Charlie Human: Apocalypse Now Now. Schatten über Cape Town

© Fischer Tor
ISBN 978-3596034987
ca. 352 Seiten

COVER:

Mit ›Apocalypse Now Now‹ hat Charlie Human »ein verrücktes, finsteres, respektloses und wunderbar abgedrehtes Debüt« (Lauren Beukes) geschrieben, das in seiner Heimatstadt Cape Town spielt. Südafrikanische Mythologie + magiebegabte Kopfgeldjäger + Rock’n’Roll-Highschool = punkige Urban Fantasy vom Allerfeinsten.

Eigentlich läuft für den 16-jährigen Baxter gerade alles rund. Sein kleines Pornobusiness an der Highschool boomt, die Eltern lassen ihn in Frieden, und er ist über beide Ohren in die zauberhafte Kleptomanin Esmé verliebt. Doch als diese von einem wahnsinnigen Serienmörder entführt wird, laufen die Dinge aus dem Ruder. Zusammen mit dem Kopfgeldjäger Jackie Ronin macht Baxter sich auf die Suche nach ihr und entdeckt hinter dem gewöhnlichen Alltag von Kapstadt eine Schattenwelt der Ungeheuer und Magie.

Ein anarchisches, übersteuertes und verdammt witziges Fantasy-Debüt mit Kultbuchpotenzial. Mit ›Apocalypse Now Now‹ und der Fortsetzung ›Kill Baxter‹ macht Charlie Human den ganz Großen der Urban Fantasy – Neil Gaiman, Jim Butcher und Ben Aaronovitch – ernsthaft Konkurrenz.

REZENSION:

Der 16-jährige Baxter lebt relativ unbeschadet vor sich hin. Seine Eltern stellen für ihn absolut kein Problem dar und sein eigenes kleines Unternehmen läuft nahezu problemlos und sorgt für ein ausreichendes Einkommen. Dies, obwohl sein Business nicht gerade unangreifbar wäre: Handelt er doch in der Highschool mit Pornos für jeglichen abartigen Geschmack. Ganz neu im Programm sind Pornos mit irgendwelchen Monstern oder ähnlichem unglaublichen Getier.
Nebenbei ist er mit Esme liiert und freut sich seines Lebens. Aufgrund seiner Art ist er zwar einigermaßen angesehen, gleichzeitig nutzt er seine Mitschüler aber je nach Gebrauch schlichtweg aus.
Plötzlich wird jedoch seine Freundin entführt – angeblich von einem Serienmörder. Ab diesem Augenblick wird ihm klar, dass sich hinter dieser Beziehung für ihn wohl doch erheblich mehr dahinter verbirgt. Scheinbar spielt “Liebe” doch eine Rolle in seinem Leben.
Angestachelt von seinen erwachten Gefühlen macht er sich auf die Suche nach ihr und wird dabei von einem sehr kuriosen Kopfgeldjäger unterstützt.
Ab diesem Augenblick steht die gesamte Welt Baxters auf dem Kopf: Wie er feststellen muss, gibt es in Kapstadt eine verborgene Welt voll unglaublicher Wesen und magische Elemente.
Charlie Human legt wahrlich eine rasante Achterbahnfahrt voll interessanter Begebenheiten vor. Allein der Ideenreichtum macht unglaublich viel Spaß und man ist durchgehend interessiert, zu welchem Ende diese abgedrehte Geschichte wohl führen wird. Gleichzeitig nimmt der Autor absolut kein Blatt vor den Mund und somit sollte man als Leser schon einiges aushalten können.
Dies klingt alles schon einmal sehr positiv – nichts desto trotz hatte ich einige Probleme mit der Geschichte. Diese gingen aber nicht so weit, dass ich da Buch abgebrochen hätte. Nein, dafür war die Story doch zu interessant und voll wirrer und dennoch an die Seiten fesselnden Begebenheiten.
Ich glaube, es liegt einfach daran, dass die Geschichte hauptsächlich in der Ich-Form geschrieben ist und ich immer wieder irgendwie mit diesem Stil Probleme zu haben scheine. Es fällt mir einfach eher schwer, in solche Geschichten ein zu tauchen.
Alles in allem ist Apocalypse Now Now dennoch eine recht interessante Story, die mit einer relativ frischen und erfreulich abgedrehten Idee aufwartet.
Wer somit mit der Erzählung in Ich-Form keine Probleme hat und einfach mal mit einer sehr punkigen und abgedrehten Story seinen Alltag versüßen möchte, der kann hier sicherlich einiges für sich herausholen. Mir hat es jedenfalls einigermaßen gut gefallen – schaffte es aber nicht, mich rundum zufrieden zurück zu lassen.
Jürgen Seibold/15.09.2017
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Anthony Ryan: Das Lied des Blutes (Rabenschatten 1)

Originaltitel: Blood Song. A Raven’s Shadow Novel
Aus dem Englischen übersetzt von Sara und Hannes Riffel
©2011 by Anthony Ryan
Für die deutsche Ausgabe: ©2014, 2016 by J.G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH, Stuttgart
ISBN 978-3-608-94971-1
ca. 776 Seiten

COVER:

Vaelin al Sorna, der berühmteste Gefangene des Reichs und sein größter Kämpfer, erzählt die atemberaubende Geschichte seines Lebens. Er ist an Bord eines Schiffs, das ihn zu dem Ort bringen soll, an dem es für ihn um Leben und Tod geht. Einst war er von seinem Vater als Zögling in das Kloster des Sechsten Ordens gebracht worden, wo er zum Krieger ausgebildet wurde. Nun sind die Namen, die er sich im Kampf verdient hat, über alle Grenzen hin bekannt: Schwert des Königs, Dunkelklinge, Rabenschatten und am gefürchtetsten: Hoffnungstöter.

REZENSION:

Der junge Vaelin wird unvorbereitet von seinem Vater vor den Toren des Sechsten Ordens abgegeben.
Dieser Orden bildet Krieger aus und unterstützt damit – als Kämpfer des Glaubens – den Herrscher bei der Sicherung seines Reiches.
Vaelin wird dabei zu einem der Größten von ihnen. Sein Name wird im gesamten Reich und noch darüber hinaus bekannt. In Anthony Ryans erstem Rabenschatten-Band erfahren wir einen großen Teil über das Leben und Wirken Vaelin al Sornas.
Prinzipiell könnte man sich natürlich als geneigter Fantasy-Leser auch bei diesem Schmöker fragen, warum man sich so etwas überhaupt antut. Erneut ein erster Band mit bereits weit über 700 Seiten. Eine nicht gerade neu klingende Geschichte und somit wohl auch diesmal Stoff, der zum Träumen und Abtauchen anregt.

