Originalausgabe März 2012
(c) Seibold Medien
(c) 2012 Piper Verlag GmbH, München
ISBN 978-3-492-27307-7
ca. 416 Seiten / € 9,99

COVER:

Annette und Rainer Pietsch sind beide Mitte Vierzig. Gemeinsam mit ihren drei Kindern – Sarah (14), Michael (12) und Lukas (11) – leben sie ein relativ beschauliches Leben in einer Stadt im Großraum Stuttgart. Als nach den Sommerferien ein neues Schuljahr beginnt, richtet sich die Familie wieder im Alltag ein. Nach einigen Wochen allerdings beginnen sich die Kinder zu verändern. Sarah wird immer abweisender den Eltern gegenüber, was diese der Pubertät zuschreiben. Aber auch Michael und Lukas entwickeln bisher unbekannte Verhaltensweisen und der Familienfriede wird mehr und mehr von Sticheleien, Streitigkeiten und einem zunehmend aggressiven Auftreten der Kinder erschüttert. Allmählich entsteht der Verdacht, die Veränderungen könnten etwas mit der Arbeit der beiden neuen Lehrer Rosemarie und Franz Moeller zu tun haben. Während des ersten Elternabends wird vereinzelt Kritik an den unkonventionellen Methoden der beiden Lehrer laut. Dann häufen sich Berichte über Mobbing und mysteriöse Zwischenfälle, bei denen Schüler sogar verletzt werden. Einer von ihnen tödlich …

REZENSION:

Die üblichen Bücher im Thrillergenre spiegeln Geschehnisse wider, die zwar sehr spannend zu unterhalten wissen, jedoch zumeist ein Thema abdecken, mit dem man als Leser eher selten konfrontiert wird. Somit lassen sich Werke über Serienmörder, Psychopathen und was es sonst noch so gibt relativ leicht konsumieren, da nur selten eine über das Lesen hinaus anhaltende Befürchtung aufrecht gehalten werden kann.
Jürgen Seibold – bisher eher bekannt als Autor von Kriminalromanen – wagte sich mit „Kinder“ an einen Thriller, der seine Thematik in einen Bereich versetzt, der für jeden durchweg nachvollziehbar ist: „Kinder“ spielt einfach in einer Schule und dadurch sehr geschickt mit den üblicherweise vorherrschenden Sorgen und Ängsten aller Eltern.
Sobald man ein Kind in eine Schule schicken muss, verliert man als Eltern einen gewissen Kontrollmechanismus und man ist genötigt, auf Hinweise unterschiedlichster Art zu reagieren. Für die Schüler ist die Schule der erste Abnabelungsprozess von den Eltern und somit ein Hort für Entstehung der ersten zwischenmenschlichen Probleme und Geheimnisse. Hinzu kommen Lehrer – mal gut, mal weniger gut – die ihr eigenes Bild und Meinung entwickeln. Somit ist man als Elternteil dazu verurteilt auf Basis von – oft rudimentären – Aussagen seiner Kinder und den zuweilen gegensätzlichen Informationen der Lehrer abzuwägen um eine für das eigene Kind positive Entscheidung zu fällen. Viel zu oft stehen hierbei die Noten im Vordergrund – und wenn diese passen scheint doch alles in Ordnung zu sein?
Jürgen Seibold spielt mit diesem Gedanken und konfrontiert uns mit einem Lehrerehepaar, das sehr zielorientiert und teils fanatisch vorgeht, dabei keine Rücksicht auf Einzelschicksale nimmt.
Das anfängliche Misstrauen vieler Eltern wird negiert durch verbesserte Noten der meisten Schüler, die sich auf diese kruden Lehrmethoden einlassen. Hierdurch verlieren die wenigen weiterhin misstrauischen Eltern den notwendigen Rückhalt der Masse und stehen mit ihrer Meinung am Ende alleine da, werden sogar durch die nun besser dastehende Klientel ins Abseits gedrängt.
Die von Jürgen Seibold dargelegten Charaktere sind durchweg authentisch erzählt. Er treibt lediglich Ideologie der beiden Lehrer ein wenig auf die Spitze – im realen Leben sind diese jedoch bis zu einem gewissen Punkt sicherlich nicht als unrealistisch zu betrachten.
Die Reaktionen der Eltern bleiben ebenfalls auf einer sehr wirklichkeitsnahen Ebene und man muss sich ernsthaft an der Nase fassen, was für die Entwicklung eines Kindes wichtiger ist – die persönliche Entwicklung oder tatsächlich nur der Notendurchschnitt?
Nachdem Jürgen Seibold seine Thematik in einen allgemein bekannten Bereich gelegt hat, entstand ein interessanter Plot, der erheblich mehr zum Nachdenken anregt als manch anderer, nach üblichem Schema angelegter Thriller.
Man kann sich also nur noch wünschen, dass dieses dramatisch und plausibel erzählte Thema im realen Schulalltag nicht vorkommt. Das Buch jedenfalls ist ein absoluter Tipp, der noch ein wenig mehr Hintergrundinformationen zu den Ideologien um das Lehrerehepaar vertragen hätte – was aber den Genuss dieses Werkes nicht unbedingt schmälert. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen und somit kann ich „Kinder“ uneingeschränkt empfehlen.
Für alle, die sich nun ob meines Namens wundern: Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine eigene Kritik des Autors – ich trage den Namen des Schriftstellers aus purem Zufall! Was ich schön finde, aber in Bezug auf diese Rezension keine weitere Bewandtnis hat.
Jürgen Seibold/15.05.2012

Kinder: Psychothriller KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: The Mother
Aus dem Englischen von Doris Hummel
(c) 2006 by Brett McBean
(c) dieser Ausgabe 2010 by Fests Verlag, Leipzig
ISBN 978-3-86552-093-7
ca. 384 Seiten / € 13,95

COVER:

