in Deutschland gibt, einigermaßen plausibel dargestellt.
Alles in allem ein recht gelungener Roman, der mich sehr gut zu unterhalten wusste, dessen hektisches Ende jedoch noch etwas mehr Tiefe vertragen könnte.
Jürgen Seibold/31.03.2016
Götter KAUFEN BEI AMAZON

Scott Nicholson: Danach – Das Echo (Band #2 der DANACH-Reihe)

Nicholson_EchoOriginaltitel: AFTER: The Echo
Aus dem Amerikanischen von Stefan Mommerts
© 2014 Scott Nicholson – Haunted Computer Books
ca. 254 Seiten

COVER:

Sechs Wochen nach dem Schock. Die Rauchfahnen am Horizont sind dünner geworden und Rachel Wheeler ist gemeinsam mit ihren beiden Gefährten auf dem Weg in die Berge, wo ihr Großvater Franklin ein Überlebenscamp errichtet hat. Die »Zapphirne« genannten Mutanten scheinen sich von blutrünstigen Mördern zu etwas noch viel Bedrohlicherem zu verändern. Eine geheime militärische Anlage könnte der Kern eines Wiederaufbaus der Zivilisation sein, aber Franklin traut den Absichten der Soldaten nicht. Und die Zapphirne passen sich schneller an die neue Welt an als die menschlichen Überlebenden, die um ihren Platz in einer Zukunft kämpfen müssen, in der sie womöglich keine Rolle mehr spielen.

REZENSION:

Beinahe nahtlos an DER SCHOCK anschließend begleiten wir im zweiten Band der Danach-Reihe hauptsächlich Rachel Wheeler mit ihren Gefährten auf ihrem Weg in die Berge. Dort hat ihr Großvater bereits vor Jahren ein Überlebenscamp errichtet.
DAS ECHO geht in Bezug auf die Zapphirne einen Schritt weiter, denn scheinbar scheinen sich diese Mutanten geistig zu entwickeln. Hierdurch gibt Scott Nicholson dem üblichen Zombie-Schema eine neue und interessante Note und man fragt sich mehr und mehr, in welche Richtung diese Entwicklung zu gehen scheint. Entsteht dabei eine positive neue Welt? Sind die “normal” gebliebenen Menschen nur noch ein Schatten ihrer selbst? Wer passt sich den neuen Gegebenheiten schneller an?
Scott Nicholson wirft vor dem Leser diese Fragen dezent auf, gleichzeitig begleiten wir aber weiterhin die Gefährten auf ihrem Weg. Würde er das nicht mit den Erlebnissen Franklin Wheelers ein wenig auflockern, würde man das Gefühl nicht loswerden, dass man immer wieder von Zapphirnen auf der Reise gestört wird, gegen diese in irgendeiner Art und Weise kämpft, um dann einige Kilometer weiter erneut auf das gleiche Problem zu stoßen. Ab und an aufgelockert von unfreundlichen “normalen” Zeitgenossen, die sich nicht besser aufführen, als die Zapphirne und somit zum gleichen Problem führen.
Ein wiederkehrender Überlebenskampf, der ab und an zu viel des Guten zu sein scheint. Interessant werden die Zapphirne, die sich auf einer noch nicht ganz nachvollziehbaren geistigen Entwicklung befinden, vor der man sich wohl bereits jetzt schon ein wenig fürchten sollte.
DAS ECHO ist als weiterer Schritt in der Danach-Reihe erneut ganz angenehm zu lesen und man ist auch auf die weiteren Entwicklungen gespannt. Leider fehlt dem zweiten Band ein gewisser Drive und auch die Spannung lässt sehr zu wünschen übrig. Eventuell holt die Geschichte nur kurz Luft, um dann uns Leser im nächsten Band wieder fester an sich zu reißen. Wollen wir es hoffen, denn noch besteht der Drang, der gesamten Story weiterhin zu folgen, obwohl man sich bei DAS ECHO ein wenig vernachlässigt fühlt.
Ich hoffe sehr, dass der Autor die Spannungsschraube wieder anzieht und ein wenig kreativer seine Protagonisten begleiten. Darüber hinaus werde ich das Gefühl nicht los, immer noch zu wenig von diesem Personenkreis erfahren zu haben. Hier ist noch etwas Tiefe gewünscht.
Jürgen Seibold/30.03.2016
Das Echo: Ein postapokalyptischer Thriller (Danach 2) KAUFEN BEI AMAZON

Scott Nicholson: Danach – Der Schock (Band #1 der DANACH-Reihe)

Nicholson_SchockOriginaltitel: AFTER: The Shock
Aus dem Amerikanischen von Stefan Mommertz
© 2013 Scott Nicholson – Haunted Computer Books
ca. 314 Seiten

COVER:

Eine gewaltige Sonneneruption hat die technologische Infrastruktur der Erde ausgelöscht und Milliarden von Menschen getötet. Während die wenigen Überlebenden damit beschäftigt sind, sich anzupassen und zu überleben, müssen sie feststellen, dass sich einige von ihnen verändert haben. Rachel Wheeler ist auf sich allein gestellt in einer Stadt, in der gewalttätige »Zapphirne« in den Straßen herumziehen, um zu zerstören und zu töten. Rachels einzige Hoffnung ist, die Berge zu erreichen, in denen ihr Großvater, ein legendärer Überlebenskämpfer, als Vorbereitung auf den Weltuntergang einen sicheren Rückzugsort gebaut hat. Auch andere Überlebende wollen aus der Stadt fliehen, aber die Zapphirne sind nicht die einzige Gefahr. Skrupellose Gruppen von Soldaten versuchen, in den bröckelnden Ruinen der Zivilisation ihre eigene Ordnung zu errichten. Als Rachel einen zehnjährigen Jungen entdeckt, schwört sie sich, dass sie sich um ihn kümmern wird, auch wenn sie dabei ihr Leben riskieren muss.