Ist das wirklich so? – Mitnichten!
Ja, Anthony Ryan erzählt lediglich die Geschichte einer Person von A bis Z: Der junge Vaelin lernt ausschweifend beschrieben sein blutiges Handwerk, fällt eines Tages in die Abhängigkeit des Königs und macht sich auf den Weg zu diversen Kämpfen – immer begleitet von manch einer dezent eingeflochtenen Intrige des Königshauses.
Aber: Es gibt im Genre der Fantasy ab und an Werke, die einen Leser wieder von seinem bevorzugten Genre überzeugen können. Teilweise muss man dafür Jahre voll Hoffnung hinter sich bringen und wenn ich so zurück denke, ist es wahrlich schon lange her, dass mich ein Fantasyroman absolut und uneingeschränkt so überzeugen konnte, wie vorliegendes Lied des Blutes.
Vor vielen Jahren ging es mir mit Williams’ Drachenbeinthron recht ähnlich, danach wurde es dünn, bis Martin mit seinem Song Of Ice And Fire ums Eck kam. Dieser war mir dann aber nach dem achten Band dann doch zu langatmig und ich schwenkte meine Nase lieber in andere Werke des Genres der phantastischen Literatur.
Nun jedoch Anthony Ryan – und dieser Name sagte mir bis dato leider absolut gar nichts. Beschämt kann ich somit lediglich dieses Werk jedem an das Herz legen, der sich für etwas anspruchsvollere und sehr intelligent geschriebene Fantasy interessiert. Nebenbei erwähnt: Es gibt hier keine Wesen, Drachen, etc. Das ganze Buch wirkt eher wie ein Tatsachenbericht aus einer mittelalterlich angehauchten Welt.
Ryan ist wohl der einzige Autor, der es bisher geschafft hatte, mal locker 300 Seiten einfach nur über die täglichen Tätigkeiten seines Protagonisten zu erzählen. Recht viel mehr passiert zuerst einmal nicht – dennoch war ich wie schon lange nicht mehr an die Seiten gefesselt.
Ich ziehe wahrlich meinen Hund vor diesem rundum virtuos erzählenden Autor. Herzlichen Dank für diese geniale Geschichte, die mich mehrere Stunden in weit entfernte Welten entführen konnte.
Jürgen Seibold/07.09.2017
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HYS087 – Urlaubsnachbetrachtung

Die neue Podcastfolge:

Liu Cixin: Die drei Sonnen

Deutsche Erstausgabe 01/2017
©2006 by Liu Cixin
©2017 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-31716-1
ca. 592 Seiten

COVER:

China, Ende der 1960er-Jahre: Während im ganzen Land die Kulturrevolution tobt, beginnt eine kleine Gruppe von Astrophysikern, Politkommissaren und Ingenieuren ein streng geheimes Forschungsprojekt. Ihre Aufgabe: Signale ins All zu senden und noch vor allen anderen Nationen Kontakt mit Außerirdischen aufzunehmen. Fünfzig Jahre später wird diese Vision Wirklichkeit – auf eine so erschreckende, umwälzende und globale Weise, dass dieser Kontakt das Schicksal der Menschheit für immer verändern wird.

REZENSION:

In unserer, eher vom Westen geprägten Welt, ist es doch immer noch recht selten, dass ein Buch eines chinesischen Autors seinen Weg zu uns findet. Ich bin sehr froh, dass es im Falle Liu Cixins dennoch funktioniert hat. Wir müssten sonst einen sehr interessant erzählten Science Fiction Roman missen.
Cixin erschafft in seinem Buch “Die drei Sonnen” einen weit ausholenden Bogen über etwa 50 Jahre. Er spart dabei nichts aus und beginnt fast mit einer historischen Betrachtung der revolutionären Zeit Chinas. Nebenbei entwickelt sich sehr ruhig und langsam der Science-Fiction-Anteil seiner Geschichte. Dieser ist gefüllt mit einer Vielzahl an wissenschaftlichen Erklärungen und einem recht oft auftretenden Plot innerhalb der virtuellen Welt eines Spiels.
Diese beiden Pole wurden mir beinahe zu viel, da ich mir eine gewisse Zeit nicht sicher war, ob ich diesen allumfassenden Wissenschaftsbackground überhaupt benötige (ich verstehe davon das meiste eh nicht…) und ich mich sehr oft fragte, was mir der Autor mit seinen Szenen innerhalb der Spielewelt sagen möchte.
Nach und nach lüftete Cixin das Geheimnis und die Geschichte konnte mich immer stärker überzeugen.
Es gibt eine ausreichende Anzahl an unterschiedlichen Handlungsfäden, die alle auch aus unterschiedlichen Genre kommen könnten.
Die wissenschaftlichen Elemente sind glaubwürdig, manchmal ein wenig zu viel nach meinem Geschmack,  dennoch in dieser Story notwendig, um zur richtigen Richtung zu kommen.
Urplötzlich entwickelt sich eine Bedrohung, deren Auswüchse man mit dem Lesen lediglich dieses Buches noch nicht wirklich erfassen kann. Dafür folgt aber demnächst der zweite Band aus dieser Reihe.
Alles in allem ein sehr interessantes Werk, bei dem ich durch die Vielzahl an für mich nicht verständlichen Wissenschaftsthemen lange überlegte, ob ich es nur gut oder doch sehr gut finden soll.
Nun, ich entscheide mich dafür, dieses Werk als eine außerordentlich gute Bereicherung im SF-Genre zu betrachten und bin trotz einiger für mich unnötiger Seiten froh, es gelesen zu haben.
Ein jedenfalls sehr erfrischendes neues Werk im Genre und ich denke, allein dafür sollte man schon sein Haupt vor dem Autor verneigen.
Jürgen Seibold/27.08.2017
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Guy Gavriel Kay: Im Schatten des Himmels

Originaltitel: Under Heaven
©2010 Guy Gavriel Kay
Für die deutschsprachige Ausgabe:
©2016 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-10-403712-7
ca. 720 Seiten

COVER:

Guy Gavriel Kay ist der Großmeister der historischen Fantasy. Mit ›Im Schatten des Himmels‹ hat er ein bildgewaltiges und fesselndes Epos geschrieben, das in einem phantastischen Reich der Mitte spielt. Kay beschwört das China der Tang-Dynastie herauf und erzählt eine grandiose Fantasy-Geschichte voller Intrigen, Abenteuer und Magie.

»250 sardianische Pferde, Geschöpfe von unvergleichlicher Schönheit und Seltenheit!« Als der Kriegermönch und Gelehrte Shen Tai für seine Heldentaten von der Jadeprinzessin des Nachbarreiches belohnt wird, macht ihn das überaus großzügige und gefährliche Geschenk auf einen Schlag zu einem der mächtigsten Männer im Reich der Mitte.