Sie steht seit vielen Monaten am Rande des dröhnenden Highways und fährt per Anhalter. Längst hat sie vergessen, wer sie ist, woher sie kam, denn sie lebt nur noch, um den Mörder ihrer Tochter Rebecca zu finden.
Per Handy konnte Rebecca ihr noch einen einzigen Hinweis geben: Auf dem linken Arm trägt der Mann ein Tattoo, auf dem “Stirb Mutter” steht. Jeder der anhält, könnte der Killer sein – oder jemand noch viel Schlimmeres …

REZENSION:

Was gibt es schlimmeres, als das eigene Kind zu verlieren? Wenn dieses Kind dann auch noch durch ein Gewaltverbrechen zu Tode kam: Wie weit ist man bereit zu gehen?
Diese beiden Fragen eröffnen den Rahmen dieses Buches und man befindet sich mitten im Geschehen einer Mutter, deren Vorgehensweise zwischen Wahnsinn, Besessenheit und nachvollziehbaren Gründen schwankt.
Die Mutter lebt nunmehr nur noch am Rande eines Highways und steigt trampend in jeden Wagen um den Mörder – erkennbar an einem Tattoo – zu finden.
Brett McBean lässt uns nunmehr in geschickt unterteilten Szenen an dieser Vorgehensweise teilnehmen und man bekommt es mit allen möglichen Charakteren zu tun – perfekt ausbalanciert dargelegt.
Die Geschichte ist teilweise hart und unverblümt erzählt, was sie aber in keinster Weise schmälert. Vielmehr lässt McBean teils nachvollziehbare, teils zweifelhafte Szenen entstehen, die aber durch die Bank glaubhaft dargelegt sind.
Im Gegensatz zu diversen Beschreibungen halte ich „Die Mutter“ nicht für einen besonders brutalen Horrorthriller, sondern einfach für einen unverblümt erzählten Psychothriller, der keine Scheu vor Details aufweisen möchte. Dadurch wird man natürlich unter Umständen mit Szenen konfrontiert, die nicht den Geschmack jeden Lesers treffen – andererseits führt diese detaillierte Darlegung auch zu mehr Verständnis der folgenden Handlungen und auch zur Frage, ob die Mutter auf dem richtigen Weg ist oder nicht einfach nur psychiatrisch behandelt werden sollte; immerhin steigert sie sich in ihrer Besessenheit mehr und mehr in eine Situation hinein, in der sie ihr eigenes Gesicht verliert und zu einem namenlosen Monster wird, die sich hinter den auftretenden Psychopathen fast nicht mehr zu verstecken braucht.
Der Schreibstil McBeans ist eingängig und lässt nichts vermissen. Ich persönlich vermisse zwar noch die eine oder andere Antwort, nichts desto trotz hat dieser Thriller ein sehr gutes Potenzial, den Leser an seine Seiten zu fesseln.
Jürgen Seibold/11.05.2012

Die Mutter KAUFEN BEI AMAZON

1. Auflage April 2012
Vollständige Taschenbuchausgabe der als Lübbe Webnovel erschienen E-Book-Ausgabe.
(c) 2011 by Bastei Lübbe GmbH & Co. KG, Köln
ISBN 978-3-404-16653-4
ca. 624 Seiten / € 8,99

COVER:

Rom. Aufruhr in der Ewigen Stadt. Papst Johannes Paul III. ist zurückgetreten und spurlos verschwunden. Niemand weiß, ob er überhaupt noch lebt. Zur gleichen Zeit werden seine engsten Vertrauten ermordet. Auf bestialische Weise.
Während das Konklave zur Wahl eines neuen Kirchenoberhaupts beginnt, macht sich Vatikanreporter Peter Adam auf die Suche nach dem verschwundenen Papst. Die Spur führt zu einem mysteriösen Orden, der seit Jahrhunderten im Untergrund gegen die Kirche wirkt. Seine Anhänger stützen sich auf eine mittelalterliche Prophezeiung: Nach dem gegenwärtigen Papst soll einer kommen, der sich den Name Petrus II. geben wird. Er wird der Letzte auf dem Stuhle Petri sein.
Steht die Zeit der Apokalypse bevor? Und wird sie die Erfüllung eines alten Menschheitstraums bringen oder das Ende der Welt?
Peter Adam entdeckt, dass seine eigene Vergangenheit enger mit den finsteren Mächten verbunden ist, als ihm lieb sein kann: Für die Verschwörer ist offenbar er der Schlüssel zur Apokalypse …

REZENSION:

Durch Zufall bin ich auf dieses Buch gestossen und konnte mich seinem Drang, es nach Hause mit zu nehmen nicht entziehen. Klang doch die Coverbeschreibung viel zu sehr nach Verschwörungsthriller innerhalb der Kirchenmauern ganz im Zeichen bekannter Werke wie Illuminate und Konsortien.
Nachdem solche Romane sehr oft für kurzweilige Unterhaltung sorgen, musste ich auch einen Blick in dieses Buch von Mario Giordano werfen.
Sehr schnell erkannte ich den Ursprung dieses Buches – war es doch ein Versuch elektronische Medien zu verschmelzen und eine Geschichte auf einen neuen Veröffentlichungslevel zu transportieren. Dies ging zwar gänzlich an mir vorbei – aber ich bin auch weiterhin unvoreingenommener Freund der physikalischen Seiten zwischen zwei Buchdeckeln. Ich denke, dies wird sich auch nicht mehr recht stark ändern – aber zurück zu Apocalypsis I:
Hierin hat Mario Giordano alles mögliche zu einer Melange vermengt, was viele Leser bereits durch Lektüren anderer Werke sicherlich kannten – man trifft einen Flamel, einen Aleister Crowley und manch andere Personen und Themen, die schon des öfteren durchgekaut worden sind.
Interessanterweise strotzt der Autor vor sehr vielen Ideen und erschuf dabei einen Thriller, der schlichtweg dafür sorgt, den Leser in einer angespannten Stellung von Seite zu Seite springen zu lassen.
Sein Spannungsbogen ist ähnlichen einer Serie aufgebaut und sorgt durch seine Cliffhanger als auch den kurzen Kapiteln für Schnitte, wie man sie üblicherweise lediglich in schnellen Filmen vorfindet.
Apocalypsis I werden noch zwei Fortsetzungsbände folgen – der erste Band ist aber nichts desto trotz genug in sich abgeschlossen und konsistent, dass man getrost einen Versuch mit diesem Buch wagen könnte.
Ich persönlich konnte mich diesem spannenden Inhalt in keinster Weise entziehen und freue mich bereits auf die nächsten Folgebände (in Buchform!).
Jürgen Seibold/01.05.2012