REZENSION:

DER SCHOCK ist nach dem kurzen Prequel der erste eigentliche Band der apokalyptischen Reihe von Scott Nicholson. Ähnlich wie in nahezu jedem postapokalyptischen Szenarium, folgen wir einigen Protagonisten auf dem Weg nach einem vermeintlichen, hoffnungsvollen Ziel.
Im Gegensatz zu vielen Zombie- und Apokalypse-Romanen, ist bei Scott Nicholson die Welt nicht zerstört, da die Ursache eine immense Sonneneruption war, die dabei nicht nur die technologische Infrastruktur zerstört hatte, sondern auch für Veränderungen bei den meisten Menschen sorgte. Diese – Zapphirne genannt – ziehen durch die Straßen und greifen wie Zombies jeden “normalen” Menschen an. Interessanterweise scheinen die Zapphirne aber nach und nach eine Art Bewusstsein zu entwickeln und man fragt sich bereits im ersten Band, in welche Richtung sich dies noch entwickeln wird. Sind die wenigen Überlebenden die Zukunft, oder werden sich die Zapphirne zur neuen Weltordnung aufbauen?
Das Schema des Romans erfindet nicht wirklich neues und somit begleiten wir einige Protagonisten auf ihrem Überlebenstrip und hoffen mit ihnen, dass alles irgendwann zu einem guten Ende führt.
DER SCHOCK ist interessant erzählt und kann somit für einige unterhaltsame Stunden sorgen. Gleichzeitig bleiben dessen Hauptdarsteller noch etwas blass und oberflächlich erzählt. Das Gleiche trifft auf die Geschehnisse zu, da auf deren Wegen natürlich immer wieder etwas ähnlich anmutendes geschieht. Nichts desto trotz war das Buch angenehm zu lesen und man konnte sich ohne tiefgehenden Anspruch der reinen Unterhaltung widmen. Ein klein wenig mehr Spannung würde dem Buch gut tun, aber im Großen und Ganzen ist es ein gelungener Anfang einer recht umfangreichen Reihe.
Jürgen Seibold/30.03.2016
Der Schock (Danach) KAUFEN BEI AMAZON

Milos Never: Sommertod – Der Indie-Killer

never_sommertod© 2013 Milos Never

COVER:

Deutschlands erste Satire auf die Self-Publisher-Szene Alles, was du schon immer vermutet hast, stimmt: Rezensionen werden gekauft, Ebooks werden künstlich gepusht, und keiner tut was dagegen. Bis heute… „Sommertod“ ist schonungslos, ehrlich, hart und ab 18. Ein satirischer Thriller mit Extras. Spaß und Empörung garantiert. „Darauf hat die Ebook-Welt gewartet.“ – Cornelius aus dem Nicht-Hier „Dieses Buch gehört verboten. Ich kontaktiere sofort meinen Anwalt.“ – Anonym „Na, wenn das mal keine negativen Rezensionen nach sich zieht.“ – Nikolas Preil Ach so, zum Inhalt: Ein Serienkiller, der es auf erfolgreiche Self-Publisher abgesehen hat. Eine Kommissarin, die Horror-Romane auf ihrem E-Reader liest. Und ein Indie-Autor, der ins Visier des Killers gerät. Das Ebook umfasst ca. 50.000 Worte, also ca. 200 Normseiten. Inklusive von zwei Kurzgeschichten und einer Leseprobe.

REZENSION:

Sommertod ist ein Selfpublishing-Thriller, der den Kosmos des Selfpublishings zum Thema hat und dabei als ausgewachsener Thriller die damit verbundenen Gefahren aufzeigt…
Sommertod ist dabei sowohl ein brutaler Thriller, als auch eine Satire über den Rezensionswahn und den dazugehörigen Charts auf großen Handelsplattformen.
Milos Never lässt uns dabei eintauchen in die Welt der schreibenden Zunft, die jeweils versucht, ihr selbst verlegtes eBook in einem positiven Licht erscheinen zu lassen und dabei sogar Genreabgrenzungen aufweichen, um zumindest in irgendwelchen Charts zu erscheinen. Darüber hinaus gibt es Gruppen, die für ihre eigenen Werke positive Rezensionen schreiben und für fremde, im Weg stehende Werke negative Kritiken hinterlassen, damit ihre Werke in einem besseren Licht stehen.
Manch einer bestellt seine eigenen Werke, um in den Charts höher zu kommen und eben ein ganz besonders aktiver Zeitgenosse schreckt nicht davor zurück, die vor ihm befindlichen Gegner innerhalb der vermeintlichen Bestenlisten einfach mal auf brutale Art und Weise zu quälen und um die Ecke zu bringen.
Pikanterweise vollzieht er dies auch noch auf die gleiche Art und Weise, wie vom jeweiligen Autor bereits im eigenen Werk beschrieben.
Sommertod ist ein sehr kurzweiliges, spannendes und zusätzlich noch satirisches Werk, welches einen Bogen über diese ganzen Punkte spannt und dabei sowohl sehr gut unterhalten kann, als auch ein wenig zum Nachdenken anregt.
Mir persönlich hat es außerordentlich gut gefallen – leider scheint es als eBook zumindest beim großen “A” nicht mehr vorhanden zu sein. Ob der Grund am Inhalt liegt? Meiner Meinung nach sollte es wieder erscheinen, damit sich auch weitere Leser mit diesem Buch vergnügen können.
Jürgen Seibold/30.03.2016