Die Herrschenden von Kitai – eine Fantasy-Version des Chinas der Tang-Dynastie – wollen jedoch keinen neuen Konkurrenten neben sich dulden und senden Mörder aus, um Shen Tai aus dem Weg zu räumen. Nach einem ersten Attentatsversuch beschließt Shen Tai, in die Hauptstadt zu reisen, um die Pferde dem Kaiser zum Geschenk zu machen. Begleitet wird er von der jungen Kriegerin Wen Song, die geschworen hat, ihn mit ihrem Leben zu beschützen, und dem berühmten Dichter und Trunkenbold Sima Zian, der seinem jungen Freund mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Gefährten erwartet eine abenteuerliche und gefährliche Reise, auf der sich das Schicksal des Reiches entscheiden wird.

Mit seiner unvergleichlichen Charakterentwicklung und der großartigen Handlung wird Kays neuestes Werk Liebhaber von historischen Romanen ebenso begeistern wie Fantasy-Fans.

REZENSION:

Der Fantasy-Autor mit dem nicht gerade leicht zu merkenden Namen Guy Gavriel Kay führt uns mit seinem Buch “Im Schatten des Himmels” in das Land der Mitte und schafft es dabei, trotz Verwendung einer eigenen Dynastie, die reale Tang-Dynastie wieder aufleben zu lassen.
Man könnte sein Werk beinahe als historischen Roman bezeichnen – nachdem der Autor jedoch seine eigene Welt entwickelt, bleibt er seinem ursächlichen Genre treu und kann somit per Leichtigkeit seine eigene Geschichte erzählen, ohne auf historische Besonderheiten im Detail Wert legen zu müssen.
Er erzählt dabei eine wunderschöne Geschichte voll Intrigen, Tradition, Werte, Liebe, Krieg und Macht. Dies alles in einer glaubwürdig dargelegten Welt mit Kulissen, die ich gerne sofort selbst besuchen wollen würde.
Sein Erzählstil ist eingängig, detailreich, tiefgehend, spannend und dennoch frei von irgendwelcher “Hetze”, wodurch sein chinesisches Setting von Seite zu Seite immer mehr an Glaubwürdigkeit gewinnt. Wüsste ich nicht, dass es sich um eine Fantasy-Welt handelt, ich würde ihm jedes Wort uneingeschränkt glauben und dieses Buch als historischen Roman weiter empfehlen. Natürlich ist es ein Fantasyroman – dennoch kann “Im Schatten des Himmels” mit Leichtigkeit auch bei Lesern von historischen Romanen perfekt funktionieren. Ich kann jedem nur raten, es einfach selbst auszuprobieren.
Das Buch ist – wie so oft in diesem Genre – nicht gerade dünn. Sobald man aber die ersten paar Seiten hinter sich hat, merkt man überhaupt nicht mehr, wie viele Seiten man noch vor sich hat – im Gegenteil: Man wundert sich, warum dieses über 700 Seiten dicke Buch plötzlich zu Ende ist.
Dies ist somit wieder einmal ein Buch, dessen Ende man herbeisehnt, um dann leider traurig zu sein, dass es nun bereits erfolgt ist und man das Buch beenden muss.
Ein absolutes Meisterwerk in dem wahrlich alles richtig gemacht worden ist.
Ich freue mich schon sehr auf den bald erscheinenden Fortsetzungsband.
Jürgen Seibold/27.08.2017
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Becky Chambers: Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Originaltitel: The Long Way to a Small Angry Planet
©2014 by Becky Chambers
Für die deutschsprachige Ausgabe:
©2016, S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt a.M.
ISBN 978-3-10-403710-3
ca. 390 Seiten (eBook)

COVER:

Willkommen an Bord der Wayfarer!

Becky Chambers hat mit ›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ eine zutiefst optimistische Space Opera geschrieben, die uns den Glauben an die Science Fiction (im Besonderen) und an die Menschheit (im Allgemeinen) zurückgibt.

Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.
Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört.
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.

›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert, u.a. für den Kitschies Award, den Baileys Women’s Prize for Fiction und den Arthur C. Clarke Award.

REZENSION:

Bei “Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten” scheinen sich wahrlich die Geister zu scheiden. Betrachtet man die verschiedenen Rezension in den Weiten des Internets, gibt es bei diesem Werk wohl zwei komplett divergierende Strömungen. Es gefällt, oder es gefällt nicht.
Leider ist es in diesem Fall so, dass ich wohl zur zweiten – eher negativ darüber denkenden – Strömung gehöre.
Sicher, das Buch besitzt eine sehr gute Sprache. Außerordentlich eingängig geschrieben und strotzend vor einem unendlichen Ideenreichtum der Autorin. Gleichzeitig in meinen Augen etwas zu leicht geschrieben. Dies könnte aber Absicht sein, denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Leserklientel eine sehr große Altersspanne inne haben kann. “Der Weg zu einem kleinen zornigen Planeten” kann somit problemlos sehr junge als auch sehr alte Leser unterhalten.
Meine persönliche Schwierigkeit liegt somit nicht in der schriftstellerischen Ausführung von Becky Chambers. Vielmehr hatte die Story keine besonderen Anhaltspunkte um mich zu begeistern. Spannungselemente bauen sich nicht ausreichend auf, beziehungsweise werden zu schnell abgehakt. Alles lebt sehr harmonisch und gleichmäßig vor sich hin. Die Geschichte plätschert somit fröhlich vor sich hin und kann dadurch mit Sicherheit eine Vielzahl an Lesern überzeugen – mir reicht es jedoch nicht.
Man fühlt sich immer wieder wie in einem Wohlfühlzenario eines öffentlich-rechtlichen Sonntagabendfilms voll Herzschmerz und wunderschönen Landschaften.
Wer sich in solchen Bereichen wohl fühlt, wird von Becky Chambers Werk begeistert sein.
Jürgen Seibold/27.08.2017
Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten – KAUFEN BEI AMAZON

Ian McDonald: Luna

Originaltitel: Luna – New Moon
Aus dem Englischen übersetzt von Friedrich Mader
Deutsche Erstausgabe 01/2017
©2015 Ian McDonald
©2016 der deutschsprachigen Ausgabe by Wilhelm Heyne Verlag, München
ISBN 978-3-453-31795-6
ca. 512 Seiten

COVER:

Die Zukunft: Der Mond ist den Menschen zu einer zweiten Heimat geworden – trotz der lebensgefährlichen Umweltbedingungen. Doch auf dem Erdtrabanten geschieht nichts, ohne dass die dort ansässigen, rivalisierenden Wirtschaftsgiganten – die sogenannten fünf Drachen – davon erfahren. Einer davon ist die Corta Helio Corporation unter dem Vorsitzder Patriarchin Adriana Corta. Als junge Frau wanderte die Brasilianerin auf den Mond aus, um dort ihr Glück zu machen. Entgegen aller Widerstände kämpfte sie sich in der brutalen Mondgesellschaft nach oben und begründete eines der mächtigsten und reichsten Familienimperien auf dem Mond. Doch dabei hat sie sich eine Menge Feinde gemacht. Feinde, die Adriana und ihren Clan nun zu Fall bringen wollen …