 

Apocalypsis: Thriller KAUFEN BEI AMAZON

Originalausgabe Mai 2012
(c) 2012 Knaur Taschenbuch
ISBN 978-3-426-50590-8
ca. 620 Seiten / € 14,99

COVER:

Beinahe wäre er über den Körper zu seinen Füßen gestolpert, und er erkannte die Stewardess. Ein Sturz? Sie hatte die Augen weit aufgerissen, eine Wunde konnte er nicht entdecken. Herzinfarkt? Schlaganfall?
Er bückte sich sofort und prüfte ihren Puls, fand jedoch keinen. “Hilfe!”, rief er und lief in den Gang. “Ist ein Arzt an …”
Es verschlug ihm die Sprache: Die Passagiere saßen auf ihren Plätzen, die Glieder schlaff, die Köpfe auf der Brust oder zur Seite, einige hingen über die Lehnen. Tot, alle tot.

In Paris kommt es zu einem schrecklichen Unfall, als ein Airbus ungebremst in ein Flughafenterminal rast. Die Ermittlungen beginnen sofort, doch die Ergebnisse sind rätselhaft: Alle Passagiere waren schon tot, bevor das Flugzeug auf das Gebäude traf. Was die Polizei nicht herausfindet, ist, dass es einen Überlebenden gibt: einen Mann, der einen tödlichen Fluch in sich trägt. Einen Fluch, der ihn zu einer Gefahr für jeden in seiner Umgebung macht …

Oneiros – Tödlicher Fluch: Roman KAUFEN BEI AMAZON

(c) 2012 by Stephen King
First Scribner hardcover edition April 2012
ISBN 978-1-4516-5890-3
ca. 310 Seiten / $ 27,00 (U.S.)

COVER:

In The Wind Through the Keyhole, Stephen King returns to the rich landscape of Mid-World, the spectacular territory of the Dark Tower fantasy saga that stands as his most beguiling achievement.
Roland Deschain and his ka-tet – Jake, Susannah, Eddie, and Oy, the billy-bumbler – encounter a ferocious storm after crossing the River Whye on their way to the Outer Baronies. As they shelter from the howling gale, Roland tells his friends not just one strange story but two … and in so doing, casts new light on his own troubled past.
In his early days as a gunslinger, in the guilt-ridden year following his mother’s death, Roland is sent by his father to investigate evidence of murderous shape-shifter, a “skin-man” preying upon the population around Debaria. Roland takes charge of Bill Streeter, the brave but terrified boy who is the sole surviving witness to the beast’s most recent slaughter. Only a teenager himself, Roland calms the boy and prepares him for the following day’s trials by reciting a story from the Magic Tales of the Eld that his mother often read to him at bedtime. “A person’s never too old for stories,” Roland says to Bill. “Man and boy, girl and woman, never too old. We live for them.” And indeed, the tale that Roland unfolds, the legend of Tim Stoutheart, is a timeless treasure for all ages, a story that lives for us.
King began the Dark Tower series in 1974; it gained momentum in the 1980s; and he brought it to a thrilling conclusion when the last three novels were published in 2003 and 2004. The Wind Through the Keyhole is sure to fascinate avid fans of the Dark Tower epic. But this novel also stands on its own for all readers, an enchanting and haunting journey to Roland’s world and testimony to the power of Stephen King’s storytelling magic.

 

The Wind Through the Keyhole: A Dark Tower Novel KAUFEN BEI AMAZON

(c) 1982, 2003 by Stephen King
New English Library Edition 1997
This Edition 2003
ISBN 978-0-340-83223-3
ca. 240 Seiten / UK GBP 7,99

COVER:

This newly revised and expanded edition of The Gunslinger, for which Stephen King has written a special introduction and foreword, is the mesmerising first book in his spectacular, epic Dark Tower series.

In The Gunslinger, Stephen King introduces readers to one of his most enigmatic heroes, Roland of Gilead, the Last Gunslinger. He is a haunting figure, a loner, on a spellbinding journey into good and evil, in a desolate world which frighteningly echoes our own.

In his first step towards the powerful and mysterious Dark Tower, Roland encounters an alluring woman named Alice, begins a friendship with Jake, a kid from New York, and faces an agonizing choice between damnation and salvation as he pursues the Man in Black.

Both grippingly realistic and eerily dreamlike, The Gunslinger leaves readers eagerly awaiting the next chapter.