REZENSION:

In LUNA befinden wir uns in der nahen Zukunft – jedoch hauptsächlich auf unserem Erdtrabanten, dem Mond. Dieser wurde aufgrund seiner Rohstoffvorkommen besiedelt und von einigen machthungrigen Gesellschaften nun ausgebeutet. Insgesamt fünf namhafte Familien beherrschen den Trabanten und könnten durch ihre unterschiedlichen Geschäftspraktiken auch ganz einfach nebeneinander agieren und dennoch ausreichend reich werden. Wie auch auf unserem Planeten oft der Fall, besitzen auch diese Familienclans einen sehr starken Machthunger, wodurch sie damit beginnen, den jeweils anderen Clan zu Fall zu bringen.
Ian McDonald beginnt mit seinem Science-Fiction-Roman Luna sehr langsam mit der Einführung seiner nicht gerade wenigen Personen und deren Hintergründe. Hierdurch kann es sehr leicht vorkommen, dass man es als Leser nicht unbedingt bis zum Ende des Buches schafft. Ich hatte mehrmals mit dem Gedanken gespielt, das Buch einfach zur Seite zu legen. Irgendetwas trieb mich dennoch ein wenig an und so gelang es mir, über den erklärenden und sehr lang ausholenden Bereich von etwa 60% des Buches zu kommen. Ab diesem Punkt hat es dann erheblich mehr Freude bereitet, den weiteren Geschehnissen zu folgen.
Das Buch wird beworben als “Game Of Thrones im Weltraum” – ich persönlich würde es eher mit der damaligen 80er-Jahre Serie namens “Dallas” vergleichen. LUNA könnte auch ganz einfach auf unsere Planeten spielen – durch die Verwendung des gut dargelegten Settings auf dem Mond trägt der Autor seine Geschichte aber auf einen weitaus interessanteren Level, denn nur durch Verwendung dieser lebensfeindlichen Welt funktioniert sein Werk und geht nicht unter in der Belanglosigkeit eines weiteren Wirtschaftsthrillers.
Ian McDonald lässt sich wirklich außerordentlich viel Zeit und quält damit ein wenig seinen geneigten Leser. Nichts desto trotz hat er es dennoch geschafft, mich mit einem klassischen Cliffhanger zu überraschen, der wohl dafür sorgt, dass ich mir auch den Folgeband zu Gemüte führen werde.
Alles in allem eigentlich eine recht belanglose und schon oft dagewesene Storyline – dennoch sehr gut ausgeführt und mit einem neuen Setting unterlegt.
Die Familienclans sind irgendwie alle negativ und ausbeuterisch besetzt, trotzdem mag man die eine mehr, die andere weniger.
Schlußendlich muss man es einfach mögen, mit einer sehr ruhigen und langatmigen Erzählweise klar zu kommen. Wenn man sich darauf einlässt, funktioniert LUNA ziemlich gut – ich hoffe aber, dass Ian McDonald im zweiten Band – die Personen kennen wir nun ja – erheblich mehr Gas geben wird. Sollte dies der Fall sein, kann man Buch eins erheblich besser verschmerzen, da es dann als Einführung in eine neue Welt fungiert.
Jürgen Seibold/27.08.2017
Luna: Roman (Luna-Reihe, Band 1) – KAUFEN BEI AMAZON

Charlie Jane Anders: Alle Vögel unter dem Himmel

Originaltitel: All the Birds in the Sky
©2016 Charlie Jane Anders
Für die deutschsprachige Ausgabe:
©2017 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main
ISBN 978-3-10-403838-4
ca. 330 Seiten (eBook)

COVER:

›Alle Vögel unter dem Himmel‹ von Charlie Jane Anders ist vieles: ein magischer Science-Fiction-Roman, eine unvergessliche Liebesgeschichte zwischen einer Hexe und einem Nerd – und eine feinsinnige Bestandsaufnahme des modernen Lebens.

Patricia Delfine merkt früh, dass sie eine Hexe ist. Schließlich kann sie mit den Vögeln sprechen – oder konnte es früher zumindest einmal (an jenem warmen Sommertag). Laurence Armstead ist ein Nerd: Schon als Highschool-Schüler erfindet er in seinem Kinderzimmer eine Zeitmaschine, die es ihm erlaubt, zwei Sekunden in die Zukunft zu reisen. Obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden sie schnell Freunde.
Gegen Ende der Schulzeit verlieren sie sich aus den Augen, nur um sich einige Jahre später in San Francisco wiederzutreffen: Doch der Zeitpunkt ist denkbar ungünstig: Die Welt wird gerade von einer ökologischen Katastrophe heimgesucht: Ganze Regionen versinken im Meer, Flüchtlingsströme durchziehen die Welt. Wissenschaftler wie Hexen suchen nach einem Ausweg, können sich jedoch nicht einigen. Laurence und Patricia finden sich auf unterschiedlichen Seiten der Auseinandersetzung wieder und müssen sich fragen: Wem können wir trauen, wenn die Welt aus den Fugen gerät, dem Verstand oder dem Gefühl?

REZENSION:

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass man hier das Buch definitiv nicht auf Basis des Covers beurteilen kann. Ganz schlicht prangt darauf lediglich der Autorenname sowie der Titel des Buches. Beides platzfüllend und ohne jegliche bildhafte Unterstützung.
Somit lässt sich durch den Umschlag schon einmal nichts über das gedruckte Wort zwischen den Deckeln erahnen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass es ein solches Werk auf dem üblichen Büchertisch in einem Laden recht schwer haben könnte. Nichts desto trotz hat es dieses Buch definitiv verdient, von seinem zukünftigen Leser nach Hause genommen zu werden.
Ich greife jedoch vorweg: Ich konnte mir absolut keinen Reim auf den Inhalt machen, wusste lediglich, dass es wohl eine Art Crossover zwischen Fantasy und Science Fiction zu sein scheint. Nun, dies klingt doch allein schon recht vielversprechend und somit siegte meine Neugierde zu Gunsten des ersten umfänglichen Romans von Charlie Jane Anders.
Anfangs war ich dennoch sehr skeptisch, ob ich nun eine für mich Interessante Geschichte oder gar ein Jugend-, wenn nicht sogar ein Kinderbuch in meinen Händen halte. Der Grund liegt am Anfang: Lese ich doch in einer recht einfach gehaltenen Sprache von einem jungen Mädchen, welches plötzlich mit den Vögeln sprechen kann und mit ihnen gemeinsam zu einer Vogelversammlung geht.
Nach und nach steigt jedoch die Story in eine Ebene, die dafür sorgt, dass man einfach nicht mehr davon loskommt. Wir begleiten die beiden Außenseiter durch ihr Leben – eine der Natur verbundene Hexe und ein Wissenschaftsnerd, der sich der technischen Entwicklung verschrieben hat. Beide exzentrische Außenseiter, die von ihren Mitschülern dementsprechend gemobbt werden. Nach und nach entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte mit allen möglichen Höhen und Tiefen zwischen diesen Beiden. Gleichzeitig sind sie Konkurrenten auf ihrem jeweils eingeschlagenen Weg.
Charlie Jane Anders entwickelt nach und nach recht rasante und dennoch sehr philosophische Geschichte, deren Inhalt einfach als wunderschön zu betrachten ist.