And the Tower is closer …

The Gunslinger. The Dark Tower 01.: Gunslinger Bk. 1 KAUFEN BEI AMAZON

Deutschsprachige Ausgabe:
Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner
(c) 2011 by Stephen King
(c) der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München in der Verlagsgruppe Random House GmbH
ISBN 978-3-453-26754-1
ca. 1.056 Seiten

Englische Originalausgabe:
ISBN 978-1-4516-2728-2

COVER:
Jake Epping lebt ein normales Leben, bis sein Freund Al ihm ein großes Geheimnis enthüllt: Er kennt ein Portal, das ins Jahr 1958 führt. Und Al gewinnt ihn für eine wahnsinnige Mission. Jake soll in die Vergangenheit zurückkehren und das Attentat auf John F. Kennedy vereiteln, um den Gang der Geschichte positiv zu korrigieren. Und so beginnt für Jake ein neues Leben in einer für ihn neuen Welt. Es ist die Welt von Elvis und JFK, von großen amerikanischen Autos und beschwingten Highschool-Tanzveranstaltungen. Es ist die Welt des gequälten Einzelgängers Lee Harvey Oswald, aber auch die der Bibliothekarin Sadie Dunhill, die Jakes große Liebe seines Lebens wird – eines Lebens, das gegen alle normalen Regeln der Zeit verstößt. Und je näher Jake seinem Ziel kommt, den Mord an Kennedy rückgängig zu machen, desto bizarrer wehrt sich die Vergangenheit dagegen – mit aller gnadenlosen Gewalt, die sich auch gegen Jakes neue Liebe richtet …

REZENSION:

Das Attentat auf John F. Kennedy war mindestens für die amerikanische Bevölkerung ein sehr traumatisches Erlebnis, welches eine Vielzahl von Verschwörungstheorien nach sich zog. Dieses Trauma breitete sich zu einem großen Teil über die ganze Welt aus und wird auch immer wieder gerne neu diskutiert, neu belichtet und mit vielen Facetten – von irrsinnig über plausibel – neu betrachtet und abgehandelt.
Nun hat sich auch einer der erfolgreichsten Autoren unserer Gegenwart diesem Thema angenommen und legt dabei sogleich einen Roman vor, den man aufgrund seiner 4-stelligen Seitenzahl nicht einfach mal so nebenbei lesen kann.
Stephen King war schon seit jeher ein großartiger Erzähler und schaffte es unwahrscheinlich oft, vermeintlich unwichtiges Zeug lebhaft und voll Detailreichtum vor seinem geneigten Leser auszubreiten – dies erfreulicherweise fast immer ohne dabei zu langweilen.
In DER ANSCHLAG spielt er mit dem Gedanken, was für Auswirkungen es denn haben könnte, wenn man in die Vergangenheit reist um dieses Attentat zu verhindern.
Dies allein könnte man sicherlich in einen ganz normalen Zeitreisethriller packen, der seine Antworten nach etwa 300 bis 400 Seiten offenbart und damit den Leser auf simple Weise überzeugt und unterhält. Stephen King geht jedoch einen Schritt weiter und lässt seinen Protagonisten fünf Jahre vor besagtem Attentat in dieser Zeit auftauchen und erzählt haarklein die Geschehnisse, die in diesen fünf Jahren folgen. Dadurch entstand ein sehr dichter und reif erzählter Roman, der nicht nur als Hommage an diese Zeit seine Wirkung zeigt sondern auch noch eine sehr tiefgehende Liebesgeschichte in sich birgt.
Die eigentliche Thematik wird mehr und mehr zur Nebensache und es offenbart sich vor dem Leser ein durchweg bildhaft erzählter Roman, der trotz seiner Länge in keinster Weise langweilig wird.
King entwickelt sich hierin mehr und mehr zu einem Erzähler, der nur noch fassettenweise seinem Ruf als Horrorautor gerecht wird. King erweitert sein Imperium vielmehr mit Romanen, die bereits allein durch ihre erzählerische Kraft wirken – sicherlich gibt es auch genug eingeflochtene Spannungselemente, da sich die Vergangenheit gegen diese allumfassenden Änderungen wehrt, aber die Story um das Attentat scheint hierbei nur noch Mittel zum Zweck zu sein.
In meinen Augen ist DER ANSCHLAG ein uneingeschränkt zu empfehlendes Werk, das einen sehr reif gewordenen Autor aufzeigt und somit nicht mehr nur für die eingefleischten King-Fans eine Rolle spielen sollte.
Fans des Autors werden den ein oder anderen Aha-Effekt haben und können sich auch auf das abermalige Treffen mit bekannten und lieb gewordenen Personen freuen.
Auf den Schluss der Geschichte möchte ich hier natürlich nicht eingehen, aber er ist schlüssig erzählt und lässt nichts zu wünschen übrig. Davon abgesehen wird das letzte Kapitel auch bei allen Lesern, die noch ein klein wenig Sensibilität oder Sentimentalität in sich tragen für eine wohlige Gänsehaut sorgen – und dies ganz ohne irgendwelche Spannungs- oder gar Horrorelemente.
Absolute Spitzenklasse!
Jürgen Seibold / 23.04.2012

Der Anschlag KAUFEN BEI AMAZON

11/22/63: A Novel KAUFEN BEI AMAZON

Ungekürzte Ausgabe 2012
(c) 2010 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ISBN 978-3-423-21330-1
ca. 235 Seiten / € 8,95

COVER:

Nachdem der Eberhofer Franz seinen Dienst bei der Münchner Polizei quittieren musste und in sein niederbayerisches Heimatdorf Niederkaltenkirchen strafversetzt wurde, schiebt er eine ruhige Kugel. Seine Streifegänge führen ihn meist direkt zum Wolfi auf ein Bier oder zurück an den Esstisch seiner stocktauben Großmutter. Erstklassig erholsam, bei all dem Zoff mit seinem hanfanbauenden Vater, der den Franz mit Beatles-Dauerbeschallung noch in den Wahnsinn treibt. Und manchmal muss der Franz auch in ziemlich grausligen Fällen ermitteln. Wie zum Beispiel in der Sache mit den Neuhofers  …

REZENSION:

Nachdem ich bereits die beiden Folgebände DAMPFNUDELBLUES und SCHWEINSKOPF AL DENTE geniessen durfte, konnte ich bereits Franz Eberhofer – den Dorfpolizisten aus Niederkaltenkirchen – bei seinen Ermittlungstätigkeiten zur Seite stehen.
Der erste Fall Eberhofers steht seinen folgenden Bänden auch in nichts nach und somit ist man abermals über den Witz in diesen Geschichten erstaunt.
Irgendwie ist es aber so, dass man bei diesen Büchern zum Einen mit einem Lächeln auf den Lippen den Fortgang der Geschehnisse begleitet – zum Anderen hat man aber als bayrischer Mitbürger durchweg das Gefühl, dass es vielleicht doch nicht so lustig ist – vielmehr sind wir doch eher so auf dem Land.
Somit sind bei Rita Falks Bücher doch nur die Kriminalfälle Fiktion – das provinzielle Leben jedoch kenn ich irgendwie von meiner Oma und somit ist da nix erfunden…
Am Schluss ko ma eigentlich bloss no sogn, dass a jeder Band vo den Eberhofer-Biacha einfach guad zum Lesn is und vui Spaß macht.
Somit bloabt oam nix anders übre ois olle Biacha nachanand zu lesn…
Pfiat Eich!
Jürgen Seibold/22.04.2012

 

Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Carrie
(c) 1974 by Stephen King
Cover: Bastei Lübbe
vorliegendes Buch:
Lizenzausgabe für die Bertelsmann Club GmbH, Gütersloh
Deutsche Lizenzausgabe 1983 Bastei Verlag
aktuell z.B. erhältlich:
Bastei Lübbe
Taschenbuch, 319 Seiten
Ersterscheinung: 27.10.1987
ISBN: 978-3-404-13121-1

COVER:

Carrie White ist das Kind fanatischer, sexuell verklemmter Eltern. Mit ihrer verwitweten Mutter lebt sie in einem kleinen haus in Chamberlain, einer Kleinstadt in Maine. Von klein auf ist Carrie das hässliche Entlein gewesen, die verspottete Aussenseiterin, das Opfer anderer Kinder. Ihre Klassenkameradinnen, voran die egoistische Chris, peinigen sie bei jeder Gelegenheit.
Nach einer Turnstunde tritt bei Carrie erstmals die Menstruation ein. Durch ihre seltsame Erziehung weiß sie nicht, was mit ihr geschieht, wird von den anderen Mädchen ausgelacht, brutal verhöhnt und erleidet einen Schock. Die Turnlehrerin bestraft die Schülerinnen hart. Sie dürfen nicht zum Schulball, dem größten Ereignis des Jahres. Chris will sich rächen und bittet ihren Freund Billy, einen halbkriminellen Schläger, um Hilfe…
Wieder wird Carrie das Opfer sein, aber diesmal wird sie sich rächen. Denn in ihr liegen furchtbare Kräfte …

REZENSION:

Als ich CARRIE das letzte Mal gelesen habe, war ich noch ein pubertierender Teenager, der einfach nach erfolgtem Genuss von ES und SHINING das nächste in der örtlichen Bücherei vorhandene King-Buch ergriff und noch absolut nicht absehen konnte, dass sich hier sein absoluter Lieblingsautor entwickelte, von dem der Teenager 25 Jahre später jedes Buch besitzen wird und einen Großteil davon nun bereits mehrmals geniessen konnte und wollte.
Wie ich letztes Jahr feststellen musste, gab es die lesende Mehrung bei CARRIE seit Mitte der 80er Jahre überhaupt nicht mehr – dies lag besonders daran, dass CARRIE damals im Gegenzug zu den anderen Werken Kings keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hatte. CARRIE war für mich ein nettes Buch, mehr nicht.
Nun, ca. 25 Jahre später, wollte ich diesen Umstand beseitigen und widmete mich erneut diesem Erstlingswerk eines damals noch recht unbekannten Autors.
Erfreulicherweise wurde ich hierbei sehr von diesem Werk überrascht: Mag sein, dass der Teenager gedanklich noch wo anders als der erwachsene Leser war – nichts desto trotz empfand ich nun eine gänzlich anders gerartete Dichte, die zu einer stimmungsvollen Geschichte führt, die trotz des vergangenen Vierteljahrhunderts und neuen Lebensweisen immer noch funktioniert.
CARRIE ist vom Spannungsbogen recht klassisch erzählt und durch die eingeflochtenen “Tatsachenberichte” hat man ab und an das Gefühl ein Fachbuch zu lesen. Dies hat mich wohl damals abgelenkt und enttäuscht – im gehobenen Alter scheint es zu funktionieren! Nun ist zwar nicht mehr die Zeit der in den achtziger Jahren breit getretenen Themen um Telekinese und manch anderen übersinnlichen  Erscheinungen – trotzdem ist man sogleich von Carries Leben mitgerissen und es fällt einem schwer, mit ihr nicht mit zu leiden.
CARRIE ist und bleibt der Anfang eines der erfolgreichsten und berühmtesten Autoren unserer Zeit – CARRIE ist und bleibt aber auch weiterhin eine gelungene Geschichte die zeitlos funktioniert und dabei ganz nebenbei als Parabel zu den Problemen heranwachsender betrachtet werden kann.
Jürgen Seibold/22.04.2012

Carrie: Roman KAUFEN BEI AMAZON

1. Auflage März 2012
(c) 2012 by Corinna Engel und Christian Kaiser
Ubooks Verlag, Mossautal
ISBN 978-3-939239-00-0
ca. 174 Seiten / € 9,95

COVER:

Anja ist dreizehn und geht in die achte Klasse. An ihrer Schule kursieren demütigende und bloßstellende Fotos und Videos von ihr.
Alina und ihre Clique haben es auf sie abgesehen. Anja wird gemobbt und misshandelt und niemand scheint sich darum zu kümmern.
Beschimpfungen, Prügel, Tritte, Drogen und Gewalt – Anja wird zum Spielball ihrer Klassenkameraden. Ihr Leben wird zu einem Spießrutenlauf, einem  Teufelskreis an dessen Ende nur eines steht: eine vernichtete Seele.