Prinzipiell würde ich jetzt nicht unbedingt von Fantasy vs. Science Fiction sprechen – spielt die Geschichte doch gefühlt in unserer Zeit und die technischen Errungenschaften, die von den Nerds gerade entwickelt werden oder wurden, klingen recht plausibel. Gut, die Fähigkeiten einer Hexe klingen nach Fantasy – aber was soll‘s? Könnte doch ein Quentchen Wahrheit sein…
Alles in allem kann ich dieses Buch jedem wirklich nur ans Herz legen. Es handelt sich darin einfach um eine durchweg gelungene Geschichte, die erfrischend neu wirkt und in der viele Sätze zum Nachdenken anregen. Diese sind dabei so nebenbei eingestreut, dass sie einfach zur Story gehören und dem Leser in kleinster Weise irgendeinen erhobenen Finger vor die Augen halten möchten. Trotzdem könnte man sich sehr gut vorstellen, dass die beiden Bereiche gemeinsam wohl sinnvoller wären – aber darum geht es hier nicht.
Kurzum: Genießt einfach dieses Buch, es lässt einen wirklich auf außerordentlich interessante Art vom Alltag abtauchen. Ein wahrlich perfektes Debüt.
Jürgen Seibold/11.08.2017
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Ernest Cline: Armada – Nur du kannst die Erde retten

Originaltitel: Armada
© 2015 by Dark All Day, Inc.
Für die deutschsprachige Ausgabe:
© 2017 S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt
ISBN 978-3-10-490195-4
ca. 320 Seiten (eBook)

COVER:

Zack Lightman ist ein Träumer und Geek. Seine Freizeit verbringt er am liebsten vor dem Computer, und richtig gut ist er nur in ›Armada‹, einem Virtual-Reality-Shooter, in dem eine außerirdische Spezies versucht, die Erde zu erobern. Damit ähnelt sein Leben zahlreicher anderer Gamer. Bis eines Tages ein echtes Alien-Raumschiff über seiner Heimatstadt auftaucht – und aus dem Computerspiel bitterer Ernst wird. Denn als sich die ersten Wellen außerirdischer Raumschiffe ankündigen, sind es allein die Gamer, die ihnen im Drohnenkampf gewachsen sind. Die besten unter ihnen werden von der Earth Defense Alliance angeworben und ausgebildet. Von einer geheimen Operationsbasis auf dem Mond aus führen Zack und seine Freunde einen Krieg, in dem es um das Schicksal der Erde geht.

REZENSION:

Bereits mit „Ready Player One“ zeigte Ernest Cline virtuos seine Leidenschaft für die 80er Jahre und der Welt der Computerspiele. Nun liegt sein neuestes Werk vor und erneut handelt es sich dabei um eine Art Science Fiction Roman, der jedoch gefühlt in unserer Zeit spielt und dabei nebenbei noch mit einer Vielzahl an Reminiszenzen in besagte 80er Jahre aufwartet.
In „Armada“ stellt sich relativ schnell heraus, dass das Zocken am Computer oder jeder beliebigen Konsole doch mehr Sinn zu haben scheint, als man bisher dachte. Handelt es sich dabei doch tatsächlich um einen Test einer geheimen Regierungsorganisation, die auf Basis der Bestenlisten neue, vielversprechende Rekruten ausbildet.
Diese sollen dabei nichts Geringeres vollbringen, als unsere Welt vor eindringenden Aliens zu retten.
Erneut ist die Geschichte von Ernest Cline sehr speziell. Während meiner Meinung nach sein Erstling „Ready Player One“ am Besten bei Lesern seine volle Wirkung entfalten kann, die bewusst die 80er Jahre selbst erlebt hatten, so funktioniert das interessanterweise im vorliegenden Werk mit Sicherheit hauptsächlich und uneingeschränkt bei der computerspielaffinen Klientel. Somit beinahe ein Buch für Nerds, deren Lebensinhalt das Zocken ist.
Nun gut, jetzt möchte ich dem Buch nicht ungerecht werden. Auch ich hielt es für ausreichend interessant, um nicht abspringen zu möchten. Nichts desto trotz erzählt Cline viele Teile seine Geschichte wie einen Plot direkt dem Konsolenbildschirm entsprungen. Manchmal könnte man dabei vergessen, dass einige als Spiel verpackte Sequenzen doch Real sein sollen.
Nichts desto trotz macht das Buch Spaß und sorgt mit der witzigen Darbietung für eine gute Unterhaltung. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass dieses Werk ebenfalls eines Tages als Film auf den Kinoleinwänden erscheinen wird. Die Geschichte wirkt bereits innerhalb der beiden Buchdeckel wie eine filmische Darbietung und kommt darüber hinaus mit einem beinahe typischen filmreifen Ende, welches dafür sorgt, dass man sich ein klein wenig Gedanken über die Menschheit im Allgemeinen macht.
Kurzum eine doch interessante, eingängig erzählte und irgendwie recht witzig anmutende SF-Story mit angreifenden Drohnen und einer dezenten Moral inklusive Hintertür – ab und an mit einer etwas leicht hervorsehbaren Entwicklung. Ein schöner Zeitvertreib, dennoch nicht ganz am ideenreichen Niveau von „Ready Player One“.
Jürgen Seibold/09.08.2017
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Michael Peinkofer: Kampf der Könige

©2014 Piper Verlag GmbH, München/Berlin
ISBN 978-3-492-70211-9
Ca. 541 Seiten

COVER:

Mit „Die Könige“ führte Michael Peinkofer uns in die düstere Ära der Geschichte des Kontinents Erdwelt. Nun kehren die Helden um den Krieger Dag und seine Gefährtin Aryanwen zurück, um die nächste Schlacht zu schlagen: Das Reich ist zersplittert. Alchemisten betreiben dunkle Magie, und die Stadt Tirgas Winmar erzittert unter der Schreckensherrschaft des Dunklen Königs. Dag und Aryanwen ziehen durch das Land auf der Suche nach ihrem Kind, das sie eins den Orks Balbok und Rammar anvertrauten.
Doch vor ihnen liegt nicht nur ein gefahrvoller Weg, sonder auc das finsterste Geheimnis Erdwelts …