Corinna Engel und Christian Kaiser haben aus den Berichten des Opfers eine eindringliche und schockierende Collage gearbeitet, die das Schicksal eines Mobbingopfers in nie gekannter Deutlichkeit portraitiert.

Rezension:

Anja ist dreizehn Jahre alt und teilt mit unwahrscheinlich vielen Personen jeglicher Alters- und Sozialgruppe ein Problem, dass gerne verniedlicht und als nicht allzu dramatisch betrachtet wird: Sie nahm aus unerfindlichen Gründen eine Aussenseiterrolle ein und wird von ihren Mitschülern auf das übelste gemobbt.
Mobbing wird zwar mehr und mehr zu einem Thema innerhalb der Medienlandschaft – es ist dennoch so, dass lediglich die Spitze des Eisbergs bekannt zu werden scheint. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viele Menschen gemobbt werden und sich dabei nicht offenbaren wollen oder gar können.
Über Anja kursieren die bei ihr vorgenommenen Verletzungen körperlicher als auch seelischer Art dem Zeitgeist entsprechend auch noch als schockierende Videos und bloßstellende Fotos, die in der gesamten Schule ihre Runde machen – Dadurch wird das Problem noch verstärkt, da man sich als Opfer darbietet und genügend Trittbrettfahrer aufspringen und in das selbe Horn blasen.
Anja wird dabei überwiegend von einer Mädchenclique fertig gemacht – dies geht über Beschimpfungen, Prügel, Tritte, Drogen bis hin zu Vergewaltigungen der übelsten Art. All dies zur Freude und zum Zeitvertreib der Gruppe.
Corinna Engel und Christian Kaiser führen den Leser direkt in das Geschehen – ihre Sprache ist weder hochgestochen noch anklagend – vielmehr lenken sie den Leser exakt in die Betrachterrolle und man ist mehr und mehr über das brutale Geschehen schockiert.
Während der Lektüre von Seelenvernichter fragt man sich andauernd, ob es Lösungen zur Beseitigung dieses Dilemmas geben kann. Leider finden sich hier nur Ansätze, da man weiß, wie leicht es ist, zu Mobben und  wie froh man ist, in diesem Augenblick nicht in der Opferrolle auftreten zu müssen. Ich denke, jeder kennt einige der beschriebenen Situationen. Gibt es doch absolut keinen Lebensabschnitt und keinen sozialen Stand, in dem Mobbing in irgendeiner Art und Weise nicht vertreten wäre.
Anja ist eine reale Person und die Inhalte dieses Buches beruhen auf Erzählungen von ihr. Corinna Engel und Christian Kaiser führten dies in einen Kontext, der komplett auf die üblichen Romanbeschreibungen verzichtet. Sie erzählen schonungslos und detailgetreu das Geschehen und öffnen somit diesen Lebensabschnitt Anjas der Öffentlichkeit, um auf diese Missstände hinzuweisen. Die Sprache ist perfekt geeignet, dieses Buch zur Pflichtlektüre an allen Schulen zu machen. Nur so könnte zumindest der ein oder anderen Person ein Auge aufgehen – und jede(r), der sich von der Täterrolle wegbewegt wäre ein Erfolg ohne Gleichen.
Die beiden Autoren schildern neben den Brutalitäten auch das innere Leben Anjas, die mehr und mehr zerfällt und sich auf die Opferrolle wehrungslos einlässt, in der Hoffnung, dadurch entweder Anerkennung zu bekommen oder sehr schnell ihre Ruhe zu haben.
Die Situation spitzt sich mehr und mehr zu und man erhofft ein beruhigendes Ende, in dem sich alle Knoten auflösen und die rettende Antwort dargelegt wird. Dies wird jedoch nicht geschehen und somit ist man als Leser mit der Situation konfrontiert und man ist gewillt, Antworten auf anderen Wegen zu suchen.
Dieser Umstand hebt das Buch ungemein – ein allumfassender Lösungsansatz ist nicht vorhanden und genau aus diesem Grund können die Autoren auch keinen vorstellen.
Man Man steht somit alleine mit der Erfahrung des Gelesenen und kann nur noch ein verstärktes Auge auf die Umgebung werfen, in der Hoffnung, erste Mobbingansätze zu erkennen und zu vermeiden versuchen.
Wie gesagt, sollte dieses Buch eine Pflichtlektüre des Kultusministerium werden – ich denke, dies würde erheblich mehr helfen als beschönigende, sozialpädagogische Ansätze, die doch nur am Rande in den Schülers Gedanken fruchtbar sein können. Ebenso wie die Autoren bin ich auch der Meinung, dass nur diese schonungslose Darstellung manch Auge öffnen kann.
Ich hoffe, dass Anja ihren Weg gefunden hat und möchte dieses Buch vorbehaltlos jedem nur noch ans Herzen legen.
Jürgen Seibold/05.04.2012

 

Seelenvernichter KAUFEN BEI AMAZON

4. Auflage
Originalausgabe 06/2011
(c) 2011 by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-60184-0
ca. 255 Seiten / € 8,99

COVER:

Er kommt, wenn das Leben gegangen ist

Peter Anders ist Tatortreiniger. Er beseitigt, was der Tod hinterlassen hat. Jetzt schildert er erstmals seine spektakulärsten Fälle. Er erzählt von den Begegnungen mit den Angehörigen, von den Schicksalen, die sich hinter den Wohnungstüren verbergen, vom Geruch des Todes, den man nie wieder vergisst – spannende Kriminalfälle, bewegende Schicksale, Grenzerfahrungen!

REZENSION:

Durch einen Zufall erhielt ich dieses Buch – insbesondere, da ich als Thriller- und Horrorleser bekannt bin und mein Umkreis bei allem, was mit Tod zu tun hat, sagen, dass wäre doch was für mich…
Nun, normalerweise lese ich fiktive Werke – habe mich aber trotzdem auf dieses Buch eingelassen. “Was vom Tode übrig bleibt” handelt nicht nur von dem Tatortreiniger Peter Anders, sondern ist zugleich von ihm geschrieben worden. Allein dadurch erhält dieses Buch bereits unwahrscheinlich viel Authentizität. Peter Anders ist Feuerwehrmann und fing als Schädlingsbekämpfer an zu arbeiten. Er kam dann durch diese Tätigkeiten über zu dem oben genannten Einsatzgebiet und arbeitet nun auch als einer der wenigen Tatortreiniger Deutschlands.
Peter Anders erzählt unverblümt seine Geschichte und man ist zuweilen schockiert, betrübt, mitgenommen, jedoch auch durchweg mit dem Drang beseelt, die weiteren Seiten zu erforschen. Sicherlich, durch die unverblümte Art des Autors riecht es teilweise durch die Seiten und man hat das Gefühl, während der Sisyphusarbeit an seiner Seite zu stehen um ihm über die Schulter zu schauen.
Glücklicherweise besitzt der Autor auch einen dezenten Humor, den er in seiner Geschichte an den richtigen Stellen einfügt und dadurch nicht nur die Glaubwürdigkeit erhöht sondern auch den Leser wieder bei der Hand nimmt und aus den schrecklichen oder gar abstoßenden Einsatzorten wider mit nach draussen nimmt.
Es ist erstaunlich, dass sich jemand die Mühe zum Schreiben dieses Buches machte – vielmehr bin ich aber der Meinung, dass so ein Buch auch absolut notwendig ist und mit Sicherheit sehr vielen Menschen – ob dieses besonderen Themas – manches Auge öffnen kann.
Ein absoluter Tipp für die etwas andere Lektüre, die durchweg interessant, humorvoll und voller Einfühlsamkeit aber auch Ironie erzählt worden ist. Nur zu empfehlen!
Jürgen Seibold/01.04.2012

 

Was vom Tode übrig bleibt: Ein Tatortreiniger berichtet KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel: Alphabethuset
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess und Marieke Heimburger
Deutsche Erstausgabe 2012
(c) 2007 Jussi Adler-Olsen
(c) 2012 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-24894-5
ca. 590 Seiten / € 15,90

COVER:

“Als Bryan das Rote Kreuz auf den Dächern sah, atmete er tief durch. Trotz der vielen Sandsäcke, trotz der vergitterten Fenster im ersten und zweiten Stock und trotz etlicher Wachen mit Hunden wirkte die Anlage tatsächlich wie ein ganz normales Krankenhaus. ‘Aber lass dich nicht täuschen’, dachte Bryan, als man ihn zu den Gebäuden brachte. Wer ihn in diesem Moment anlächelte, konnte im nächsten Augenblick schon sein Henker sein …”

1944. Nach einem Flugzeugabsturz über deutschem Territorium retten sich die beiden britischen Soldaten Bryan und James in einen Lazarettzug, der verletzte deutsche Soldaten von der Ostfront nach Hause bringt.

Unter falscher Identität landen die Piloten als Patienten im “Alphabethaus”, einem Krankenhaus in der Nähe von Freiburg im Breisgau. Bryans und James’ einzige Chance, dort zu überleben, besteht darin, sich selbst als psychisch krank auszugeben. Doch können sie das, ohne Schaden zu nehmen an Leib und Seele? Und: Sind sie die einzigen Simulanten?

Jahrzehnte später werfen entsetzliche Ereignisse der Vergangenheit noch einmal ihre brutalen Schatten auf die Überlebenden …

REZENSION:

Als ich DAS ALPHABETHAUS erhielt, war ich sofort voller Freue, erneut ein Werk über das von mir mittlerweile ins Herz geschlossene Sonderdezernat Q lesen zu können.
Wie ich leider ziemlich schnell feststellen musste, handelt es sich bei DAS ALPHABETHAUS weder um einen weiteren Roman über Carl Morck, noch um einen neuen Roman von Jussi Adler-Olsen. DAS ALPHABETHAUS ist interessanterweise das ursprüngliche Debüt des Autors und wurde nun durch den Erfolg der Morck-Reihe in Deutschland ebenfalls aufgelegt.
DAS ALPHABETHAUS beginnt im 2. Weltkrieg und lässt zwei englische Flieger notlanden und lediglich der Eintritt in ein Irrenhaus als Simulanten lässt die beiden weiter am Leben. Dieser Teil ist von Jussi Adler-Olsen absolut niveauvoll und trotz dem Simulantentum sehr glaubwürdig erzählt. In meinen Augen hätte die Episode ruhig in dieser dunklen zeit weiter fortgeführt werden können.
Jussi Adler-Olsen lässt jedoch den Krieg bereits nach dem ersten Drittel seines Werkes hinter sich und springt sogleich 30 Jahre in die Zukunft. In den siebzigern ist immer noch einer der beiden englischen Soldaten auf der Suche nach seinem Freund, den er durch seine Flucht aus dem Alphabethaus im Stich lassen musste.
Hier entsteht nun nicht nur eine Geschichte um Freundschaft sondern auch ein klassischer Thriller, der mit einer gut erzählten und spannenden Darbietung geschickt die im Krieg entstandenen Fäden weiterspinnt und beinahe zu schnell auflöst.
Das Buch ist anfangs bedrückend und lässt die unsägliche Zeit des Zweiten Weltkrieges in einem kleinen Bereich neu auferstehen – die folgenden zwei Drittel des ALPHABETHAUSES sorgen für eine geschickte Unterhaltung des Thrillerlesers – ohne dabei in starke Spannungsbögen zu springen, glücklicherweise jedoch ebenfalls ohne zu langweilen. Somit bleibt ein sehr interessanter Roman über die Erlebnisse zweier Freunde während der dunkelsten Zeit Europas und einer Suche nach einem Freund, um nicht nur das eigene Gewissen zu bereinigen sondern auch, um diese Freundschaft neu aufleben zu lassen.
Jürgen Seibold/04.03.2012

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COVER:

In Fabelheim, dem Schutzreservat für magische Kreaturen, fallen immer mehr Wesen des Lichts der schrecklichen Schattenplage zum Opfer und Verwandeln sich in Kretauren der Finsternis. Kendra und ihr Bruder Seth wachsen über sich selbst hinaus, um Fabelheim zu retten. Dabei ist die Schattenplage nur ein Ablenkungsmanöver. Denn die geheimnisvolle Gesellschaft des Abendsterns strebt nach der Vernichtung alles Guten in der Welt – und nur die Geschwister können sie noch aufhalten.