REZENSION:

„Kampf der Könige“ ist der zweite Band der als Trilogie geplanten Reihe mit dem Obertitel „Die Könige“. Zwischen dem ersten Buch und dem vorliegenden liegen in der Geschichte selbst ein Zeitraum von etwa 2 Jahren. Dadurch konnte Peinkofer sehr geschickt ein wenig Gras über die Geschehnisse in „Die Könige“ wachsen lassen. Hierdurch wirken die nun vor dem Leser ausgebreiteten Plots in „Kampf der Könige“ gleich ein wenig glaubwürdiger – ansonsten würde ein Land ja nicht einmal kurz zur Ruhe kommen.
Gleichzeitig ist Alannah, die Tochter Aryanwens nun ganze zwei Jahre älter. Wie man dem Klappentext entnehmen kann, befindet sich Aryanwen mit ihrem königlichen Liebhaber auf der Suche nach ihr. Das lässt bereits beim Lesen der kurzen Klappentextsequenz auf sehr viele neue Begegnungen mit den beiden früheren Hauptfiguren der Orkreihe – Balbok und Rammar – hoffen, denn diesen beiden kuriosen Gestalten gab sie ihr Kind, in der Hoffnung, ihrer Tochter aus der Schusslinie zu bekommen.
Ganze zwei Jahre bei den beiden mehr oder weniger brüderlichen Orks? Das wird doch bestimmt wieder für viele interessante Ereignisse sorgen…
Darüber hinaus ist es natürlich immer noch notwendig, dass die entstehende Dunkle Macht vernichtet werden müsste, damit Erdwelt nach langer Zeit wieder einen angenehmen König bekommt und schlußendlich eine friedvolle Ruhe einkehrt.
Tja, wir sind ja erst im Mittelteil der gesamten Geschichte. Nichts desto trotz erzählt Michael Peinkofer seine Story ungebremst weiter. Dabei schwenkt er sehr schön zwischen Ernsthaftigkeit, düsteren Begebenheiten und witzigen Episoden. Selbstverständlich ist auch „Kampf der Könige“ weiterhin nicht so witzig, wie die ursprüngliche Geschichte über die beiden Orks. Davon abgesehen handelt es sich bei der Königsreihe um eine absolut gelungene, weitere Episode auf Erdwelt. Dies dann sogar noch geschickt mit den anderen Werken verknüpft. Was will man eigentlich mehr?
„Kampf der Könige“ ist weiterhin sehr eingängig und durchweg interessant erzählt. Wie bereits im ersten Band, sind auch hierin sämtliche teilnehmenden Figuren ausreichend detailliert gezeichnet und man schließt uneingeschränkt jede Figur ins Herz. Natürlich manche mehr, manche weniger. Dabei aber ganz egal, ob es sich um eine positive oder eine negative Rolle handelt.
Sehr schön weiterhin natürlich die beiden Ork-Brüder, nun in Kombination mit einer kleinen, selbstbewussten und doch erst 2 Jahre alten Göre, die es in sich hat und mit Sicherheit noch in sich haben wird. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, mit ihr gemeinsam noch viel zu erleben.
Wie bereits beim ersten Band gesagt, wird auch weiterhin das Genre nicht neu erfunden. Aber das braucht es auch nicht. Bücher sind zum Unterhalten da, und wenn jemand seine Leser sehr gut unterhalten kann, dann ist das wohl Michael Peinkofer.
Eine gelungene Fortsetzung der Könige, die hier noch kein Ende finden, aber den Weg in Richtung Band 3 sehr gut vorgegeben hat.
Jürgen Seibold/06.08.2017
Kampf der Könige: Roman (Die Könige, Band 2) – KAUFEN BEI AMAZON

Aliette de Bodard: Das Haus der gebrochenen Schwingen

Originaltitel: The House of Shattered Wings
Aus dem Englischen von Simon Weinert
Deutsche Erstausgabe August 2017
© 2015 Aliette de Bodard
© 2017 der deutschsprachigen Ausgabe Knaur Verlag, München
ISBN 978-3-426-51986-8
ca. 478 Seiten

COVER:

“Alles, was dir lieb und wert ist, wird zerschmettert; alles, was du erbaut hast, wird zu Staub zerfallen; alles, was du gesammelt hast, wird der Sturm davontragen …”

Paris liegt in Trümmern. Menschen, Magier und gefallene Engel kämpfen um die Herrschaft über die zerstörte Stadt. Silberspitzen, einst das mächtigste magische Haus der Stadt, steht vor dem Untergang. Von seinem Anführer Luzifer Morgenstern fehlt jede Spur, und ein tödlicher Fluch fordert immer mehr Opfer unter seinen Anhängern. Drei Außenseiter könnten die Rettung sein: der gefangene Magier Philippe, die junge Gefallene Isabelle und die Alchemistin Madeleine, die abhängig ist von einer zerstörerischen magischen Droge. Doch mit ihrem Wissen könnten die drei Haus Silberspitzen auch endgültig zu Fall bringen …

REZENSION:

Wenn man sich das Cover dieses Buches durchliest, fühlt man sich als Freund guter fantastischer Literatur wie ein Mensch, der seit Wochen nichts gegessen hat und dem nun im Angesicht seiner Leibspeise das Wasser im Munde zusammenläuft.
Hinzu kommt eine Vielzahl an außerordentlich namhaften Auszeichnungen. Was kann man als Leser da einfach mehr erwarten?
Dementsprechend freudestrahlend widmete ich mich diesem Buch und hoffte auf eine nicht enden wollende fantastische Unterhaltung mit einem Plot, der es in sich hat.
Nun, vielleicht bin ich zu anspruchsvoll oder erwartete einfach etwas anderes. In meinen Augen soll eine Geschichte aber grundsätzlich den Leser nicht nur mit einer interessanten Idee überzeugen, sondern diese auch in aller bildlichen Pracht und voller Spannung dem Leser vor Augen führen. Wenn man dann auch noch mit offenem Mund den Blick nicht mehr von den Seiten abwenden kann, hat es ein Autor geschafft und seinen Leser an die Hand genommen.
Tja, all dies schafft leider “Das Haus der gebrochenen Schwingen” trotz der unglaublich interessant klingenden Idee auf keiner Seite – beziehungsweise auf keiner Seite, bis ich das Werk nach wohlwollenden 120 Seiten zur Seite legte, um mich anderen Büchern widmen zu können.
Ich kann nicht nachvollziehen, warum dieses Werk einige namhafte Preise einheimsen konnte – vielleicht ist deren Ansatz ein anderer, als der eines Lesers, der gut geschriebene Geschichten verwendet, um vom normalen Alltag Abstand zu finden.
Vielleicht liegt es an einer holprigen Übersetzung? Dies jedenfalls glaube ich eher nicht und somit liegt es wohl an der Story selbst.
Irgendwie liest man nur von irgendwelchen Personen, die in irgendwelchen ausschweifenden Dialogen von irgendwelchen vergangenen Zeiten labern. Die Sätze dabei sehr oft sehr lang und mit Bindestrichen verknüpft in unermessliche Längen gezogen. Dabei wurde jegliches Auftreten eines kleinen, dezenten Spannungsbogens sofort wieder in die Kiste zurückgerufen. Darüber hinaus sorgte dieser Stil dafür, dass man sich mit absolut keiner Person identifizieren konnte und der eigentliche Handlungsfaden immer wieder verloren ging.
Kurzum gesagt: Ich habe den Inhalt dieses Buches selbst nach 120 Seiten immer noch nicht wirklich verstanden.
Schade, denn die Geschichte hätte unglaublich viel Potenzial zu einer herausragenden Story. Hat jedoch in dieser Ausführung in meinen Augen nicht funktioniert.
Jürgen Seibold/26.08.2017
Das Haus der gebrochenen Schwingen: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

HYS086 – literarische Zukunftsgedanken

Die neue Podcastfolge:

Michael Peinkofer: Die Könige – Orknacht

© Piper Verlag GmbH, München 2013
ISBN 978-3-492-70209-6
ca. 512 Seiten

COVER:

Michael Peinkofers “Orks”-Saga um Balbok und Rammar stand regelmäßig auf den Bestsellerlisten. Nun beginnt ein neues Zeitalter in Erdwelt – die Ära der Könige. Sie kündet vom Kampf der Orks und der Menschen gegen ihren bislang mächtigsten Feind …

Ein kalter Schatten liegt über Erdwelt. Die Reiche der Orks und Menschen wurden von dem Zwergenkönig Winmar und seinen grausamen Schöpfungen unterworfen, metallenen Kolossen, die überall Tod verbreiten. Unterdrückung und Schrecken beherrschen das Land und seine Bewohner. Der menschliche Thronfolger Daghan, geblendet und von seiner geliebten Aryanwen getrennt, verbirgt sich in den Weiten der Wälder vor Winmars Häschern. Doch das Schicksal und ein geheimnisumwitterter alter Prediger halten andere Aufgaben bereit – für Dag ebenso wie für die letzten Helden der Orks…

REZENSION:

Die Geschichten um die beiden Ork-Brüder Rammar und Balbok konnten mich insbesondere wegen ihrer Leichtigkeit und ihres Witzes bereits außerordentlich gut unterhalten. Diese beiden Krieger – eine Hommage an Stan Laurel und Oliver Hardy – standen einfach für sich und man konnte trotz der sehr umfangreichen Werke einfach nicht mehr loslassen.
Nun begeben wir uns mit “Die Könige – Orknacht” – dem ersten Band einer neuen Trilogie – erneut nach Erdwelt und verfolgen die weiteren Geschehnisse.
Im Gegensatz zu den Orkbüchern wird hier etwas weniger Wert auf Witz gelegt, dafür die Schraube im Bereich der düsteren Elemente etwas angezogen. Es dauert wahrlich nicht lange und schon befindet man sich als Leser mitten in Erdwelt und hofft auf spannende Erlebnisse.
Sämtliche Protagonisten als auch Antagonisten sind stimmig dargelegt und gehen uneingeschränkt in das Herz des Lesers. Natürlich erfindet Peinkofer mit diesem Werk das Genre nicht neu – dennoch handelt es sich um einen absolut eingängigen High-Fantasy-Roman, der schlicht und einfach für einige sehr unterhaltsame Unterhaltungsstunden sorgen kann.
Als Fan der beiden Orks freute ich mich natürlich ganz besonders auf den Auftritt dieser beiden unterschiedlichen und durchweg sympathischen Brüder. So wie es scheint, entwickelt sich für die beiden eine ganz besondere Rolle und ich bin bereits sehr gespannt, ob sie auch ausreichend Platz in den beiden Folgebänden bekommen werden.
“Die Könige – Orknacht” ist alles in allem ein interessanter und sehr eingängig geschriebener Fantasyroman, der mit Leichtigkeit dafür sorgt, dass man als Leser einfach abschalten und in Erdwelt abtauchen kann.
Gut und Böse ist relativ sauber definiert und man kann problemlos den Alltag abschalten und den Geschehnissen auf Erdwelt folgen.
Ich freue mich jedenfalls sehr auf die beiden Folgebände, da noch ausreichend weiteres Potenzial besteht und die Geschichte nicht einmal ansatzweise zu einem abschließenden Ende geführt worden ist.
In meinen Augen jedenfalls eine klare Empfehlung für den Genuss eines nicht zu anspruchsvollen aber dennoch einwandfreien Fantasyromans, mit dem man definitiv keinen Fehler macht.
Jürgen Seibold/03.08.2017
Die Könige: Roman – KAUFEN BEI AMAZON

Aleš Pickar: Kalion – Die dunkle Wunde

@2017 Periplaneta – Verlag und Mediengruppe
www.periplaneta.com
ISBN 978-3-95996-042-7
ca. 326 Seiten

COVER:

Unter dem gebrochenen Glanz des Stillen Mahners am Firmament dräut großes Unheil. Denn die Peleori schlagen die Kriegstrommeln – was niemand so recht ernstnehmen will. Das Volk vergnügt sich weiterhin sorglos in Arenen und Freudenhäusern, nur ein zierliches Mädchen, dem die Göttin Niobe erschienen ist, predigt Enthaltsamkeit. Die eigensinnige Prinzessin Linederion trifft nach langer Reise auf ihren Bräutigam, allerdings ist der Herrscher des Ostreichs anders als erwartet. Währenddessen treibt Tausende Meilen entfernt die Schwägerin des Königs Belkar ihre umstürzlerischen Pläne voran. Doch alle Mächtigen des rauen Kontinents Neroè entsenden in diesen Zeiten heimlich Spitzel, Assassine und Legaten. Wer kann es da wagen, zwischen ehrlicher Hingabe und eilfertiger Dienstbeflissenheit, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden …

Aleš Pickar erschuf mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
DIE DUNKLE WUNDE ist der zweite Teil einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

REZENSION:

Wie man meiner Rezension über den ersten Teil dieser Trilogie entnehmen kann, berührte mich zuerst die persönliche Zwiespältigkeit. Diese wurde als nichtsahnend beiseite geschoben und nach Abschluss des ersten Bandes blieb mir nichts anderes übrig, als das unvermeidliche Warten auf Band 2.
Erfreulicherweise erreichte mich dieser und ich konnte erneut in die Welt Neroè eintauchen. Durch den zeitlichen Versatz fiel es mir einige Seiten ein klein wenig schwer, wieder den Weg zurück zu finden. Nachdem jedoch alle gedanklichen Fäden wieder aus der Schublade herauskamen und sich mit den neu entstehenden Fäden im vorliegenden Buch zu verbinden begannen, eröffnete sich mir erneut der virtuos durchdachte Horizont dieser Trilogie.
Im Gegensatz zum ersten Buch verzichtete der Autor zumeist auf geschichtliche Einleitungen zu seinen Kapiteln – immerhin ist das Setting dem geneigten Leser mittlerweile klar. Der kleine Nebeneffekt: Man wird nicht abgelenkt und kann noch rasanter von Kapitel zu Kapitel hetzen – denn nichts anderes bleibt einem bei diesem fantastischen Epos übrig. Pickar lässt uns teilhaben an einer Vielzahl unterschiedlichster Begebenheiten und fortgeführten Intrigen an den unterschiedlichsten Höfen beziehungsweise in den unterschiedlichsten Städten. Nach und nach drückt sich auch das Thema Religion etwas in den Vordergrund und dementsprechend besorgt zeigen sich machthungrige Politiker, die Angst vor dem Verlieren ihrer Pfründe haben.
Die Ehe Linederions wird gänzlich anders vollzogen, als man sich in den schlimmsten Träumen vor zu stellen wagt. DIE DUNKLE WUNDE geht treibend voran und konnte mich erneut der Qualität dieser Geschichte in keiner Sekunde entziehen. Mit Pickar scheint sich ein hochwertiger und wunderbar strahlender Stern am Fantasyhimmel zu entwickeln und man kann nur hoffen, dass er im unvermeidlichen Ende seiner Geschichte in der Lage ist, sämtliche Fäden zu einem plausiblen, gut durchdachten und vor allem spannenden Ende zu bringen.
Bis dahin muss man leider erneut einige Monate warten – ich bin mir aber nach dem erfreulichen Genuss der beiden bisher erschienen Bände sicher, dass sich die Zeit des Wartens lohnen wird.
Ein bis jetzt wahrlich gelungenes und durchweg gut erzähltes Fantasy-Epos mit einer rundum durchdachten Welt. Ich bedanke mich für einige sehr unterhaltsame Stunden der Auszeit.
Jürgen Seibold/16.07.2017
KALION. Die dunkle Wunde: 2 (Edition Drachenfliege) – KAUFEN BEI AMAZON

Sebastian Fitzek: Der Seelenbrecher

©2008 by Knaur Taschenbuch
ca. 361 Seiten

COVER:

Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet.
Ihnen geschah viel Schlimmeres …

Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den “Seelenbrecher” nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …

REZENSION:

Beim Durchstöbern von Buchversandkatalogen, Bahnhofs- oder Flughafenbuchläden, Bibliotheken und Online-Archiven, stolpert man grundsätzlich über Sebastian Fitzek. Wenn man den dazugehörigen Stimmen glauben kann, handelt es sich bei ihm um einen der besten deutschen Autoren für Thriller. Gleichzeitig wohl einer der wenigen, dessen Werke auch in die englischsprachige Welt exportiert werden.
Nun, wenn das mal keine Ansage ist.
Aber: Klingt sowas nicht sehr nach Mainstream? Wohl aus diesem leise herauströpfelnden Hintergedanken wehrte ich mich immer wieder recht erfolgreich, einen weiteren Tipp – bezogen auf diesen Autor – anzunehmen. Ich las dann lieber andere Sachen, da ich immer ein wenig vorbehalten bin, wenn sich ein Autor mit einer nahezu unerschöpflichen Vielzahl an Werken auf nahezu jedem Marketingstapel befindet.
Vielleicht werde ich ihm dabei jedoch auch unrecht – und: Ist nicht auch mein Lieblingsautor – Stephen King – mittlerweile schon dem Mainstream zu zu ordnen?
Gut, vielleicht einfach mal den Namen Fitzek im Hinterkopf behalten.
Eines Tages stand ich in unserer örtlichen Gemeindebibliothek und suchte während deren Flohmarkt nach geeigneten Schätzen. Dabei stieß ich auf ein Buch von Sebastian Fitzek mit dem bereits interessant klingenden Titel “Der Seelenbrecher”. Darunter eingeordnet als Psychothriller und schon landete dieses Werk einfach mal so aus grundsätzlichem Interesse an der deutschen Autorenlandschaft in meinem Eigentum.
“Der Seelenbrecher” handelt von einem Psychopathen, der es irgendwie schafft, seine Opfer durchweg seelisch gebrochen zurück zu lassen. Man sitzt als sein Opfer nur noch im Rollstuhl und vegetiert vor sich hin. Man lebt nur noch innerhalb des eigenen Geistes und kann sich nicht mehr nach außen artikulieren.
Dieses Setting klingt für einen Psychothriller schon mal verlockend und dementsprechend rasant startet Fitzek auch mit seiner Story.
Der Autor benutzt dabei eine recht untypische Art der Vorgehensweise: Man liest einen Patientenbericht in Romanform. Der ganze Fall ist somit schon Vergangenheit.
Klingt nicht uninteressant und funktioniert auch sehr gut. Man davon abgesehen, dass sich jemand die Mühe machte, einen Patientenbericht in Romanform zu schreiben – dies wird aber vom Autor natürlich später aufgeklärt.
Bevor die Geschichte zu einem kleinen und leicht fiesen Ende kommt, befinden wir uns in eine psychiatrischen Anstalt, in der sich der Seelenbrecher auf der Jagd nach seinen Opfern befindet.
Dieser gesamte Hauptteil wirkt leider recht konstruiert – sicherlich gut konstruiert, dennoch fehlt das gewisse Etwas. Ich fühlte mich immer wieder an diverse Filme erinnert, in denen einen Gruppe sich immer wieder mal trennt, da sie den Killer fassen möchten – man weiß ja, was in Horrorfilmen mit den Protagonisten geschieht, wenn sie eine Szene mit “wir müssen uns trennen” beginnt…
Einiges wird darüber hinaus sehr stark dem Zufall überlassen und selbst der Schluß führte bei mir nur noch zu einem kleinen Grinsen.
Man erkennt sehr deutlich die Routine des Autors und ich könnte mir sehr gut vorstellen, weitere Bücher von ihm zu testen. “Der Seelenbrecher” ist jedenfalls ein ganz netter Thriller mit dem man auch in einer U-Bahn mit quasselnden Fahrgästen keinerlei Probleme zum Folgen hat. Alles in allem ein netter Zeitvertreib aber kein Werk zum Aufbewahren für das erneute Eintauchen.
Jürgen Seibold/09.07.2017
Der Seelenbrecher (BILD am Sonntag Thriller 2017) – KAUFEN BEI AMAZON