REZENSION:

Fabelheim zum ersten, Fabelheim zum zweiten – und endlich auf Fabelheim zum dritten!
Das Gedulden hat vorerst ein Ende! Der lang ersehnte dritte deutschsprachige Teil der Serie, um das Schutzreservat für magische Kreaturen, ist auf dem Markt erschienen.
Während man in Amerika bereits den Abschluß der Saga, mit dem fünften Band, lesen kann, ist es hier ein Trauerspiel, dass sich die Reihe nicht der gleichen großen Beliebtheit wie in den Staaten erfreut.
Umso glücklicher bin ich, dass ich nun nicht nur im originalsprachigen Roman schmökern konnte, sondern auch eine Übersetzung in meiner Muttersprache in Händen halten konnte, nach der ich schon längst meine Finger ausgestreckt hatte.
Meistens findet man diese dann zwar miserabel – doch bei dem Buch ist das anders… Wer des englischen nicht bis in Perfektion mächtig ist, der kann getrost zur jetzt auf dem hiesigen Markt erschienenen Version tendieren.
Zur Geschichte sei zu sagen, dass sie nur eine Fortsetzung der bereits publizierten Romane sein konnte – allerdings eine, die mich noch ein Stück weit mehr begeisterte, als die bereits vorausgegangenen.
Diesmal greift im Reservat die Schattenplage, auch Titel dieses Teils, um sich. Zuerst erhascht sie nur einige Bewohner. Dann wütet sie durch Ansteckung so, dass bald fast alle Wesen infiziert sind. Sie verändert ihre Charaktere – Kreaturen des Lichts werden dunkel, verfinstern ihr Äußeres, wie ihr Verhalten.
Steckt die Gesellschaft des Abendsterns dahinter, die bemüht ist die Schutzgebiete zu zerstören, die dort versteckten Artefakte zu rauben und mit ihrer Hilfe eine Pforte zu öffnen, die nicht nur üble Gestalten, sondern auch den größten Dämon freiließe?
Und kann die Gemeinschaft der Ritter der Morgenröte, von denen Kendra aufgefordert wird ihnen beizutreten, dies verhindern?
Oder bleibt alles an Seth, ihrem Bruder, hängen, das Reservat zu retten, während Großvater Sorensen alles macht, um gleiches für seinen Enkel zu tun?
Ein zauberhafter Roman über magische Kreaturen mit wunderschönen Illustrationen.

Herausgekommen bei Penhaligon mit der ISBN 978-3-7645-3089-1.

Miriam Stephanie Reese
(Februar 2012)

 

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Originalausgabe 2012
(c) 2012 Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
ISBN 978-3-423-21345-5
ca. 271 Seiten / € 9,95

COVER:

Ex-Geheimagent James Gerald (70) zieht von London vorübergehend in die Seniorenresidenz Eaglehurst im südenglischen Hastings, um den mysteriösen Tod seines Freundes William Morst aufzuklären. Nur widerwillig lässt der nach einer Bronchitis geschwächte James die penetrante Fürsorglichkeit der Heimleiterin Mrs White, plüschige Tanztees, den Homöopathie-Hokuspokus von Dr. Goat und den Limerick-Club der entzückenden Schwestern Edith und Eleonora über sich ergehen und macht notgedrungen gute Miene zu dem Spitznamen “Null-Null-Siebzig”, den ihm das Pflegepersonal verpasst. Ein plötzlicher Todesfall beim Bingo bestätigt bald James’ Verdacht, dass es hinter den Mauern des ehemaligen Grandhotels nicht mit rechten Dingen zugeht. Da trifft es sich gut, dass seine langjährige Kollegin und Londoner Nachbarin Sheila Humphrey – temperamentvoll, attraktiv, Orchideenliebhaberin und mit ihren 67 Jahren immer noch begeisterte Minirock-Trägerin – vorbeischaut, einen Spezialrollator mit eingebauter Reizgasdüse im Gepäck. Eine gefährliche Mörderjagd beginnt …

Null-Null-Siebzig Operation Eaglehurst: Kriminalroman KAUFEN BEI AMAZON

Originaltitel:
Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann
Deutsche Erstausgabe 2012
(c) 2009 Kjell Eriksson
(c) 2012 der deutschsprachigen Ausgabe: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. Kg, München
ISBN 978-3-423-21339-4
ca. 318 Seiten / € 9,95

COVER:

Mit der Beschaulichkeit in Uppsalas Villenviertel ist es vorbei, als dem fünfundachtzigjährigen Medizinprofessor Bertram von Oller, der dort zurückgezogen und nur in Gesellschaft seiner Haushälterin Agnes lebt, der Nobelpreis verliehen wird. Besonders sein Nachbar und ehemaliger Kollege Johansson beobachtet von seinem gläsernen Turm aus misstrauisch das Treiben vor dem Haus des Preisträgers. Eines Nachts landet ein Stein auf dem Dach, und im Briefkasten liegt ein Totenschädel. Bestürzt alarmiert von Oller die Polizei, die ihre Suche nach dem Urheber der Bedrohungen bald erfolglos aufgibt. Als kurz darauf ein junger Gärtner spurlos aus des Professors Garten verschwindet, nimmt der Fall für Ann Lindell und ihr Team ungeahnte Ausmaße an.

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